Young woman video calling using a laptop sitting on a sofa wearing earphones

Wer im Homeoffice bleibt, hilft der Umwelt. Bild: iStockphoto

Studie zeigt: So viel CO2 könnten wir mit Homeoffice sparen

Vor der Corona-Pandemie war das Homeoffice in vielen Unternehmen lediglich eine fixe Idee in den Köpfen der Angestellten. Mittels Argumenten bezüglich Effizienz machten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber diese zunichte.

Mittlerweile hat sich die Lage geändert. Derzeit arbeiten viele Menschen coronabedingt von zu Hause. Ob sich die Büro-Arbeitswelt damit nachhaltig verändert, ist unklar. Allerdings könnte mehr Homeoffice einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das zeigt eine Studie des Unternehmensberatungsdienstleisters Accenture, die der Digitalverband Bitkom in Auftrag gegeben hatte.

Demnach könnten bis 2030 zwischen zehn und zwölf Megatonnen CO2 eingespart werden, sofern bis dahin rund 50 Prozent der Arbeitnehmer im Schnitt zwei Tage im Homeoffice arbeiten. Videokonferenzen würden im Zuge dessen schließlich klimaschädliche Geschäftsreisen ersetzen. Doch auch Büroflächen könnten verkleinert werden, wodurch weniger Energie, etwa fürs Klimatisieren, nötig wäre. Achim Berg, Präsident von Bitkom, sagt dazu:

"Der Staat sollte Anreize für zeit- und ortsflexibles Arbeiten setzen, ohne diesen Bereich übermäßig zu regulieren."

So könne der Lauf, den das Homeoffice derzeit erlebt, auch nach der Pandemie anhalten. Unternehmen würden so auch nicht in alte Muster fallen. Denn 2019 haben laut Angaben von Bitkom zwölf Prozent der Berufstätigen im Schnitt zwei Tage pro Woche im Homeoffice gearbeitet. Im ersten Lockdown ab März 2020 arbeitete zumindest jeder zweite Berufstätige laut Bitkom im Homeoffice, sofern die Tätigkeiten dafür geeignet waren.

Interessant ist ebenfalls, dass die Studie neben dem Homeoffice auch darauf eingeht, inwiefern die Digitalisierung in Bereichen wie Mobilität industrieller Fertigung sowie in Gebäuden helfen könnte, CO2 einzusparen. Entscheidend sei dabei, mit welchem Tempo die Digitalisierung im kommenden Jahrzehnt vorangetrieben wird, hieß es bei Bitkom.

Technik für die Umwelt

So beziffert die Studie das CO2-Einsparpotenzial der vier Bereiche bei einer eher moderaten Entwicklung der Digitalisierung, wie sie aktuell in Deutschland stattfindet, auf rund 78 Megatonnen bis zum Jahr 2030. Mit einer beschleunigten und gezielten Digitalisierung sei es sogar möglich, 120 Tonnen CO2 einzusparen.

Das größte Einsparpotential hat dabei die industrielle Fertigung. Bis zu 61 Megatonnen CO2 können bei einer beschleunigten Digitalisierung bis 2030 vermieden werden. Dafür müsse die Produktion automatisiert und die Anlagen, Maschinen, Werkstücke und ihre Bauteile miteinander vernetzt werden, damit die Prozesse selbstständig unter möglichst geringem Material- und Energieeinsatz ablaufen.

Bei der Mobilität errechnete die Studie ein Sparpotenzial von bis zu 28 Megatonnen CO2 bei einer beschleunigten Digitalisierung. In diesem Szenario liefern Sensoren an der Straße oder GPS-Systeme in Autos Daten, mit denen Ampeln geschaltet, Verkehrsströme umgeleitet oder öffentliche Transportmittel gestärkt werden können. Zum anderen liegen große Potenziale in einer smarten Logistik, die Leerfahrten vermeidet und Frachtrouten optimiert.

Und für wie viel Emissionen sorgt die Digitalisierung selbst?

Natürlich wäre es auch wichtig zu wissen, wie viel Kohlendioxid die Digitalisierung selbst verursacht. Gerade die Herstellung von Smartphone, Computern und Tablets, aber auch der Betrieb von Netzinfrastruktur und der Rechenzentren sorgen für Emissionen. Der Studie zufolge werden bei einer Digitalisierung im moderaten Tempo rund 16 Megatonnen CO2 jährlich ausgestoßen. Bei einer beschleunigten Digitalisierung seien es 22 Megatonnen. Das Einsparpotenzial ist jedoch laut der Studie wesentlich höher.

(tkr/mit Material von dpa)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Bei dir Sonne, bei deinem Freund Regen? Darum sind Wetter-Apps so verschieden

Morgens im T-Shirt aus dem Haus, mittags im Regen stehen und sich ärgern: Ein Klassiker. Wenn der Freund dann auch noch grinsend in einer Regenjacke daneben steht, ist das ganze umso frustrierender. Und das obwohl beide am Abend zuvor noch das Wetter auf ihren Apps gecheckt haben.

Wie kann das sein?

Die Antwort ist einerseits ganz einfach und andererseits ziemlich kompliziert. Sie hat nämlich mit Meteorologie und Mathematik zu tun: Verschiedene Wetter-Apps benutzen verschiedene Modelle zur …

Artikel lesen
Link zum Artikel