International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Tetsuo Yukioka (L), Managing Director of Tokyo Medical University and Keisuke Miyazawa, Vice-President of Tokyo Medical University, bow as they attend a news conference in Tokyo, Japan August 7, 2018. REUTERS/Toru Hanai      TPX IMAGES OF THE DAY

Tetsuo Yukioka, der Direktor der Universität und ein Kollege verbeugen sich auf einer Pressekonferenz, in der es um die Manipulationen ging  Bild: reuters

Frauen unerwünscht: Medizinhochschule in Japan fälschte Zulassungstests

Die Medizinische Universität Tokio hat einem Medienbericht zufolge jahrelang die Ergebnisse der Zulassungstests von Bewerberinnen gefälscht, um die Quote weiblicher Studenten niedrig zu halten. Die Hochschule habe 2011 damit begonnen, nachdem 2010 die Zahl zugelassener weiblicher Studenten deutlich gestiegen war, berichtete die Zeitung "Yomiuri Shimbun" am Donnerstag. Testergebnisse weiblicher Kandidaten wurden demnach systematisch mittels eines Koeffizienten heruntergerechnet.

"Frauen scheiden häufig nach dem Abschluss aus (...), wenn sie heiraten und ein Kind bekommen", zitierte die Zeitung eine nicht namentlich genannte Quelle. Innerhalb der Universität seien aber viele der Meinung, dass männliche Ärzte den Betrieb am Uni-Krankenhaus absichern müssten, weil dazu häufige Notfalleinsätze und lange Schichten notwendig seien.

Die Hochschule habe deshalb versucht, den Anteil zugelassener Studentinnen jedes Jahr bei 30 Prozent zu halten, berichtete die Zeitung. Als Reaktion auf den Bericht kündigte die Hochschule eine interne Untersuchung an.

„Wir entschuldigen uns aufrichtig für das ernsthafte Fehlverhalten im Bezug auf die Zulassungsprüfungen, das vielen Menschen Sorge und Ärger bereitet hat und das Vertrauen der Bevölkerung missbraucht hat.“

Tetsuo Yukioka, Direktor der Universität 

Der Direktor der Universität beteuerte auf einer Pressekonferenz, er habe nichts von den Machenschaften gewusst und sei nicht darin involviert gewesen. Laut "Yomiuri Shimbun" war die Privat-Universität bereits im Visier der Staatsanwaltschaft, weil sie den Sohn eines hohen Beamten des Bildungsministeriums unrechtmäßig zugelassen haben soll.

Japanerinnen sind im internationalen Vergleich hoch gebildet. Die in Japan üblichen langen Arbeitszeiten führen jedoch dazu, dass viele aus dem Job ausscheiden, wenn sie eine Familie gründen. In der Folge sind Frauen in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens in Japan unterrepräsentiert. So sind nur etwa 50 der 465 Abgeordneten des Unterhauses Frauen.

Wegen der zunehmend älteren Bevölkerung und niedrigen Geburtenraten gibt es laut "Welt" an vielen Arbeitsstätten wie Krankenhäusern einen Personalmangel.

(pbl/afp)

Mehr watson-Berichte aus Asien:

Die Queen feiert – und ein Soldat trägt Turban

Link zum Artikel

Erst Tokio, dann Paris – warum plötzlich so viele Städte gegen Airbnb mobil machen

Link zum Artikel

Warum sich die Welt um China und ein kleines Riff sorgt 

Link zum Artikel

Warum Touristen nicht mehr auf dieser Trauminsel schlafen dürfen

Link zum Artikel

Mehr als 70 Menschen sterben in Staubsturm in Indien

Link zum Artikel

Warum sich China über US-Schiffe im Südchinesischen Meer ärgert

Link zum Artikel

Von wegen Problembär! 4 Fakten zur Merkel-Reise nach China

Link zum Artikel

Vergewaltiger bekommen in Indien Sit-ups als Strafe und zünden aus Rache ihr Opfer an

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

"Unmoralische und obszöne Inhalte" – Irans Staatsanwaltschaft will Instagram sperren

Die iranische Staatsanwaltschaft will voraussichtlich die Fotoplattform Instagram sperren. Dschawad Dschawadnia, der IT-Beauftragte der Staatsanwaltschaft, sagte am Donnerstag:

Die Staatsanwaltschaft warte nur auf eine finale Entscheidung der iranischen Führung um ein Verbot durchzusetzen, so Dschawadnia laut Nachrichtenagentur Isna.

Instagram ist im Iran sehr beliebt und wird von Millionen von Persern zum Teilen von Fotos und Videos benutzt. Neben ausländischen sind auch zahlreiche …

Artikel lesen
Link zum Artikel