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Deutsche Bahn: WC-Frust bei Zug-Fahrt führt zu kurioser Maßnahme

WC unbenutzbar : Zettel an diversen Toiletten des ICE 74 Z
Ein gewohntes Bild: Zugtoiletten sorgen ständig für Ärger bei den Fahrgästen.Bild: imago stock&people / Eckhard Stengel
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Deutsche Bahn: WC-Frust bei Zug-Fahrt führt zu kurioser Maßnahme

11.02.2024, 13:5011.02.2024, 14:34
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Immer wieder Struggle mit der Bahn: Mittlerweile ist die DB-Mängelliste so lang, dass die Einleitung einer Story mit "Letztens bin ich mal wieder Bahn gefahren ..." wie ein Witz mit erwartbarer Pointe wirkt. Was soll schon Überraschendes folgen? Stundenlange Verspätungen? Ausfälle? Ungeplante Umstiege, geschlossene Bordbistros, unangenehme Sitznachbar:innen und genervtes Zugpersonal? Alles schon gehört.

Manchmal gibt es dann aber doch noch Bahn-Geschichten, die etwas Neues versprechen. Defekte Klos etwa kennt jede:r Bahnreisende nur zu gut. Sie sind häufiger mal ein Faktor, der die Fahrt noch unangenehmer macht. Gibt es kein fließendes Wasser oder sind nicht ausreichend Seife und Papiertücher vorhanden, kann das nerven.

Für Aufsehen sorgt nun eine Meldung der Polizei: Sie beschreibt einen Vorfall, bei dem ein aufgebrachter Fahrgast aus Ärger über ein WC zu einem sehr drastischen Mittel gegriffen hat.

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Deutsche Bahn: Fahrgast wählt wegen Toiletten-Ärger Notruf

Es gibt viele gute Gründe, sich beim Bahnpersonal zu beschweren. Und es gibt ebenfalls viele gute Gründe, um den Notruf im Zug zu wählen – beides sollte man jedoch nicht miteinander vertauschen. Ein Mann aus Nordrhein-Westfalen war, wie die Bundespolizeidirektion Sankt Augustin nun mitteilte, auf einer Fahrt am Donnerstagabend so verärgert über den Zustand der Zugtoilette, dass er den Notruf wählte – keine gute Idee.

Was den 26-jährigen Mann so sehr aufregte: Zwar war das WC nicht wie so häufig defekt, doch es verfügte weder über Toilettenpapier noch gab es in der Kabine fließendes Wasser. Zudem beschwerte sich der Fahrgast über mangelnde Sauberkeit auf dem Klo. Dies verleitete ihm zum mehrmaligen Auslösen des Notrufs.

Daraufhin informierte die Bahn wiederum die Polizei am Aachener Hauptbahnhof. Als der Mann die zum Einsatz angerückten Beamt:innen auf Nachfrage über die Gründe seiner Notrufe informierte, waren diese wohl so gar nicht begeistert. Sie nahmen den Toiletten-Kritiker mit auf die Wache und zeigten ihn wegen Missbrauchs von Notrufen an.

Die SOS- und Notrufknöpfe befinden sich an Bahnhöfen und in Zügen.
Die SOS- und Notrufknöpfe befinden sich an Bahnhöfen und in Zügen.bild: imago images / steinach

Offen bleibt jedoch, ob der Mann aufgrund einer Sprachbarriere überhaupt über den Zweck des Knopfs Bescheid wusste. Die Gesetzeshüter:innen folgen zwar häufig dem Motto "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht", dennoch ist eine Anzeige in solchen Fällen natürlich durchaus unglücklich.

Immer wieder Beschwerden über Bahn-Toiletten

Die Toiletten-Thematik ist bei der Bahn in der Tat schon länger ein Problem. Oftmals sind diese in Zügen defekt, was gerade bei längeren Fahrten natürlich zum Problem werden kann. Beschwerden gibt es auch immer wieder über defekte Bewegungsmelder bei Wasser- oder Seifenspendern sowie bei Händetrocknern.

Und auch in Bahnhöfen treibt die teils mangelhafte Versorgung an WCs die Passagiere zur Weißglut. Mancherorts muss man sehr lange nach ihnen suchen, weil sie im letzten Winkel versteckt oder einfach schlecht ausgeschildert sind. Dass man für sie zudem an vielen Bahnhöfen ganze zwei Euro bezahlen muss, empfinden Kritiker:innen als unsozial.

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