Der Discounter Aldi zieht die Preise ordentlich an. Verbraucher müssen jetzt auch bei Lebensmitteln tiefer in die Tasche greifen.
Der Discounter Aldi zieht die Preise ordentlich an. Verbraucher müssen jetzt auch bei Lebensmitteln tiefer in die Tasche greifen.Bild: www.imago-images.de / Wassilis Aswestopoulos

Rund 400 Artikel betroffen: Aldi mit größter Preiserhöhung seit Jahren

20.03.2022, 07:51

Nach erhöhten Strom- und erhöhten Spritpreisen müssen sich Verbraucherinnen und Verbraucher jetzt auch auf erhöhte Preise bei Lebensmitteln einstellen. Aldi reagiert auf die zunehmend steigenden Preise der Hersteller und kommt um eine Steigerung nicht mehr herum. Rund 400 Artikel hat der Discounter in dieser Woche erhöht.

Laut einem Bericht der "Lebensmittel-Zeitung", treffen die Erhöhungen fast alle Waren und fallen teilweise sehr eindeutig aus. Betroffen seien sämtliche Artikel plus Varianten von ihnen. Selbst wenn man die Varianten rausrechne, betreffen die Preiserhöhungen immer noch 160 Artikel. Das umfasst fast 10 Prozent des Sortiments.

Besonders Kaffee-Sorten sind betroffen.
Besonders Kaffee-Sorten sind betroffen.Bild: www.imago-images.de / Waldmo¼ller

Wer jetzt bei Aldi Nord und Aldi Süd einkaufen geht, muss also tiefer in die Tasche greifen. Das werden besonders Kaffee-Liebhaber merken. Denn der Preis von verschiedenen Kaffee-Sorten wurde ordentlich angezogen: 60 Cent mehr für die Sorte Amaroy Unser Bester. Wer hier Wert auf Bio-Qualität legt, muss besonders viel zahlen. Einen Euro mehr wird der Bio-Kaffee kosten.

Aber auch andere Getränke sind betroffen. Für das günstigste Wasser müssen in Zukunft 25 Cent, statt 19 Cent bezahlt werden. Eine Flasche Coca-Cola kostet jetzt 1,25, statt 1,19.

Gründe für die Preiserhöhungen

Wie ist die massive Preiserhöhung durch Aldi zu erklären? Der Markt habe sich verändert, so die "Lebensmittel-Zeitung". Einkäufer würden riskieren, dass sie von den Händlern einfach keine Waren mehr geliefert bekommen, wenn sie nicht zu höheren Preisen einkaufen. Das möchte der Discounter verhindern.

"In den letzten 10 Jahren hatten wir einen Markt, in dem die Einkäufer bestimmten. Das hat sich komplett gedreht. Jetzt haben die Lieferanten eine stärkere Position", erzählt ein Einkäufer aus dem Handel gegenüber der Fachzeitung.

Der Discounter habe schon in den letzten Jahren gelitten: Höhere Personalkosten, nicht genug Gewinn.

Aldi bestätigt den Bericht

Aldi-Süd bestätigte den Bericht. Schuld seien die aktuellen Herausforderungen. Die Omikron-Welle, der Mangel an Lkw-Fahrern, die gestiegenen Kosten für Energie und Rohstoffe und nun die Situation in der Ukraine wirkten sich "warengruppenübergreifend auf unser Sortiment aus in Form steigender Einkaufspreise". Dort, wo sich die Kosten im Einkauf durch die derzeitige Marktsituation verändern, müsse auch Aldi die Verkaufspreise erhöhen. Das Unternehmen betonte: "Wir möchten darauf verweisen, dass sich unsere Margen durch diesen Schritt nicht verändern."

Auch andere Lebensmittelhändler in Deutschland müssen ihre Preise erhöhen. Laut "Lebensmittelzeitung" hat Lidl bereits "nachgezogen". Auf Anfrage der AFP antworteten Lidl, Edeka und Rewe zunächst nicht.

(and/Mit Material von AFP)

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