Leben
Happy child with carrot near house in summer

"Is was, Doc?" Bild: Getty Images / ArtMarie

Alltagsfrage

Karotten waren eigentlich gelb: Warum sie heute orange sind

"Is was, Doc?", sagt Bugs Bunny zu jedem seiner Gegenspieler, während er genüsslich seine Karotte kaut. Die Antwort ist meist eine Schrotsalve, die ihr Ziel verfehlt. Selbst die Karotte entgeht dem Kugelhagel unbeschadet. Doch statt zu schießen, könnten Charaktere wie der Jäger Elmer Fudd auch den Dialog suchen.

Vielleicht würde dann endlich herauskommen, warum dieser menschengroße Hase sprechen kann. Wäre doch schön, zu wissen. Die Antwort darauf können wir zwar nicht liefern, dafür können wir dir erklären, warum die Karotte in seiner Hand orange ist. Immerhin.

Auf Wochenmärkten sind Karotten in vielen Farben vertreten: gelb, rosa, lila, rot, weiß oder auch schwarz. Schnell stellt sich die Frage, wie das Gemüse ursprünglich aussah. Dafür müssten wir wissen, wann der Mensch die ersten Karotten angebaut hat. Gar nicht so einfach. Immerhin führten Bauern nicht immer Buch – schreiben ist eher eine moderne Erscheinung.

Eine lange Reise

Dennoch sind sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sicher, dass die ersten kultivierten Karotten ursprünglich lilafarben und gelb waren und zunächst in Zentral- und Kleinasien auftauchten und ihren Weg von da aus nach Westeuropa und England machten – das geht aus einer Studie hervor, bei der Wissenschaftler das Genom der Rüben entschlüsselten.

Wann genau das war, ist jedoch nicht vollständig geklärt. Es dürfte aber ein paar Jahrhunderte her sein. Woher sollte man aber wissen, dass orangefarbene Möhren nicht schon immer so aussahen?

Wer hat's erfunden?

Dafür gibt es ein entscheidendes Indiz. Niederländische Gartenbauern haben im 18. Jahrhundert die ersten Sortenbeschreibungen orangefarbener Karotten angefertigt. Darin heißt es, dass diese von gelben Sorten abstammen. Wir können sogar noch einen Schritt weitergehen und sagen, dass die orangen Möhren ihren Ursprung in den Niederlanden haben.

Die ersten Gemälde mit dem Gemüse tauchten dort auf. Zudem steht fest, dass die niederländischen orangen Sorten Horn und Long die Grundlage für viele moderne Karottensorten darstellen. Warum sie die Rüben mit Carotinüberschuss, der Stoff, der für die Färbung verantwortlich ist, züchteten, ist unklar.

Einer Legende zufolge wollten die Niederländer damit König Wilhelm von Oranien für seinen Unabhängigkeitskampf gegen Spanien danken. Historische Beweise dafür gibt es aber nicht. Auch im Zweiten Weltkrieg sollen die Niederländer während der deutschen Besatzung mittels der orangen Möhren ihre Loyalität gegenüber der Herrscherfamilie demonstriert haben. Dafür zogen sie am Ehrentag der Monarchin mit einem Bündel der Rüben durch die Straßen. Ebenfalls unbelegt, der Rüben-Aktivismus hat aber durchaus seinen Reiz.

(tkr)

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