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Bei Hunger hilft nur eins: Essen. Doch ein knurrender Magen kann auch andere Ursachen haben. Bild: www.imago-images.de / Valentina Barreto

Alltagsfrage

Warum der Magen knurrt, und was wir dagegen tun können

Magenknurren gehört zum Leben dazu. Es ist menschlich, aber leider auch unangenehm und meist dann präsent, wenn wir es nicht brauchen. Wie ein Freund, der dämlich grinsend "Stör ich?", fragt, sich ehe wir antworten einen Stuhl schnappt und lautstark unsere peinlichsten Geschichten ausplaudert – während unser Date gegenübersitzt.

Viele Menschen werden wohl problemlos ein Best-of ihrer unangenehmsten Magenknurr-Momente aufstellen können. Bei Klausuren, Bewerbungsgesprächen, Beerdigungen. Und bei jedem Mal gibt es ein Fünkchen Hoffnung, dass es niemand hört. Solange bis jemand fragt, ob wir Hunger haben. Das Interessante ist: Manchmal lautet die Antwort Ja, manchmal Nein.

Scheint als wäre es dem Magen egal, ob er etwas bekommt oder nicht. Natürlich ist das nicht richtig. Es gibt einen Unterschied zwischen einem leeren knurrenden Magen und einem vollen. Wir erklären ihn dir.

Wenn der Magen leer ist

Aufstehen, fertigmachen, Frühstück vergessen. Für Langschläfer ist das wohl die Regel. Doch kaum sind sie an ihrem Ziel, grummelt ihr Magen auch schon. Das liegt daran, dass unser Magen-Darm-Trakt stets in Bewegung ist. Verdauungsorgane wie auch die Speiseröhre ziehen sich zusammen und dehnen sich wieder aus. "Haushalten" nennt sich das. Normalerweise wird so Speisebrei verarbeitet und weitergeleitet. Bauchspeicheldrüse, Galle und Magen produzieren währenddessen Verdauungssekrete.

Jetzt haben wir jedoch über mehrere Stunden nicht gegessen – der Magen arbeitet aber trotzdem. Führen wir keine Nahrung zu, wird der Magen zum Hohlraum, in dem sich viel Luft befindet. Die beginnt aufgrund der Kontraktionen zu schwingen. Der leere Magen wird zum Klangkörper, und plötzlich klingt es nach außen, als hätten wir ein Raubtier verschluckt.

Wenn der Magen voll ist

Trotz ausgedehntem Frühstück knurrt und grummelt der Magen. Um es kurz zu machen: Unser Körper hat sich gegen uns verschworen. Die etwas längere Version ist jedoch, dass nicht der Magen die Geräusche verursacht, sondern der Darm-Trakt. Die Geräusche kommen dadurch zustande, dass er sich regelmäßig zusammenzieht und ausdehnt.

Für alle, die wissenstechnisch gerne die Muskeln spielen lassen: Das Dehnen und Zusammenziehen eines Hohlkörpers wie dem Magen oder Darm bezeichnen Mediziner übrigens auch als Peristaltik. Im Darm wird der Speisebrei so weitergeleitet und verdaut.

Und was kann ich dagegen tun?

Zunächst solltest du beim Essen nicht zu viel sprechen. Dadurch gelangt Luft in deinen Magen, was die Geräusche im Magen-Darm-Trakt begünstigt. Auch ordentlich kauen hilft, da der Körper den Speisebrei so leichter verarbeiten kann. Ebenso solltest du ausreichend Flüssigkeit zu dir nehmen, da es die Peristaltik des Magens beruhigt, schreibt die Akademie für Sport und Gesundheit.

Und zuletzt: nicht an Essen denken. Ja, das regt den Magen an, wir produzieren vermehrt Speichel und der Körper freut sich auf Nährstoffe.

(tkr)

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