Noch lachen die beiden, doch sobald das Messer in der Spülmaschine landet, herrscht Krieg.
Noch lachen die beiden, doch sobald das Messer in der Spülmaschine landet, herrscht Krieg.
Bild: imago/Mikel Taboada
Alltagsfrage

Warum ihr Messer nicht in die Spülmaschine legen solltet

25.08.2020, 10:07

Wohngemeinschaften sind ein Geben und Nehmen. Sie lässt ihren Müll überall liegen, weshalb er sein dreckiges Geschirr nicht spült. Er benutzt ihre Rasierklingen für seine Achseln wofür sie ihm wiederum sein teures Shampoo klaut. Und so halten sich die Verstöße in Waage, es herrscht friedliche Koexistenz. Doch dann taucht sie auf: die Kleinigkeit, die das Zusammenleben in ein Tal aus wüsten Beschuldigungen und bitteren Tränen befördert.

Entweder, weil einer die Pfanne nicht richtig spült, sodass jedes Kochen in wildem Rumgekratze endet, oder, vielleicht noch schlimmer, weil sie das Messer in die Spülmaschine legt. Findige Mitbewohner wissen, warum das nicht okay ist, können das aber vielleicht nicht begründen. Wir helfen nach.

Hochwertige Messer gehören nicht in die Spülmaschine. Punkt. Eigentlich könnten wir es dabei belassen, doch leider besteht der Mitbewohner oder die Mitbewohnerin darauf, dass wir das Ganze erklären. Zusammenwohnen kann anstrengend sein, aber was tun wir nicht alles für den Haussegen.

Des Messers kaputte Schneide

Wir füllen unsere Spülmaschine in der Regel mit Salz, Spülmittel und Klarspüler, damit unser Geschirr im Anschluss an einen Waschgang hübsch glänzt. Nun enthalten die Reinigungsmittel jedoch Säuren, Salze und Laugen. Für diese drei Stoffe sind Metalle eine Art Prügelknabe. Sie greifen also die Messerschneiden an und bluten sie aus, sprich sie rostet.

Auf der Klinge entstehen kleine braune Flecken, sie korrodiert. Für alle Nichtchemiker: Die Klinge wird zersetzt. Die Flecken sind zunächst unscheinbar, über Jahre hinweg wachsen die Löcher jedoch und irgendwann ist der Schaden nicht mehr zu beheben. Würden wir uns die Klinge unter einem Mikroskop anschauen, vielleicht weil der Mitbewohner eins hat, könnten wir erkennen, dass sie einem Schweizer Käse ähnelt.

Messer sind keine Rudeltiere

Schleifen wir sie nun, kann das zerfressene, poröse Material leicht wegbrechen. Das scharfe Ende bricht also ab, worauf eine glatte Fläche entsteht. Beim Schneiden erscheint uns das Messer deshalb stumpf. Und es wandert in den Müll – oder in die Besteckschublade und war nie mehr gesehen.

Übrigens: Messer werden auch in der Besteckschublade schneller stumpf, weil sie in dort in Kontakt mit anderen Messern und Besteck kommen. Werfen wir sie etwa rein, knallt das gute Messer beispielsweise auf seinen beim Schneiden unbeholfenen, dickköpfigen kleinen Bruder, das Buttermesser. Dabei kann es ebenfalls zu kleinen Schäden kommen.

Laut Industrieverband für Schneid- und Haushaltswaren, ja, den gibt es, sollten wir Messer einfach mit der Hand spülen, erzählt ein Sprecher im Gespräch mit "t-online". Etwas Spüli und warmes Wasser reichen. Da säurehaltige Lebensmittel wie Tomaten und Zwiebeln Klingen auf Dauer zusetzen, sollten wir sie zudem direkt nach dem Einsatz reinigen. Um Kalkflecken zu vermeiden, hilft es, das Messer im Anschluss mit einem Geschirrtuch abzutrocknen.

Nervige Mitbewohner sollten nach diesem Exkurs in Chemie und Materialbeschaffenheit zufrieden sein und die Messer künftig per Hand reinigen – was uns wiederum zufrieden stellt. Vielleicht halten sie uns aber auch für überpenibel, winken ab und ziehen aus. So oder so, die Messer landen nicht mehr in der Spülmaschine und bleiben scharf.

(tkr)

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