Leben
persons hand put dirty clothes in the washing machine

Auch Wäsche waschen will gelernt sein, damit du nach dem Waschgang saubere und duftende Kleidung aus der Maschine ziehen kannst. Bild: getty/iStockphoto / Михаил Руденко

Alltagsfrage

Kleidung stinkt nach dem Waschen: Das braucht deine Waschmaschine jetzt

Sie ist der Lebensretter, wenn du Rotwein über dein Hemd gekippt hast, das Eintrittstor ins Paralleluniversum der Single-Socken, der Sehnsuchtsort sexueller Fantasien: die Waschmaschine. Meist an einem dezenten Ort im Haushalt platziert, schürt doch kaum ein anderes Gerät so hohe Erwartungen wie sie. Umso größer die Enttäuschung, wenn die Waschmaschine nicht so funktioniert, wie sie eigentlich sollte.

Dabei ist das Prinzip denkbar simpel: Dreckige Wäsche rein, Knopf drücken, warten – saubere Wäsche raus, freuen. Schlimm ist es, wenn die Idee nicht aufgeht und deine Kleidung nach dem Waschen noch ein bisschen schlimmer riecht als vorher.

Wenn auch deine Wäsche nach dem Waschen eher "meh" als "wow" riecht, könnte das an folgenden Gründen liegen:

Du wäschst nicht heiß genug

Die meisten Menschen waschen wohl bei 30 oder 40 Grad. In sehr vielen Fällen reicht das auch vollkommen aus, sofern die Wäsche nicht stark verschmutzt ist oder du sie getragen hast, während du krank warst und sie nun voller Bakterien ist. Außerdem ist es energieschonend, wenn du nicht allzu heiß wäscht.

Allerdings werden bei höchstens 40 Grad auf Dauer nicht alle Keime in der Waschmaschine getötet. Vor allem nicht, wenn du zusätzlich häufig das Kurzwaschprogramm nutzt.

Tipp: Am besten, du lässt deine Waschmaschine einmal im Monat bei 90 Grad durchlaufen, gerne auch einmal ohne Wäsche, um sie einmal richtig durchzuspülen. Das sollte alle Keime in der Trommel und den Schläuchen abtöten, die unangenehme Gerüche verursachen.

Du benutzt zu wenig oder nicht das richtige Waschmittel

Eigentlich ein No-Brainer: Auf der Verpackung steht in der Regel drauf, wie viel Waschmittel du verwenden solltest. Die Menge ist zudem abhängig davon, wie viel Wäsche du wäschst – ab sechs Kilo solltest du mehr Waschmittel nutzen – und wie hart das Wasser in deiner Wohngegend ist. Verfügt das Wasser über einen hohen Kalkgehalt und gilt dementsprechend als hart, solltest du etwas mehr Waschmittel verwenden. Die Wasserhärte deiner Wohngegend kannst du zum Beispiel hier herausfinden.

Zu unangenehmen Gerüchen kann es außerdem auch kommen, wenn du lediglich Flüssigwaschmittel verwendest. Im Gegensetz zu Pulver oder Tabs enthält es kein Bleichmittel, welches zusätzlich Keime abtöten kann. Der Nachteil von Mitteln, die Bleiche beinhalten, ist allerdings, dass du sie eher nur für helle Kleidungsstücke verwenden solltest.

Tipp: Wenn die richtige Menge Waschmittel oder ein Pulver zur Abwechslung nicht helfen, kannst du auch ein Hygienewaschmittel probieren. Das enthält desinfizierende Substanzen, die Geruch verursachende Keime aus Waschmaschine und Kleidung entfernen. Wenn du deine Klamotten allerdings schonen willst, solltest du das Hygienewaschmittel nicht bei jedem Waschgang verwenden.

Du reinigst deine Waschmaschine nicht

Auch deine Waschmaschine benötigt manchmal ein wenig Liebe: Nach dem Waschen solltest du, wenn nötig, alle Fussel aus der Trommel entfernen und die Tür offen stehen lassen, damit die Maschine trocknen kann. Das Waschmittelfach solltest du ab und zu ebenfalls öffnen und gegebenenfalls von Waschmittelresten befreien und trocken tupfen.

Gelegentlich solltest du auch das Flusensieb reinigen. Das befindet sich in der Regel hinter der kleinen Klappe rechts unten. Dafür brauchst du:

Dann findest du, zumindest bei neueren Waschmaschinen, einen Ablassschlauch, den du öffnest, um das Restwasser in dein Gefäß ablaufen zu lassen (Vorsicht, das ist möglicherweise gar nicht so wenig Wasser und riecht auch nicht immer gut!). Dann öffnest du das Flusensieb daneben und reinigst es innen drin mit einem Lappen oder Küchenrolle.

Wie du dein Flusensieb reinigst, siehst du hier im Video:

abspielen

Video: YouTube/AlexTV

Von dem Haushaltsmittel, deine Waschmaschine mit Essig durchlaufen zu lassen, solltest du übrigens lieber die Finger lassen: Die Säure könnte mit der Zeit die Schläuche angreifen und sie porös machen. Einen Wasserschaden möchtest du sicherlich nicht riskieren.

Quick-Tipp: Wenn die Kleidung stinkt und du keine Zeit zum Waschen hast

Wenn du nun unbedingt deine Lieblings-Jeans anziehen willst, obwohl sie muffig riecht und du keine Zeit hast, sie noch mal zu waschen und einen oder zwei Tage trocknen zu lassen, kannst du sie auch einfrieren: Dafür tust du die Jeans oder das Kleidungsstück deiner Wahl in einen Plastikbeutel und legst ihn für ein paar Stunden ins Gefrierfach. Die Kälte tötet übel riechende Keime nämlich ab und deine Klamotte duftet wieder frisch.

Und noch schneller geht's natürlich mit einem Textil-Erfrischungsspray aus der Drogerie, das manch ein Kleidungsstück zumindest vom Geruch her schon aufgepeppt hat.

Wenn alles nichts hilft, solltest du dich an einen Fachmann wenden – oder im schlimmsten Fall das Kleidungsstück aussortieren. Gerade Stoffe mit einem hohen Polyester- oder Acrylgehalt neigen dazu, schlechte Gerüche zu binden. In Zukunft kannst du also auch darauf achten, häufiger zu Baumwolle, Leinen oder Hanf zu greifen.

(ak)

1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1

Hochfunktionale Depression: Wenn niemand merkt, wie krank du wirklich bist

Liliana Kröger (Name von der Redaktion geändert), 34, leidet an einer sogenannten atypischen Depression: Obwohl sie erfolgreich im Beruf ist und ihren Alltag gut bewältigt, ist sie depressiv. Ihre Form der Depression wird manchmal auch "hochfunktionale Depression" genannt. Lilianas Leiden wurde jahrelang nicht diagnostiziert – unter anderem auch, weil sie sich nicht zum Arzt traute, da sie sich nicht "krank genug" fühlte. So empfindet ein Mensch, der nach außen hin seinen Alltag meistert – und tr

Heute morgen wache ich auf und es ist schon hell, aber die Sonne scheint nicht. Zumindest fühlt es sich so an.

Ich drücke den Snooze-Button auf meinem Wecker, nur noch zehn Minuten. Ich fühlte mich wie gerädert, frage mich, wie ich aus dem Bett kommen soll. Die letzte Nacht habe ich wieder schlecht geschlafen, im Traum ist die Welt untergegangen. Das träume ich häufig, wenn es mir nicht gut geht.

Ich quäle mich aus dem Bett, ziehe mich an, lese die Nachricht einer Freundin, die mich heute Abend …

Artikel lesen
Link zum Artikel