Wir raten mal: In dem obersten Paket ist ein Taschenrechner, in dem darunter ein Paar Socken.
Wir raten mal: In dem obersten Paket ist ein Taschenrechner, in dem darunter ein Paar Socken.
Bild: dpa

Deshalb kommen kleine Sachen oft in großen Kartons

19.01.2020, 17:24

Wer kennt es nicht? Der DHL-Bote klingelt, du öffnest dein stattliches Paket von Amazon – hab ich die Schuhe doch noch bestellt? – und findest darin: ein Paar Socken. Ist der Karton dafür nicht ein bisschen zu groß?

Das geht vielen von uns so. Kein Wunder: Amazon und andere Online-Händler setzen trotz Protesten gegen den Verpackungsmüll weiter auf große Kartons – egal, wie klein die versandte Ware ist.

Das zeigen Recherchen des rbb-Verbrauchermagazins "Super.Markt". Das hatte Zuschauer dazu aufgerufen, die größten Verpackungssünden zu dokumentieren. Über 70 Fälle haben diese per Foto und Video festgehalten.

Kein Zufall, es geht um Geld

Das Ergebnis: Das Ganze ist kein Zufall. Die großen Verpackungen helfen den Online-Händlern dabei, Geld zu sparen. Das erklärte Amazon auf Anfrage des rbb.

Man verfüge über 30 verschiedene Kartongrößen. Bei jedem Produkt würden im Logistikzentrum von Amazon Daten wie Gewicht, Größe, Höhe und Breite gespeichert. Dann bekämen die Mitarbeiter an der Packstation eine Empfehlung für die passende Kartongröße.

Aber: Nicht für alle Produkten sei eine Standardkartonage verfügbar. Zum Beispiel bei Scheibenwischern. Allerdings könnten diese auch nicht einfach nur in der Originalverpackung verschickt werden – weil diese zu schmal sei, um das Versandlabel aufzudrucken, erklärt Amazon.

Bedeutet: Der zuständige Amazon-Mitarbeiter muss improvisieren und sich einen Karton schnappen, in den die Scheibenwischer mit ihrer ungewöhnlichen, länglichen Form hineinpassen. Dann kann es schon einmal vorkommen, dass der viereckige Karton am Ende für den Käufer viel zu groß erscheint.

Amazon teilt weiter mit:

"Wir weisen aber gleichzeitig darauf hin, dass Scheibenwischer nicht dazu taugen, zu verallgemeinern."

Nicht alle sind jedoch so üppig ausgestattet wie Amazon mit seinen 30 Standardgrößen für Kartons. Beim ebenfalls international tätigen Versandhändler Conrad Electronics werden laut eigenen Angaben sogar nur sechs Standardkartongrößen verwendet. Dadurch könne es vorkommen, "dass kleine Artikel in einem vergleichsweise großen Karton ausgeliefert werden".

(om)

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