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Urlaub in beliebten Ländern wie Spanien wird trotz Corona möglich sein, wenn auch unter gewissen Einschränkungen. Bild: iStockphoto / Adrian Seliga

Analyse

Spanien, Griechenland, Italien: Das sollten wir in den Lieblings-Urlaubsländern beachten

Seit dem 15. Juni werden bereits schrittweise die Reisebeschränkungen für zahlreiche Länder aufgehoben. Das bedeutet, dass sich viele Deutsche trotz der Corona-Pandemie auf einen Urlaub im Ausland freuen können.

Ganz ohne Einschränkungen werden wir dieses Jahr allerdings nicht verreisen können: Während die Infektionslage sich in einigen Ländern beruhigt hat, ist vom Urlaub in manchen anderen abzuraten. Teilweise gilt auch nach wie vor noch eine Reisewarnung – oder es ist trotz Erlaubnis aus medizinischer Sicht nicht ratsam, an bestimmte Orte zu reisen.

Was wo gilt und in welchen Ländern du verhältnismäßig sicher Urlaub machen kannst, liest du hier.

Italien

Das beliebte Urlaubsland wurde besonders stark vom Coronavirus getroffen: Über 240.000 Menschen haben sich hier mit dem Virus infiziert. Mittlerweile hält sich das Infektionsgeschehen mit unter 200 neuen Fällen pro Tag allerdings in Grenzen.

Touristen dürfen das Land seit dem 3. Juni bereits wieder bereisen, auch die Quarantäneregeln wurden mittlerweile aufgehoben. Zudem werden an Flughäfen, aber auch bei der Einreise im Überlandverkehr Gesundheitskontrollen durchgeführt und die Körpertemperatur gemessen. Kreuzfahrten sind derzeit nicht möglich.

Auch beim Betreten von Museen oder anderen Sehenswürdigkeiten könnte die Temperatur gemessen werden. Ansonsten gelten die üblichen Hygieneregeln: Abstand halten, Hände desinfizieren sowie Mundschutz tragen. Verstöße können mit Geldstrafen geahndet werden.

Strände und Parks sind übrigens ebenfalls wieder geöffnet, allerdings muss ein Abstand von ein bis zwei Metern gehalten werden.

Griechenland

Griechenland wurde von der Pandemie nicht ganz so schwer getroffen wie andere mediterrane Länder und darf offiziell wieder bereist werden. Dennoch müssen sich die Touristen ab Mittwoch auf ein kompliziertes Einreiseverfahren einstellen: Wie die Regierung in Athen vergangenen Montag mitteilte, müssen alle Touristen 48 Stunden vor ihrer Einreise online ein Anmeldeformular mit einem Fragebogen ausfüllen und erhalten dann im Gegenzug einen persönlichen QR-Code, der bei der Ankunft darüber entscheidet, ob sie auf das Corona-Virus getestet werden. Wer keinen QR-Code vorweisen kann, muss mit einem Bußgeld von bis zu 500 Euro rechnen, teil das Auswärtige Amt mit. Einige Fluggesellschaften weigern sich zudem, Passagiere an Bord zu lassen, die über keinen Code verfügen.

Erst nach der Ankunft erfahren die Touristen, ob sie getestet und sich dann an ihrer Urlaubsadresse isolieren müssen, bis das Ergebnis feststeht. Das neue Verfahren der Zivilschutzbehörde dürfte dafür sorgen, dass "die Mehrheit der importierten Corona-Fälle entdeckt" werde, sagte der Regierungsberater Dimitrios Paraskevis dem Sender Skai TV. Das Verfahren gilt demnach bis Ende August.

Am 1. Juli öffnen auch wieder alle Flughäfen des Landes für internationale Flüge. Die Häfen von Patras und Igoumenitsa stehen wieder für Fähren aus Italien offen, während Kreuzfahrtschiffe wieder die anderen Häfen ansteuern dürfen. Seit dem 15. Juni waren zunächst nur die Flughäfen von Athen und Thessaloniki geöffnet, ankommende Touristen wurden eher willkürlich getestet.

Spanien

In Spanien wurde die Einreisesperre zum 21. Juni bereits aufgehoben: Zu diesem Zeitpunkt durften etwa 10.000 deutsche Touristen wieder nach Mallorca fliegen. Die Balearen waren im Gegensatz zum Festland übrigens deutlich weniger stark vom Coronavirus betroffen.

Ähnlich wie in Griechenland muss man sich online anmelden, bevor man ins Land einreist und einen gültigen QR-Code vorzeigen. Ein entsprechendes Formular ausfüllen, das den QR-Code generiert, kannst du hier.

Ansonsten gilt: Abstand halten von mindestens zwei Metern und Mundschutz tragen, und zwar in allen öffentlichen Räumen, im Nahverkehr und auch draußen, wenn der Abstand nicht gewährleistet werden kann.

Die Strände sind ebenfalls wieder zugänglich, auch hier muss allerdings der Mindestabstand gewahrt werden. Kreuzfahrten sind auch hier verboten.

Türkei

Wer sich dieses Jahr auf einen Urlaub in der Türkei gefreut hat, muss sich noch gedulden: Denn hier gilt die Reisewarnung noch bis mindestens Ende August, weil die Infektionszahlen nach wie vor verhältnismäßig hoch sind.

Die Regierung in Ankara hat die EU zur Aufhebung des wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreiseverbots aufgerufen. Es sei "enttäuschend", dass die Türkei nicht auf der Liste der 15 Drittstaaten stehe, für welche eine Aufhebung der Beschränkungen empfohlen wurde, sagte Außenamtssprecher Hami Aksoy am Mittwoch. "Wir erwarten, dass dieser Fehler so schnell wie möglich korrigiert wird." Er verwies auf den "Erfolg" der türkischen Behörden im Kampf gegen die Pandemie. In der Türkei wurden bislang rund 200.000 Corona-Infektionen verzeichnet, mehr als 5100 Menschen starben.

Gegenüber watson beteuerte auch der Epidemiologe Timo Ulrichs von der Akkon-Hochschule in Berlin, dass von Reisen in die Türkei dringend abzuraten sei:

"Die Türkei unterliegt immer noch einer Reisewarnung, und die sollte durchaus ernst genommen werden."

Großbritannien

Ab dem 10. Juli fällt die 14-tägige Quarantäne-Pflicht für Einreisende nach England weg, die bisher geltende Einreisebeschränkung wird somit gelockert. In Schottland, Wales oder Nordirland gilt die Quarantäne-Pflicht allerdings weiterhin. Wenn ihr in diesen Teilen Großbritanniens Urlaub machen wollt, solltet ihr euch also noch ein wenig länger gedulden.

Wegen der Quarantäne-Pflicht warnt das Auswärtige Amt in Berlin bislang vor Reisen nach ganz Großbritannien. Das Land ist das am stärksten von der Pandemie betroffene in Europa. Rund 44.000 Todesfälle wurden dort verzeichnet. Die Infektionsraten gingen zuletzt jedoch zurück.

Skandinavien

Auch wer in Europas Norden reisen möchte, sollte sich noch ein klein wenig gedulden: Finnland wird erst ab dem 14. Juli wieder deutsche Touristen zulassen, Norwegen ab dem 15. Juli. Nach Schweden sind die Grenzen nicht geschlossen. Da das Land allerdings im Verhältnis zur Bevölkerungsdichte recht stark vom Coronavirus betroffen gewesen ist und die Maßnahmen recht locker waren, ist von einer touristischen Reise momentan abzuraten. Dem stimmt auch Ulrichs zu, der aufgrund der "epidemiologischen Lage" derzeit keinen Urlaub in Schweden empfiehlt.

Fernreisen

Generell gilt für alle Länder außerhalb der EU oder des Schengenraums bis Ende August eine allgemeine Reisewarnung. Vor allem in Amerika steigen die Infektionszahlen aktuell stark an, eine Einreise sollte unbedingt vermieden werden. Das sagt auch Epidemiologe Ulrichs:

"Eine Reise in die USA ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zu empfehlen, und auch Lateinamerika sollte gemieden werden."

(ak/mit Material von dpa/afp)

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