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Um trotz massiv gestiegener Lebenshaltungskosten noch etwas zurückzulegen, bedarf es einer guten Strategie.Bild: iStockphoto / fizkes
Analyse

Inflation und Energie-Krise – Umfrage zeigt: Sparen wird schwieriger

13.10.2022, 15:4413.10.2022, 15:50

Den kommenden Weltspartag am 28. Oktober sehen wohl viele Menschen dieses Jahr mit gemischten Gefühlen. Denn Geld zurückzulegen ist derzeit ein Luxus, den sich nicht mehr jeder leisten kann: Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag des Portals Ebay Kleinanzeigen haben 30 Prozent der Befragten aktuell gar keine Möglichkeit, etwas auf die hohe Kante zu legen. Kein Wunder, hat sich doch das tägliche Leben in Deutschland im September nochmal sprunghaft verteuert: Erstmals seit der Nachkriegszeit erreichte die Inflationsrate die Marke von 10 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag bestätigte.

Frauen fällt das Sparen schwerer

Jede:r Vierte (25 Prozent) der 2039 Befragten ab 18 Jahren macht die steigenden Kosten für Energie, Lebensmittel und Wohnen dafür verantwortlich. Ein Problem, das Frauen offenbar stärker betrifft als Männer: Während 28 Prozent der Frauen angeben, aktuell nicht sparen zu können, sind es bei den Männern nur 21 Prozent.

Jede:r Fünfte (18 Prozent) gab an, sogar schon den eigenen Notgroschen angegangen zu haben, um die höheren Kosten zu decken.

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Bei den aktuell hohen Preisen mussten viele sogar schon an ihren Notgroschen ran. Das zeigt eine aktuelle YouGov-Studie. Bild: iStockphoto / Christian Horz

Steigende Preise und Inflation verschärfen die Situation

Diese Entwicklung ist auf die aktuelle Krise zurückzuführen, denn vor einem Jahr sah das Ganze noch anders aus: Danach gefragt, wie viel Geld sie im vergangenen Jahr auf die hohe Kante legen konnten, nannte fast die Hälfte (47 Prozent) aller Befragten einen Betrag von mehr als 100 Euro pro Monat.

Heute schafft das nur noch ein Drittel (32 Prozent) der Befragten – das sind 15 Prozentpunkte weniger. Fast jeder Dritte (31 Prozent) gibt außerdem an, voriges Jahr mehr als 200 Euro im Monat gespart zu haben. Auch diese Zahl ist zurückgegangen – aktuell kann nur noch jeder Fünfte (21 Prozent) mehr als 200 Euro monatlich zurücklegen.

Ein gutes Drittel im Osten kann gar nicht mehr sparen

Signifikante Unterschiede ergab die Umfrage in der Auswertung nach Region: So geben 37 Prozent der Befragten aus dem Westen Deutschlands an, aktuell über 100 Euro im Monat zurücklegen zu können – im Osten sind es dagegen nur 27 Prozent.

Im Jahr 2021 war es noch für fast die Hälfte der Befragten aus dem Westen (48 Prozent) und für 40 Prozent der Befragten aus dem Osten möglich, über 100 Euro pro Monat zu sparen. Ein Drittel (32 Prozent) der Befragten aus dem Osten Deutschlands kann aufgrund der aktuellen Situation gar kein Geld zur Seite legen. Im Westen betrifft das nur ein Viertel (23 Prozent) der Befragten.

Ähnliches bestätigt auch eine andere YouGov-Umfrage im Auftrag der Postbank: So legt im Ergebnis dieser Befragung jeder Zweite (53,9 Prozent) weniger Geld auf die hohe Kante oder kann aktuell gar nichts sparen, weil die stark gestiegenen Ausgaben das Haushaltsbudget aufzehren. "Eine wachsende Zahl Sparerinnen und Sparer verfügen nicht mehr über Mittel, die sie dauerhaft anlegen können", erläuterte Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank für Privat- und Firmenkunden, Ulrich Stephan.

Konsum geht zurück, Gebrauchtkauf im Trend

Die schwierige finanzielle Situation wirkt sich natürlich auch auf das Konsumverhalten der Menschen aus: Auf die Frage, mit welchen Strategien die Befragten die steigenden Kosten zu decken versuchten, gab ein Drittel (34 Prozent) an, geplante Käufe so lange aufzuschieben, wie es ginge.

Wer sich dennoch zu Neuanschaffungen genötigt sieht, greift derzeit gerne auf den günstigeren Gebrauchtkauf zurück: 21 Prozent der Befragten entschieden sich für diesen Weg, um Kosten zu sparen. Umgekehrt entscheiden sich 13 Prozent, Gegenstände aus ihrem Besitz zu verkaufen, um die Haushaltskasse aufzubessern.

Angst vor weiter steigenden Kosten

Aller Sparanstrengungen zum Trotz fürchten die Menschen sich vor weiter steigenden Lebenshaltungskosten, allem voran im Energiebereich. So gaben rund drei von vier Befragten (73 Prozent) an, dass ihnen die steigenden Kosten für Öl, Gas oder Strom Sorgen bereiteten. Den Preisanstieg bei Lebensmitteln betrachten 68 Prozent mit Unbehagen.

Dass die Wohnkosten immer weiter nach oben schießen, bereitet der Hälfte der Befragten (46 Prozent) Kopfzerbrechen. Über die steigenden Preise in den Bereichen Verkehr und Transport äußern sich 37 Prozent der Teilnehmer besorgt.

(mit Material der dpa)

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