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Trotz Corona wollen nun viele Menschen wieder ins Ausland reisen. Bild: iStockphoto / Yelizaveta Tomashevska

Analyse

Trotz Reisewarnung: Experte sagt, was nach Urlaub passiert

Nachdem die Welt wegen der Corona-Pandemie monatelang still gestanden hat, kommt nun wieder Bewegung rein – und zwar in Form von Reisen. Beliebte Urlaubsländer wie Italien, Spanien oder Griechenland können nach der Krise im Frühjahr wieder besucht werden, wenn auch nur unter Beachtung von Sicherheitsvorkehrungen wie einer Online-Anmeldung, die garantiert, nicht unter Corona zu leiden, oder dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im öffentlichen Raum.

Wer aus dem Urlaub aus einem EU-Land zurückkommt, muss in der Regel nichts weiter beachten, lediglich für Luxemburg (über 50 Neuinfizierte täglich pro 100.000 Einwohner) gilt derzeit eine Reisewarnung.

Für Türkei besteht Reisewarnung

Wie ist es allerdings, wenn du in ein Risikogebiet gereist bist? Denn obwohl für einige Länder wie die Türkei oder Russland noch Reisewarnungen bestehen, darfst du einreisen. Du solltest dich allerdings darauf einstellen, danach bestimmte Sicherheitsvorkehrungen zu berücksichtigen, um eine weitere Verbreitung des Virus zu vermeiden.

Mit dem Epidemiologen Timo Ulrichs von der Akkon-Hochschule in Berlin hat watson darüber gesprochen, was Reise-Rückkehrer aus Urlaubsgebieten beachten sollten, wenn sie wieder in Deutschland einreisen. Denn landesweit gesetzlich einheitlich geregelt ist die Lage für Rückkehrer bisher nicht. Zudem lässt sich die pandemische Welle eben nicht genau vorhersagen, dementsprechend mahnt Ulrichs dazu an, sich regelmäßig über die aktuelle Lage zu informieren, denn:

"Risikogebiete können schnell neu entstehen."

Das sieht man aktuell beispielsweise im österreichischen St. Wolfgang, einem Touristen-Hotspot, bei dem am Wochenende viele Infektionen gemeldet wurden.

Weiterhin warnt der Epidemiologe: "Einige Länder erfahren gerade einen Wiederanstieg der Fallzahlen, zum Beispiel Israel." Deshalb sollten die entsprechende Reisewarnung des Auswärtigen Amtes und die Informationen für die Betroffenen engmaschig angepasst werden. Vorsicht geboten ist laut Ulrichs vor allem bei den "USA, Brasilien, gefolgt von vielen lateinamerikanischen Staaten".

Solltest du dennoch in ein Risikogebiet reisen, heißt es für Urlaubs-Rückkehrer auf der Seite des Robert-Koch-Instituts dazu:

"Für Einreisende in die Bundesrepublik Deutschland, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb der letzten 14 Tage vor Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, kann gemäß den jeweiligen Quarantäneverordnungen der zuständigen Bundesländer, eine Pflicht zur Absonderung bestehen."

Auch Ulrichs hält eine 14-tägige Quarantäne für sinnvoll, sofern kein negativer Corona-Test vorliegt, der gleich am Flughafen gemacht werden sollte:

"Auf jeden Fall sollte man nicht einfach vom Flughafen nach Hause zurückkehren, sondern Angebote und Auflagen beachten, die mit der Rückkehr verbunden sein werden, also zum Beispiel eine vorsorgliche 14-tägige Quarantäne und/oder eine (Schnell-)Testung direkt am Flughafen."

Für einen Corona-Test am Flughafen setzt sich auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ein: Generell sollen sich an den Flughäfen hierzulande deutsche Urlaubsrückkehrer künftig direkt kostenlos und freiwillig auf Sars-CoV-2 testen lassen können. Egal ob sie aus einem Risikogebiet zurückkehren oder nicht. Das haben die Gesundheitsminister der Länder beschlossen. Bundesminister Jens Spahn erwägt sogar eine Testpflicht für Rückkehrer.

Besser als der Test allein wäre allerdings die zweiwöchige Quarantäne in Eigenverantwortung. Ulrichs erklärt:

"Die sicherste Maßnahme wäre eine 14-tägige Quarantäne. Testungen an den Flughäfen bergen das Risiko falschnegativer Testergebnisse und einer Übertragung in der Folgezeit."

Außerdem verfehle man Rückkehrer, die nicht das Flugzeug nehmen, kritisiert Ulrichs. "Wichtig ist eine gute Information der betroffenen Menschen (auch in den jeweiligen Sprachen), damit diese gut kooperieren, um sicherzugehen, dass das Virus nicht eingeschleppt wird."

Ansonsten mahnt das Robert-Koch-Institut, sich auf kurzfristige Änderungen einzustellen, da die Bundesregierung regelmäßig prüft, ob ein jeweiliges Land als Risikogebiet einzustufen ist. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, macht also lieber Urlaub nur innerhalb der EU – oder gleich nur auf Balkonien.

(ak)

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