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Forscher suchen mit Hochdruck nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus (Symboldbild). Bild: www.imago-images.de / Cavan Images

Schon im Herbst? So schnell könnte es einen Corona-Impfstoff geben

Ein Impfstoff gegen das Coronavirus könnte die entscheidende Wende im Kampf gegen die weitere Ausbreitung sein. Eine Forscherin der Oxford-Universität in London erklärt nun, sie und ihr Team könnten wahrscheinlich bereits im September einen einsatzbereiten Wirkstoff präsentieren.

Sarah Gilbert, Professorin für Impfstoffkunde, sagte der "Times", sie sei "zu 80 Prozent zuversichtlich", dass der von ihrem Team entwickelte Impfstoff funktionieren werde. An Menschen soll er bereits in den kommenden zwei Wochen getestet werden.

Der Impfstoff sei im Frühherbst einsatzbereit – "wenn alles glatt läuft. Niemand kann versprechen, dass es funktionieren wird", schränkte die Forscherin allerdings ein.

Auch die Universität selbst ist zurückhaltend mit Vorhersagen. Normalerweise dauert die Entwicklung eines Impfstoffs 12 bis 18 Monate. Auf der offiziellen Homepage von Oxford heißt es, man wolle alles versuchen, um den Wirkstoff so schnell wie möglich verfügbar zu machen. Er müsse sich aber vorher als sicher und wirksam erwiesen haben.

"Das beste Szenario ist, dass wir bis Herbst 2020 ein Ergebnis aus der letzten Phase der klinischen Studie haben könnten, um zu zeigen, dass der Impfstoff vor dem Virus schützt und es möglich ist, große Mengen [...] herzustellen“, heißt es auf der Homepage. Man weist ausdrücklich darauf hin, dass dieser Zeitrahmen sehr ehrgeizig sei und sich im Verlauf noch ändern könne.

Auch andere Forscher suchen nach Impfstoff

Auch in Deutschland soll laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Kürze die erste klinische Prüfung eines Impfstoff-Kandidaten gegen das neue Coronavirus beginnen. Er sei sicher, dass daneben im Laufe des Jahres noch weitere Prüfungen hierzulande kämen, sagte PEI-Präsident Klaus Cichutek am Freitag in Berlin. Details zum Starttermin nannte er nicht. Bisher seien weltweit vier Kandidaten in ersten klinischen Prüfungen.

Cichutek zeigte sich generell optimistisch mit Blick auf Impfstoffe und Therapeutika gegen das Virus: Man träume nicht, sondern arbeite daran, "dass das Wirklichkeit wird", konterte er die Aussage eines Virologen, wonach dies noch Träume seien.

Gebraucht würden präventive Impfstoffe, die spezifisch gegen Sars-Cov-2 wirkten – das wäre dann ein "Gamechanger", so Cichutek. Wegen des erwarteten hohen Bedarfs seien Impfstoffe mehrerer Hersteller nötig.

(om mit dpa)

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