ILLUSTRATION - Das iPhone 11 Pro Max Smartphone, aufgenommen am 23.09.2019 in Berlin (gestellte Szene). Foto: Robert Gunether | Verwendung weltweit
Das iPhone ist mit einem Umsatzanteil von mehr als 50 Prozent am Gesamtumsatz des Konzerns das wichtigste Produkt von Apple.Bild: dpa-tmn / Robert Gunether
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Apple streicht beliebtes iPhone-Modell wohl komplett

11.01.2023, 17:41

Apple-Fans müssen beim Kauf eines Produkts des US-amerikanischen Technologieunternehmens in der Regel tief in die Tasche greifen. Geräte von Apple sind nicht mehr nur technische Hardware. Sie werden mittlerweile auch als Lifestyle- und Statussymbol angesehen. Das hat seinen Preis.

So kostet beispielsweise das neueste Modell der beliebten Smartphone-Reihe, das iPhone 14, aktuell mindestens 999 Euro. Die Begeisterung war deshalb groß, als das Unternehmen 2016 erstmalig ein iPhone-Modell auf den Markt brachte, das nur einen Bruchteil der gängigen Apple-Preise kostete. Es soll nun jedoch vor dem Aus stehen.

Apple streicht iPhone-Modell aufgrund technischer Probleme

Konkret handelt es sich um die günstigere iPhone-SE-Reihe, bei der die Preise für das neuste Modell aktuell bei 549 Euro starten – somit deutlich weniger als für andere iPhones üblich. Wie der renommierte Apple-Analyst Ming-Chi Kuo nun via "medium.com" und Twitter bestätigte, wird es bei dem iPhone SE aber keine vierte Generation geben.

Laut Kuo ist die Unternehmensentscheidung dadurch entstanden, dass Apple bei der 5G-Chip-Konzeption hinterherhinke. Heißt konkret: Ursprünglich wollte man den ersten hauseigenen 5G-Chip testweise beim iPhone SE 4 verbauen. Das Modem sollte bei erfolgreichem Probelauf anschließend auf die gesamte iPhone-16-Modelllinie ausgeweitet werden.

Dadurch wollte man laut Kuo sicherstellen, dass die Leistung auch den eigenen Ansprüchen gerecht wird. Derzeit ist der 5G-Chip allerdings wohl noch nicht auf einem zufriedenstellenden Stand. Apple habe sich deshalb dazu entschieden, das iPhone SE 4 komplett zu streichen.

Spekulationen über Zukunft der iPhone-SE-Reihe halten an

Gerüchte über ein Ende der SE-Reihe hielten sich schon seit längerer Zeit hartnäckig. Wie das Technik-Portal "Giga" berichtet, hatte es bereits Ende des vergangenen Jahres öffentliche Bedenken gegeben. Demnach habe das iPhone SE 4 ohnehin zu geringe Marktchancen.

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Das iPhone 14 ist das derzeit neueste Modell der Smartphone-Reihe.Bild: imago/ nur photo

Während das iPhone SE 3, welches im Frühjahr 2022 erschienen ist, äußerlich unverändert im Vergleich zum Vorgänger ist, sollte es bei der vierten Generation anders werden. Apple hätte hierbei auf ein gänzlich neues Design gesetzt, angelehnt am Aussehen des iPhone XR. Die folglich höheren Entwicklungskosten hätten sich allerdings auf die Rentabilität ausgewirkt.

iPhone-Modell vor dem Aus: Wer davon profitiert

Von dem Aus des iPhone SE 4 dürfte allerdings der bisherige Zulieferer der Apple-Chips profitieren: der Halbleiterhersteller Qualcomm. So stellt Ming-Chi Kuo fest:

Die Stornierung des iPhone SE 4 hat die Chancen deutlich erhöht, dass Qualcomm der exklusive Lieferant von Basisband-Chips für die neue iPhone-16-Serie im Jahr 2024 bleibt.

Qualcomm wird demnach vorerst weiterhin Apples exklusiver Mobilfunk-Chip-Zulieferer bleiben und auch die 5G-Chips beisteuern.

Apple wird das doppelt ärgern.

Denn: Seit 2017 befindet sich Apple in einem andauernden Rechtsstreit mit dem Halbleiter-Produzenten. Wegen überhöhter Lizenzgebühren und zurückbehaltener Rabatte verklagte Apple Qualcomm auf eine Zahlung von einer Milliarde Euro. Qualcomm wiederum verklagte Apple wegen Verletzung seiner Patente.

FILE - The logo of Apple is illuminated at a store in the city center in Munich, Germany, Wednesday, Dec. 16, 2020. Apple’s profit slipped during the past quarter of 2022, but the world’s largest tech ...
Im Hause Apple wird weiter an 5G-Chips gefeilt. Bild: AP / Matthias Schrader

Mit der hauseigenen 5G-Chip-Konzeption wollte man sich im Hause Apple ein Stück weit von dem zerstrittenen Handelspartner emanzipieren. Nun muss man sich noch sein eigenes Unvermögen eingestehen. Mit Folgen: der vorerst weiter bestehenden Abhängigkeit des Halbleiterherstellers.

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