Ein Wildschwein läuft mit seinem Nachwuchs über die Badewiese am Teufelssee im Berliner Grunewald an einem Badegast vorbei.
Ein Wildschwein läuft mit seinem Nachwuchs über die Badewiese am Teufelssee im Berliner Grunewald an einem Badegast vorbei.
Bild: dpa / Fernando Gutierrez
Exklusiv

Peta-Sprecherin über mögliche Wildschwein-Tötung: "Grausam und völlig ungerechtfertigt"

17.08.2020, 08:52

Wildschweine und ein nackter Mann lieferten sich kürzlich am Berliner Teufelssee eine kuriose Verfolgungsjagd. Bilder bei Facebook zeigten, wie der Mann auf einer Wiese einer Bache und zwei Jungtieren hinterherrennt. Die Bache, die wohl auf Nahrungssuche war, hatte eine Tüte im Maul, die dem Mann gehörte. Darin soll sich ein Laptop befunden haben.

Ein Bild der Szene verbreitete sich rasend in den sozialen Netzwerken.
Ein Bild der Szene verbreitete sich rasend in den sozialen Netzwerken.
Bild: facebook/adele landauer

Wegen möglicher Risiken für Menschen will das Berliner Landesforstamt die zutraulichen Tiere an dem beliebten See genau im Blick behalten. Auf Dauer sei die Situation dort nicht akzeptabel, aber ob und wann die Bache abgeschossen werde, lasse sich nicht verbindlich sagen, sagte der Sprecher der Berliner Forsten, Marc Franusch, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Es sei wegen der aktuellen Lage keine schnelle und gezielte Tötung des weiblichen Tiers geplant. Zuvor hatten mehrere Medien über das Thema berichtet und die Forstamtsleiterin zitiert, die von einem baldigen Abschuss des Tieres gesprochen habe.

Es sei die falsche Jahreszeit und auch wegen der noch zu kleinen Jungtiere verbiete sich der Abschuss derzeit, betonte Franusch nun jedoch. Er hoffe derzeit vielmehr auf schlechteres Wetter, sodass die Wildschweine eine andere Strategie bei der Nahrungssuche verfolgen. Am Badesee haben sie es auf das Essen der Badegäste und zurückgelassenen Müll abgesehen. Respekt vor den Wildtieren sei geboten, betonte der Sprecher. Es sei mit großem Aufschrei zu rechnen, falls dort Menschen verletzt würden. Bei Wildschweinen gelte es, Distanz zu halten und sie nicht anzufüttern, ob bewusst oder unbewusst durch Müll.

Peta-Sprecherin: "Grausam und völlig ungerechtfertigt"

Während der Sprecher einen Abschuss nicht grundsätzlich ausschließt, hält die Tierrechtsorganisation Peta davon absolut gar nichts – weder jetzt noch im Herbst. Wildschweine seien hochintelligente und faszinierende Tiere, erklärt Peta-Mitglied Nadja Michler gegenüber watson:

"Den Abschuss eines Tieres ins Auge zu fassen, welches noch nicht einmal Menschen gefährlich wurde, ist grausam und völlig ungerechtfertigt."

Und es sind nicht nur moralische, sondern auch pragmatische Gründe, die aus ihrer Sicht gegen das gezielte Töten von vermeintlich problematischen Tieren spricht. "Die Jagd reguliert nicht. Im Gegenteil – Wissenschaftler weisen nach, dass die Jagd auf Wildschweine vielmehr zu einem Anstieg der Geburtenrate führt." Das liege daran, dass Verluste in der Population von den überlebenden Tieren rasch ausgeglichen oder gar überkompensiert würden. Solange das Gebiet des Sees attraktiv für die Tiere sei, werde das freigewordene Revier rasch von anderen Tieren belegt und das alte Problem tauche erneut auf. "Daher ist es unerlässlich, eine friedliche Koexistenz mit Wildtieren anzustreben", schlussfolgert die Sprecherin.

Es sei höchste Zeit für ein Umdenken. In der profitmaximierten Land- und Forstwirtschaft würden die Wildtiere kurzerhand zum Störfaktor degradiert und ausgelöscht. "Wildtiere aus Profitgier zu töten ist verwerflich und kontraproduktiv." Der Mensch nehme Wildtieren immer mehr ihren ursprünglichen Lebensraum. Aber, so die Sprecherin:

"Wildtiere haben ein Recht zu leben wie wir."

Das zuständige Forstamt in Berlin-Grunewald hat bisher nicht auf unsere Nachfrage reagiert. Sollte dies noch geschehen, werden wir die Antwort hier ergänzen.

Koko, der sprechende Gorilla ist tot 

Koko, der klügste Affe der Welt ist tot. Die Affendame, die mit mehr als 1000 Handzeichen kommunizieren konnte, ist am Mittwoch im Alter von 46 Jahren in Kalifornien gestorben, das berichtete die BBC.

Sie sei "im Schlaf gestorben", hieß es in einer Pressemitteilung der Gorilla Foundation.

Die Tierpsychologin Penny Paterson hatte Koko Gebärdensprache beigebracht. Sie soll bis zu 2.000 englische Wörter verstanden haben.

Paterson beschrieb Koko als eine Affendame mit großem Ego und einem noch …

Artikel lesen
Link zum Artikel