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Aldi Nord hat als erste Supermarktkette kürzere Öffnungszeiten angekündigt, um Energie zu sparen.Bild: IMAGO / STPP
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Supermarkt: Aldi Nord kürzt Öffnungszeiten – das plant die Konkurrenz

20.10.2022, 13:59
Helen Kleinschmidt
Helen Kleinschmidt
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Vor ungefähr zwei Monaten hat der Geschäftsführer der Supermarktkette Tegut, Thomas Gutberlet, grundsätzlich kürzere Ladenöffnungszeiten in Deutschland gefordert. Dafür warb er in einem Brief an die Regierungen der Bundesländer. Diese Maßnahme soll – auch angesichts der Energiekrise – dabei helfen, Ressourcen zu schonen.

In vielen Bundesländern haben Kund:innen noch den Luxus, zu späteren Uhrzeiten einkaufen gehen zu können. In NRW beispielsweise dürfen Supermärkte sogar bis Mitternacht öffnen. Aldi Nord möchte das als erste Supermarktkette jedoch ändern. Auf Twitter heißt es vom Presse-Account:

"Als erster Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland passt Aldi Nord die Öffnungszeiten zahlreicher Märkte an und leistet damit aktiv einen Beitrag zum Energiesparen. Ab 01.11.22 schließen diese Märkte um 20 Uhr. Dies gilt zunächst für die Winterzeit 2022/2023."

Watson hat bei einigen Supermarktketten nachgefragt, was sie von dem Vorhaben von Aldi Nord halten und ob sie diese Maßnahme ebenfalls umsetzen wollen.

Kürzere Öffnungszeiten: Das sagt Aldi Süd

Die südliche Version von Aldi schließt sich seinem Schwesterunternehmen bisher nicht an. Stattdessen richten die Filialen ihre "Öffnungszeiten nach den Bedürfnissen unserer Kundinnen und Kunden aus", wie eine Pressesprecherin der Unternehmensgruppe Aldi Süd auf Anfrage mitteilte. Dabei halte sich der Lebensmittelhändler "an gesetzliche Vorgaben und berücksichtigt bei Bedarf gesellschaftspolitische Themenstellungen". Es könnte also sein, dass der aktuelle Energieengpass in Zukunft Auswirkungen auf die Öffnungszeiten hat.

Kürzere Öffnungszeiten: Das sagen Rewe und Penny

Die Rewe-Gruppe positioniert sich hingegen deutlicher. "Eine Verkürzung der Öffnungszeiten zur Energieeinsparung wird bei Rewe und Penny nicht erwogen. Die damit erzielbare Energieeinsparung wäre marginal. Denn auf (Kälte-)Technik entfällt mehr als die Hälfte des Energiebedarfs unserer Märkte und ist unabhängig von den Öffnungszeiten", erklärt ein Pressesprecher.

Bei vielen Rewe-Filialen soll man nach wie vor zu den üblichen Öffnungszeiten einkaufen können.
Bei vielen Rewe-Filialen soll man nach wie vor zu den üblichen Öffnungszeiten einkaufen können.bild: Presse / rewe

Die politischen Vorgaben werden natürlich wie gefordert umgesetzt. Außerdem seien zusätzliche Maßnahmen "kontinuierlich in Prüfung" – was das konkret bedeutet, ist noch unklar.

Kürzere Öffnungszeiten im Supermarkt: Das sagt Edeka

Genauso wie die Rewe-Gruppe sieht Edeka "derzeit keinen Anlass, unseren Kund:innen einen reduzierten Service anzubieten". Auch hier falle der Großteil der Energie in den Märkten "nicht für Beleuchtung, sondern für die Kühlung der Produkte an".

Bei Edeka muss allerdings auch beachtet werden, dass die rund 3500 selbstständigen Kaufleute, die für die Filialen zuständig sind, eigenständig "über alle unternehmerischen Fragen, auch über die Gestaltung ihrer zahlreichen Energiesparmaßnahmen" entscheiden.

Bei Edeka entscheiden die für die Filialen zuständigen selbstständigen Kaufleute selbst über Energiesparmaßnahmen.
Bei Edeka entscheiden die für die Filialen zuständigen selbstständigen Kaufleute selbst über Energiesparmaßnahmen.bild: edeka / Thomas Schindel

So bestätigten erste Kaufleute bei Edeka gegenüber "Focus", "dass kürzere Öffnungszeiten unter der Woche eine mögliche Option seien, um knapp 15 Prozent der Kosten zu senken". Am Freitag und Samstag soll die Kundenfrequenz entscheiden.

Kürzere Öffnungszeiten im Supermarkt: Das sagt Kaufland

Die meisten Märkte von Kaufland haben von 7 bis 22 Uhr geöffnet. Daran soll sich auch erst einmal nichts ändern: "Eine Verkürzung unserer Öffnungszeiten ist aktuell nicht geplant", sagt ein Sprecher. Grund dafür sei, dass die längeren Öffnungszeiten "insbesondere den Berufstätigen" entgegenkommen würden.

Wie zahlreiche andere Händler auch hat Kaufland "in nahezu allen Filialen auf die stromsparende Beleuchtung mit LEDs umgestellt". Viele Neubauten und Modernisierungen werden außerdem mit Fotovoltaikanlagen ausgestattet, deren erzeugter Strom in der jeweiligen Filiale genutzt wird.

Kaufland und Lidl gehören beide zur Schwarz-Gruppe.
Kaufland und Lidl gehören beide zur Schwarz-Gruppe.Bild: IMAGO / aal.photo

Kürzere Öffnungszeiten im Supermarkt: Das sagt Lidl

Die Lidl-Filialen sollen Kund:innen "auch weiterhin während der gewohnten Öffnungszeiten zur Verfügung" stehen. Einen Grund liefert das Unternehmen jedoch nicht.

Seit dem ersten September sind außerdem die meisten beleuchteten Werbeschilder im Außenbereich abgeschaltet, genauso wie bei vielen anderen Supermarktketten.

Kürzere Öffnungszeiten im Supermarkt: Das sagt Tegut

Tegut-Geschäftsführer Thomas Gutberlet hatte die Diskussion rund um die Öffnungszeiten angeregt. Auf Nachfrage bestätigt Tegut, dass es aus ihrer Sicht wichtig sein, "dass die Diskussion zu den verkürzten Öffnungszeiten in Gang gekommen ist". Aktuell gebe es derzeit noch keine konkreten Pläne des Lebensmittelhändlers zur Kürzung von Ladenöffnungszeiten, sie seien aber bereits "in entsprechenden Gesprächen".

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