Die Girocard ist die meist genutzte Bankkarte in Deutschland.
Die Girocard ist die meist genutzte Bankkarte in Deutschland.Bild: IMAGO / Wolfgang Maria Weber
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EC-Karte: Girocard soll neue Funktionen bekommen – erste Details bekannt

11.12.2022, 09:32
Helen Kleinschmidt
Helen Kleinschmidt
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Für viele Bankkontoinhaber:innen in Deutschland stehen demnächst umfassende Änderungen an. Zuletzt teilte der US-Konzern Mastercard mit, dass er die Auslandszahlfunktion für Girokarten ab Juli 2023 abschaffen will. Nun sind jedoch neue Funktionen in Planung, die den Bezahlvorgang mit der EC-Karte, wie die Girocard noch oft genannt wird, erleichtern sollen.

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Das Maestro-Logo wird ab Juli 2023 von den Girokarten entfernt.Bild: IMAGO / Eibner

Neue Funktionen sollen In-App-Zahlungen ermöglichen

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) kündigte neue Funktionen für die Girocard an. Henriette Peucker, die Stellvertreterin des BdB-Hauptgeschäftsführers, klärt über die Details auf:

"Dabei geht es zum Beispiel um die Möglichkeit, eine Kaution zu hinterlegen, etwa bei der Reservierung eines Hotelzimmers oder eines Mietwagens. [...] Und auch darum, die Girocard konsequent auf das Smartphone zu bringen und so auch für In-App-Zahlungen zu öffnen."

Das neue System soll also ermöglichen, kontaktlos an der Kasse im Geschäft zu bezahlen, wie es bereits mit Apple Pay oder Google Pay möglich ist. Und wenn man über das Smartphone einen Kauf tätigen möchte, soll das zukünftig ebenfalls möglich sein.

Wann diese Neuerungen eingeführt werden, ist hingegen noch unklar. "Es ist noch nicht der Moment, einen festen Zeitplan zu nennen. Die Vorbereitungen laufen", erklärt Peucker.

Kosten für den Service noch nicht bekannt

Außerdem werde jedes Kreditinstitut selbst entscheiden, ob die Funktionen, wenn sie denn eingeführt sind, etwas kosten sollen. Doch es ist unwahrscheinlich, dass Kund:innen viel Geld dafür ausgeben werden müssen – wenn die Funktion nicht sogar gratis sein wird: "Bezahlfunktionen stehen im Wettbewerb, für Kunden gibt es Alternativen. Das ist allen bewusst", erläutert Henriette Peucker.

Die Alternativen sind eine große Konkurrenz: Mit Apple Pay und Google Pay ist das kontaktlose Bezahlen per Smartphone an der Kasse möglich, bei Online-Zahlungen ist das US-Unternehmen Paypal in Deutschland sehr beliebt. Peucker betont, dass es ihnen lediglich darum gehe, Lücken im Girocard-System zu schließen.

Das kontaktlose Bezahlen per Smartphone erfreut sich wachsender Beliebtheit.
Das kontaktlose Bezahlen per Smartphone erfreut sich wachsender Beliebtheit.bild: IMAGO / Westend61

Girocard läuft bei einigen Banken aus

Die Banken stellen sich derweil auf die Debitkarten-Umstellung vor. Die Girocard ist für DKB und ING ein Auslaufmodell, Kund:innen müssen hier also demnächst auf eine Debitkarte umsteigen. Hinter dieser stehen die US-Konzerne Mastercard und Visa.

Raiffeisen- und Volksbanken sowie Sparkassen planen wohl einen anderen Weg und wollen beide Systeme auf einer Karte vereinen. Die konkrete Umsetzung ist dabei noch nicht klar.

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Seit 2016 gilt innerhalb der Europäischen Union die Verordnung zur Absicherung der Netzneutralität. Seitdem werden Internetanbieter gesetzlich dazu verpflichtet, den gesamten Datenverkehr grundsätzlich gleichzubehandeln. Die Mobilfunkgesellschaften Telekom und Vodafone haben sich in der Vergangenheit allerdings nicht daran gehalten – und werden nun zur Verantwortung gezogen.

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