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Jobs mit Zukunft: Wie man den Verkehr nachhaltiger gestaltet

Motion blurred cyclists riding inside a city on a sunny day.
Was hat ein Meteorologie-Studium mit nachhaltigem Verkehr zu tun? Bild: iStockphoto / photoschmidt
Jobs mit Zukunft

Wie macht man eigentlich den Verkehr nachhaltiger?

In unserer Serie "Jobs mit Zukunft" werfen wir einen Blick auf Berufe, die für junge Menschen besonders spannend sind. Weil sie neu, zukunftssicher oder einfach anders sind. Oder weil sie die Welt auf irgendeine Weise besser machen.
11.07.2023, 08:1511.07.2023, 10:40
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Es gibt viele Wege, wie man dazu beitragen kann, die Welt noch vor dem Klima-Kollaps zu bewahren. Zum Beispiel durch einen Job im Umweltsektor. Da gibt es einige.

Einer von ihnen ist Franziska Bär. Sie arbeitet als Stellvertretende Koordinatorin Themenfeld 5 im Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV)-Expertennetzwerk. Im Interview mit watson erklärt sie, was hinter dieser komplizierten Jobbezeichnung steckt, wie sie die Verkehrsinfrastruktur grüner machen will und was ihre Arbeit mit Meteorologie zu tun hat.

Franziska Bär hat Meteorologie studiert – beschäftigt sich aber nicht mit dem Wetter.
Franziska Bär hat Meteorologie studiert – beschäftigt sich aber nicht mit dem Wetter.bild: privat

Watson: Franziska, wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Franziska Bär: Derzeit bin ich als stellvertretende Koordinatorin des Themenfelds "Erneuerbare Energien" im BMDV-Expertennetzwerk tätig. Im BMDV-Expertennetzwerk beschäftigen sich sieben Ressortforschungseinrichtungen mit Fragestellungen einer zukunftsgerechten Verkehrsinfrastruktur.

Mein Arbeitsalltag sieht so aus, dass ich zum Teil viel Koordinationsarbeit mache, je nachdem, in welcher Projektphase wir uns gerade befinden. Momentan kommen viele E-Mails und Telefonate rein, die ich abarbeite. Die Facharbeit macht mir aber besonders viel Spaß.

Was genau machst du da?

Da beschäftige ich mich mit der Datenauswertung und Analyse meteorologischer Daten im Kontext von Erneuerbaren Energien. Ein Beispiel wäre ein jährlich erscheinender Jahresrückblick energierelevanter Wetterelemente, in dem die Parameter Globalstrahlung und Windgeschwindigkeit in 100 Metern Höhe des vergangenen Jahres betrachtet werden. Ein weiteres Beispiel sind die im vergangenen Jahr erschienen Potenzialanalysen zu Geothermie, Kleinwindkraftanlagen und in Lärmschutzeinrichtungen integrierte Photovoltaikanlagen entlang der Verkehrsinfrastruktur.

Außerdem werte ich Daten aus und stelle sie für unsere Partner-Behörden des BMDV-Expertennetzwerks bereit. In der Zusammenarbeit mit den Partner-Behörden geben wir zum Beispiel Studien in Auftrag, um verkehrsträgerübergreifende Lösungen für eine klimagerechte Verkehrsinfrastruktur zu finden.

Wie bist du zu dem Job gekommen?

Ich habe einen Master of Science in Meteorologie gemacht. Und dass ich mich mit Erneuerbaren Energien beschäftige, kam dann tatsächlich erst durch meinen Job. Das Studium ist, wie wahrscheinlich alle naturwissenschaftlichen Studiengänge, recht breit aufgestellt. Danach hat man in Bezug auf Jobs viele Möglichkeiten. Ich bin aber sehr froh, dass ich im Bereich der Erneuerbaren Energien gelandet bin. Ich würde mir auch wünschen, dass ich in dem Bereich bleiben kann. Seit 21 Monaten bin ich jetzt beim Deutschen Wetterdienst und in dem Projekt seit 16 Monaten.

Wie wird die Verkehrsinfrastruktur fit für die Zukunft?
Wie wird die Verkehrsinfrastruktur fit für die Zukunft?Bild: iStockphoto / Canetti

Was hättest du nach deinem Studium noch machen können? Welche Chancen hattest du?

Bei Meteorologie denkt man vor allem an die Wettervorhersage, das ist aber nur ein Bereich des Meteorologie-Studiums. Nach dem Studium standen mir sehr viele Türen offen. Der Deutsche Wetterdienst war mein Wunsch-Arbeitgeber, da ich hier auch ein Praktikum während meines Studiums gemacht habe. Aber selbst im Deutschen Wetterdienst hat man noch viele verschiedene Möglichkeiten, sich zu spezialisieren – von der klassischen Wettervorhersage im Warn- und Vorhersage-Zentrum, bis hin zu Klima-Analysen.

Wenn man sich mit Erneuerbaren Energien beschäftigen will, könnte man auch in die Planung gehen und zum Beispiel bei einem Windparkbetreiber arbeiten. Auch die regionalen Stadtwerke kann man bei der Umstellung auf Erneuerbare Energien unterstützen. Und die Forschung gibt es natürlich auch noch – man kann zum Beispiel an der Uni bleiben und promovieren.

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Welche Eigenschaften braucht man, um deinen Job zu machen?

Eine fachliche Voraussetzung ist ein naturwissenschaftliches Studium, das steht immer in den Stellenausschreibungen. Und für den Job, den ich jetzt konkret mache, sind auch Datenanalyse-Kenntnisse und Spaß an der einfachen Programmierung wichtig. Außerdem muss man Strukturiertheit und Planungstalent mitbringen. Für das Studium braucht man ein großes Interesse an Physik, Mathematik und Informatik. Außerdem Durchhaltevermögen – in der Meteorologie gibt es eine ziemlich hohe Abbruchsquote. Man muss zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützten. Ohne meine Kommiliton:innen hätte ich das Studium niemals geschafft.

Ist Teamfähigkeit auch in deinem aktuellen Job wichtig?

Auf jeden Fall. Ich arbeite in einem Netzwerk und dort bauen wir alle aufeinander. Ansonsten wären unsere Projekte, die wir alle Hand in Hand umsetzen, gar nicht realisierbar. Dass man sich mit anderen abspricht und gemeinsam Lösungen erarbeitet, ist extrem wichtig.

Female professional giving a high five to her colleague in conference room. Group of colleagues celebrating success in a meeting.
Im Team arbeiten zu können, ist für Franziskas Job sehr wichtig.Bild: iStockphoto / jacoblund

Was kann man mit deinem Job im Sinne der Klimakrise bewegen?

Ich kann die Klimakrise sicher nicht durch meinen Job rückgängig machen. Aber mit meinem Job versuche ich, gemeinsam mit meinen Kolleg:innen im Expertennetzwerk, die Verkehrsinfrastruktur klimagerecht zu gestalten. In meinem Team versuchen wir gerade Punkte in einer Verkehrsinfrastruktur zu finden, wo Erneuerbare Energien gezielt genutzt werden können. Damit die Verkehrsinfrastruktur fit ist für die Zukunft, weniger Emissionen entstehen, und wir von fossilen Energieträgern wegkommen.

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