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Am 26. April wird sich der Sichtbarmachung von Lesben gewidmet.Bild: abaca / Ruiz Estelle/ABACA

"Lesbian Visibility Day": Social-Media-Kampagne macht lesbische Personen im Arbeitsleben sichtbar

26.04.2022, 16:48

Am 26. April ist der internationale "Lesbian Visibility Day" – oder auch "Tag der lesbischen Sichtbarkeit". An diesem Tag wird sich den Bedürfnissen und Lebenssituationen von Lesben gewidmet, um ihnen die Anerkennung zu geben, die ihnen im restlichen Jahr oftmals fehlt.

Denn in unserer Gesellschaft, in der Heterosexualität als Norm betrachtet wird, werden lesbische Personen in vielen Bereichen nicht wahrgenommen. Insbesondere im beruflichen Umfeld fehlt es oftmals an Repräsentation und geouteten Vorbildern.

#theLworksout für mehr Sichtbarkeit von Lesben

Um das zu ändern, hat der Lesben- und Schwulenverband (LSVB) wie jedes Jahr eine Social-Media Kampagne gestartet, die Minderheiten eine Stimme geben soll. Lesben werden hierbei dazu aufgefordert, unter dem Hashtag #theLworksout ein Bild von sich zusammen mit einem vorgefertigten Kampagnen-Schild zu veröffentlichen. Auf diesem ist das Wort für "visibles" – sichtbar – abgedruckt und Platz für das Firmenlogo des individuellen Arbeitgebers.

Der Lesben- und Schwulenverband erklärte in einer Pressemitteilung, dass sich der Hashtag aus einem Wortspiel zusammensetzt. Bei #theLworksout steht das "L" für "lesbisch" und mit der Kombination aus "Work" und "Out" soll die Sichtbarkeit von Lesben in der Arbeitswelt unterstrichen werden. Zum anderen bedeutet der Hashtag übersetzt etwa "Das L funktioniert".

Kampagne macht Lesben in unterschiedlichen Arbeitsbranchen sichtbar

Der Lesben- und Schwulenverband sowie die "Prout At Work Foundation" haben die Beiträge der Teilnehmenden gesammelt und als Collage auf ihren Social-Media-Kanälen veröffentlicht. Darauf zu sehen sind freudig strahlende Frauen, die stolz das Kampagnenschild mit dem Schriftzug "Visibles #theLworksout" in die Kamera halten. Und auf den ersten Blick wird schnell klar: Lesben gibt es in jeder Altersklasse und sie sind in jeder Branche vertreten – egal ob bei der Bank, in der Bäckerei oder im Labor.

"Lesben werden sowohl mit ihren Potentialen als auch mit ihren spezifischen Ausgrenzungserfahrungen ignoriert oder nur unzureichend wahrgenommen. Das muss sich ändern!", forderte der Lesben- und Schwulenverband unter seinem Beitrag auf Instagram.

"In vielen Netzwerken sind lesbische Personen in der Minderzahl"

"Es gibt bis heute wenige sichtbare lesbische Vorbilder – insbesondere im Business-Kontext. In vielen Netzwerken sind lesbische Personen in der Minderzahl", schrieb die Prout At Work Foundation auf ihrem Instagram-Kanal, gemeinsam mit einigen ausgewählten Fotos der Kampagne. "Dadurch fehlen die Bezugspersonen für neue und jüngere Kolleginnen und Kollegen."

Ihr Ziel sei es deshalb, offen lesbischen Personen zu stärken "und gemeinsam durch eine große Anzahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern Sichtbarkeit" zu schaffen. Außerdem solle durch die Kampagne "die Vielfalt lesbischer Personen" verdeutlicht werden.

20% der lesbischen Frauen wurden im vergangenen Jahr am Arbeitsplatz diskriminiert

Eine von der EU-Grundrechteagentur veröffentlichte Studie, an der etwa 3.100 lesbische Frauen aus Deutschland teilgenommen haben, hat gezeigt, dass viele Mitglieder de LGBTQIA*-Community weiterhin von Gewalt und Diskriminierung betroffen sind – nicht nur im Internet und auf der Straße, sondern auch am Arbeitsplatz.

Der LGBTI-Survey hat ergeben, dass 7 Prozent der Lesben am Arbeitsplatz nicht geoutet sind. Bei der Jobsuche haben 8 Prozent der lesbischen Frauen in den letzten 12 Monaten Diskriminierung erfahren und 20 Prozent der lesbischen Frauen wurden im letzten Jahr am Arbeitsplatz diskriminiert. Und selbst, wenn Frauen nicht aktiv diskriminiert wurden, so wurde sich dennoch nicht für sie eingesetzt: 31 Prozent der befragten Lesben haben angegeben, in den letzten fünf Jahren am Arbeitsplatz nie Unterstützung und Verteidigung ihrer Rechte erfahren zu haben.

(fw)

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