Neues Jahr, neues Zuhause – Influencer Theo Carow lebt jetzt in Köln.
Neues Jahr, neues Zuhause – Influencer Theo Carow lebt jetzt in Köln.bild: privat
Interview

"Fleischproduktion ist eine Umweltkatastrophe": Influencer Theo Carow im Interview

18.04.2022, 13:0718.04.2022, 13:11

Seit Mitte März erscheint das neue Joyn Original "Camps for Future": die Comedy-Serie zeigt sieben Jugendliche, die sich auf humorvolle Art mit der Klimakrise auseinandersetzen, während jede*r von ihnen das alltägliche Teenager-Gefühlschaos durchlebt. In den Hauptrollen sind Jonas Ems, Jonas Wuttke, Tua El-Fawwal sowie der Influencer Theo Carow.

Für Theo ist es dabei das erste Mal, dass er für eine Comedy-Serie von Joyn vor die Kamera tritt. Bekannt wurde der Influencer zunächst als Skater, dann wurde er zum veganen Surferboy und schließlich Teil der Berliner WhyNils-Crew auf sämtlichen sozialen Plattformen: Egal ob Youtube, Instagram oder Tiktok – Theo lässt Fans aus der ganzen Welt an seinem Leben teilhaben. Er zeigt ihnen, wie man vegane Pancakes backt, coole Fotos mit einer Einwegkamera schießt oder ein Hochbett baut.

Dabei zeigt sich der Youtuber auch mal verletzlich. Mit seinen Freunden kuschelt er. Wenn er traurig ist, laufen bei ihm auch mal die Tränen und über Gefühle zu sprechen ist für ihn kein Tabu – genauso wenig, wie Nagellack und Schmuck. Seine über zwei Millionen Follower bewundern ihn dafür, dass toxische Männlichkeit ihm fremd zu sein scheint.

Doch nicht allen gefällt seine "Softness". Schon mehrfach hat er in der Vergangenheit Hass erfahren und musste sich gegen Vorurteile zur Wehr setzen.

Im Interview mit watson spricht Theo offen darüber, was hinter seinem Umzug nach Köln steckt – und warum er sein neues Zuhause schnell ins Herz geschlossen hat. Außerdem erklärt er, wieso Veganismus schon lange "kein Flex" mehr ist und wie er mit den heftigen Queerbaiting-Vorwürfen, die ihm entgegengebracht wurden, umgegangen ist.

watson: Du hast gerade eine Corona-Infektion überstanden, ging es dir sehr schlecht in der Zeit?

Theo Carow: Ja, das war ziemlich scheiße. Besonders bitter war es deshalb, weil ich vorher noch bei einem Interview in Berlin erzählt hatte, dass ich kein Corona bekommen habe, weil ich einfach ein main character bin. Und drei Tage später habe ich es dann bekommen – wurde bestraft vom Schicksal.

Wie hast du die Zeit in Quarantäne verbracht? Wie ging es dir psychisch währenddessen?

Ich war alleine in Isolation, das war echt nicht so toll. Viele Leute waren ja mit ihren Eltern oder ihrem Partner zusammen, aber sechs oder sieben Tage ganz alleine zu Hause in Quarantäne zu sein, war echt hart. Ich hatte vor allem die ganze Zeit so einen "Gehirnnebel". Das hat die Zeit noch ätzender gemacht, weil mein Kopf so langsam und verwirrt war. Ich bin echt froh, dass das vorbei ist.

Ich drücke dir die Daumen, dass du gesund bleibst! Lass uns passend dazu über deine Ernährung sprechen – warum ernährst du dich vegan?

Ich ernähre mich jetzt seit fünf Jahren vegan. Irgendwann verliert man dafür ein bisschen das Zeitgefühl, weil es dann einfach normal ist. Ich vergesse manchmal, dass ich auch mal nicht vegan gelebt habe, weil es heute fest in meinen Alltag integriert ist. Ich habe früher viel Leistungssport betrieben und habe mir eine Reihe von Dokus angeschaut. In denen ging es darum, wie vegane Ernährung dabei helfen kann, seine sportlichen Ziele zu erreichen. Das hat mich dazu gebracht, mich mit veganer Ernährung zu beschäftigen. Und als ich mich schon vegan ernährt habe, ist mir dann auch die ethische Seite immer bewusster geworden – denn natürlich möchte ich keine Tiere verletzen oder unterdrücken.

"Von Influencern bis Gangsterrappern – heute sind ganz unterschiedliche Menschen vegan."

Ist es jetzt leichter, sich vegan zu ernähren, als noch vor fünf Jahren?

Meinem Gefühl nach gab es vor fünf Jahren nur Tofu und Sojamilch. Natürlich gab es noch mehr vegane Produkte, aber nicht in der Masse, in der sie jetzt überall zu finden sind. Und auch in der Gesellschaft erkenne ich einen Wandel: Vor fünf Jahren waren Veganer noch oft ausgeschlossen, mittlerweile sind sie fest in der Gesellschaft verankert. Von Influencern bis Gangsterrappern – heute sind ganz unterschiedliche Menschen vegan.

Wie sieht es in deinem Freundeskreis aus, leben da auch viele vegan?

Ja, ich weiß aber nicht, ob es daran liegt, dass ich mir diese Leute gezielt aussuche, oder ob einfach so viele Leute vegan oder vegetarisch sind, dass es so kommen musste. Das Thema ist auf jeden Fall bei meinen Freunden sehr präsent.

Ist das nicht vielleicht auch eine Art Bubble, in der du dich befindest?

Es ist sicherlich ein Bubble-Thema. Früher wurde mir auch oft vorgeworfen, dass Veganismus etwas Privilegiertes ist. Ich habe das nie verstanden, denn sich vegan zu ernähren, ist überhaupt nicht teuer. Gemüse ist doch billiger als ein Steak. Ein Privileg ist es eher, die Zeit zu haben, um sich damit auseinandersetzen zu können, wie man sich ernährt. Manche Menschen können das nicht, sie sind ständig bei der Arbeit und müssen nebenbei noch fünf Kinder großziehen.

Würdest du eine Person daten, die Fleisch isst?

Das ist für mich kein Ausschlusskriterium. Damit habe ich mal einen großen Streit in der veganen Community angezettelt, deswegen fühle ich mich da heute auch nicht mehr so zu Hause. Es war mir immer egal, wie sich die Menschen in meinem Umfeld ernähren. Auch weil ich glaube, dass man so andere Menschen nicht von der veganen Ernährung überzeugen kann, wenn man sie einfach ignoriert oder meidet.

"Es gibt ganz offensichtlich keine guten Gründe dafür, tierische Produkte zu essen."

Du bist also eher nicht der Typ, der beim Familienessen einen Streit über Ernährung anfängt?

Streit auf keinen Fall, eine konstruktive Diskussion würde ich aber schon führen. Mittlerweile bin ich gut mit Fakten und Wissen gewappnet und freue mich darüber, wenn ich andere Leute damit überzeugen kann. Denn es gibt ganz offensichtlich keine guten Gründe dafür, tierische Produkte zu essen, aber trotzdem lasse ich jeden für sich selbst entscheiden. Wenn jemand mal meine leckeren veganen Sachen probieren möchte, gebe ich immer gerne etwas ab. Das ist der Weg, den ich eingeschlagen habe.

Radikale Veganer verstehst du also nicht?

Doch, ich verstehe auch die Menschen, die sich radikal dafür einsetzen. Denn es werden einfach Milliarden von Tieren am Tag umgebracht und das kann man eigentlich kaum aushalten. Deswegen kann ich es auch verstehen, wenn man Aktivismus in diesem Gebiet betreibt.

"Dass Fleischproduktion eine riesige Umweltkatastrophe ist, an der ich jetzt nicht mehr partizipiere, ist ein sehr cooler Nebeneffekt."

Ist der ethische Aspekt für dich also der wichtigste Grund für die vegane Ernährung?

Es gibt viele Gründe, die für Veganismus sprechen. Für mich persönlich steht aber das Wohl der Tiere an erster Stelle, zumindest mittlerweile. Dass Fleischproduktion gleichzeitig auch noch eine riesige Umweltkatastrophe ist, an der ich jetzt nicht mehr partizipiere, ist natürlich ein sehr cooler Nebeneffekt. Und auch auf meine Fitness und meinen Schlaf hat die vegane Ernährung positive Effekte.

Ist die vegane Ernährung nur ein Trend, den viele für Likes und Klicks nutzen?

Ich glaube, dass man Veganismus als Flex benutzt hat, ist schon ein bisschen her. Heute beeindruckt man damit niemanden mehr. Es ist einfach in der Mitte der Gesellschaft angekommen, was man auch daran merkt, dass nicht mehr so viele Witze über Veganer gemacht werden.

Du bist vor Kurzem von Berlin nach Köln gezogen, merkst du einen Unterschied in Bezug auf die veganen Angebote in den Städten?

Das Angebot ist in Köln auf jeden Fall kleiner. Berlin ist und bleibt die vegane Hochburg Deutschlands, wenn nicht sogar Europas. Natürlich gibt es auch in Köln allerlei leckere vegane Sachen zu finden, aber vor allem die sehr breit gefächerte vietnamesische Küche in Berlin ist einfach einzigartig. Wenn ich mir in Köln etwas zu Essen bestelle, greife ich immer wieder auf die gleichen Restaurants zurück.

"Letztendlich ist es egal, ob du in Eisenhüttenstadt oder in Berlin aufwächst – irgendwann bist du deiner Heimatstadt überdrüssig."

Warum hast du die Hauptstadt eigentlich verlassen?

Ich bin ja in Berlin groß geworden und habe jetzt nach so vielen Jahren die Stadt einfach sattgehabt. Letztendlich ist es egal, ob du in Eisenhüttenstadt oder in Berlin aufwächst – irgendwann bist du deiner Heimatstadt überdrüssig. Und zufälligerweise bin ich auch noch aus meinem Mietvertrag rausgeflogen und habe mich mit den Leuten zerstritten, mit denen ich am meisten Kontakt hatte in Berlin. Das hat dazu geführt, dass ich mich neu orientiert habe.

Also ging es für dich nach Köln.

Erstmal bin ich tatsächlich für ein Projekt nach Ibiza gezogen, aber das war nicht das Richtige für mich. Ich steckte in einer Zwickmühle, weil ich allen Bekannten in Berlin gesagt hatte, dass ich wegziehe, deswegen wollte ich nicht wieder zurückkommen. Ich musste nicht lange überlegen und habe dann gemeinsam mit meiner Assistentin und sehr guten Freundin entschieden, nach Köln zu ziehen. Ich hatte dort schon viele Freunde und es leben viele Leute in Köln, die Youtube machen. Außerdem kommt meine Familie aus dem Ruhrgebiet und deswegen hat das sehr gut gepasst.

Wie geht's dir bisher in Köln?

In Köln fühle ich mich echt wohl, ich habe extrem schnell Anschluss gefunden. Das ist in Berlin schon schwieriger, die Leute sind verschlossener. Die Kölner haben mich direkt mit offenen Armen in ihrer Community empfangen, meine Wohnung mag ich auch echt gerne und ich glaube, vor mir liegt ein toller Sommer.

"In Köln ist man schon länger schwul als in Berlin."

Wo du gerade von Community sprichst: Wie empfindest du denn die queere Community in Köln – bist du ein Teil davon?

Mein Freundeskreis hier ist sehr gemischt, ich habe einige straighte Freunde, aber auch viele diverse. Und ich gehe generell lieber in gay Bars und gay Clubs, sowohl in Berlin als auch in Köln. Die Community ist aber schon unterschiedlich in den beiden Städten. In Berlin ist sie eher funky, extrovertiert, neu und auch krass – wenn man jetzt zum Beispiel an KitKat oder das Berghain denkt. Das ist in Köln anders, der Karnevaleinfluss ist hier deutlich zu spüren. Viele meiner gay friends haben zum Beispiel immer Kostüme an. Insgesamt ist die Community hier eher alteingesessen, also in Köln ist man schon länger schwul als in Berlin. Man sieht hier auch öfter schwule ältere Paare, aus der Boomer-Generation. In Berlin ist mir das nicht so stark aufgefallen.

Wo wird man weniger angeschaut, wenn man sich anders kleidet als der Mainstream, in Berlin oder in Köln?

Berlin hatte mal den Ruf vor zehn Jahren, dass man in der U-Bahn anziehen kann, was man will und nicht angeguckt wird – das stimmt einfach nicht mehr. Berlin hat sich auch sehr verändert, ist international und "cool" geworden. In Köln ist das entspannter, besonders eben durch den Karnevaleinfluss.

Feierst du denn Karneval?

Ja, jetzt schon. Vor meinem Umzug war ich schon ein großer Fan, aber jetzt will ich das auf jeden Fall noch mehr erkunden. Ich finde das eine coole Angelegenheit. Halloween finde ich zum Beispiel auch super, Verkleiden macht mir einfach Spaß!

"Muss ich nur, weil ich queeren Content mache, über meine eigene Sexualität öffentlich sprechen?"

Du trägst ja auch auf vielen deiner Fotos und Videos Kleidung, greifst gerne mal zu Nagellack und Make-up, was auf manche extravagant wirkt. Einige Menschen haben dir dann vorgeworfen, Queerbaiting zu betreiben. Daraufhin hast du dich als bisexuell geoutet. Hast du dich zu diesem Outing gezwungen gefühlt?

Grundlegend ja. Ich habe dazu sehr gemischte Gefühle, denn von Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, wird oft erwartet, dass sie zu bestimmten Themen Stellung beziehen. Die Sexualität ist aber ein sehr intimes und persönliches Thema. Die Frage ist: Muss ich nur, weil ich queeren Content mache, über meine eigene Sexualität öffentlich sprechen? Ich habe es jetzt gemacht, weil es für mich einfacher war. Ich wollte mit dem Thema sowieso rausrücken und bin generell auch stolz darauf, bi zu sein und dazu stehen zu können. Trotzdem wurde ich dazu gedrängt und mein Outing war die einzige Antwort, die ich zu diesem Zeitpunkt auf die Vorwürfe geben konnte.

Queerbaiting – was ist das?
Queerbaiting bedeutet in etwa "einen queeren Köder auszuwerfen". Es geht darum, dass beispielsweise in Film- und Fernsehproduktionen angedeutet wird, eine Figur sei queer – später stellt sich dann aber heraus, dass es doch nicht so ist. Ein Beispiel für Queerbaiting ist auch ein Unternehmen, das für eine bestimmte Zeit – zum Beispiel während des Pride Months – mit einem Regenbogen oder anderen queeren Symbolen für sich wirbt, sich außerhalb dieser Zeit aber nicht für die Rechte der LGBTQ+-Community einsetzt.
"Harry Styles hat keine Lust, sich zu labeln und die Leute akzeptieren es, bei mir ging das leider nicht."

Hättest du dich also lieber nicht dazu positioniert?

Ich finde, das ist ein sehr deutsches Problem. Bei Harry Styles zum Beispiel ist es auch relativ klar, dass er Teil der LGBTQ+-Community ist, er lackiert sich die Fingernägel – genau wie ich. Harry Styles hat keine Lust, sich zu labeln und die Leute akzeptieren es, bei mir ging das leider nicht. Aber vielleicht reagiere ich auch nur sensibler auf Hate und Druck, der von außen kommt. Es gab eine ganze Queerbaiting-Vorwurf-Welle in Deutschland letzten Winter, die ist zum Glück jetzt ein bisschen abgeflacht, weil wirklich viele Leute zum Outing gezwungen wurden.

@theoschaos

Es ist an der Zeit, drüber zu reden.

♬ original sound - theo‘s chaos

Billie Eilish zum Beispiel wurde auch Queerbaiting vorgeworfen, nachdem sie das Musikvideo zu ihrer Single "Lost Cause" veröffentlicht hat, in dem sie mit anderen Frauen kuschelt und tanzt.

Also ich finde diese ganzen Queerbaiting-Vorwürfe einfach große Scheiße! Solange ich kein Video mache, in dem ich so tue, als hätte ich einen festen Freund, obwohl ich eigentlich hetero bin, nur um mehr Klicks zu bekommen, ist jegliche Form von Austesten total okay. Und das sollte langsam in der Gesellschaft ankommen. Ich habe oft Videos gemacht, die einen queeren Touch haben, zum Beispiel habe ich mir einen Lidstrich gezogen, die Fingernägel lackiert oder ähnliches. Das habe ich aber nicht für die queere Community gemacht, sondern für Kids in Brandenburg, die sehen sollen, dass es okay ist, sich so zu stylen, wie man sich wohlfühlt. Dass mir ausgerechnet aus solchen Videos ein Strick gedreht wird von der Community, zu der ich selbst gehöre, hat sich mega scheiße angefühlt.

"Queersein kann tausend verschiedene Facetten haben."

Also hättest du die Vorwürfe auch ungerechtfertigt gefunden, wenn du heterosexuell wärst?

Voll. Ich bin mir sicher, dass man sich mit diesem Statement viele Feinde macht. Aber ich glaube, man kann auch queer sein, ohne lesbisch, schwul oder bisexuell zu sein. Queersein bedeutet mehr als das und kann tausend verschiedene Facetten haben. Es ist doch albern, dass es Menschen aus der queeren Community so leid sind, sich in Schubladen stecken zu lassen und gleichzeitig labeln und verurteilen sie selbst die Menschen um sich herum. Das Gleiche gilt zum Beispiel auch für das Festlegen von Pronomen in sozialen Netzwerken. Ich finde, wir müssen damit aufhören, Leute dazu zu zwingen, sich zu kategorisieren. Wer sich ein Label oder ein Pronomen zuschreiben will, darf das ja machen – aber es sollte eine persönliche Entscheidung sein.

Du hast gerade gesagt, du erstellst queeren Content auch für Kinder und Jugendliche, die damit sonst nicht in Berührung kommen, weil sie zum Beispiel in Brandenburg auf dem Dorf leben. Hast du von ihnen auch positive Rückmeldungen auf dein Outing bekommen?

Ja, ganz viel. Und das ist es auch, was am Ende für mich zählt. Die Hater müssen mir egal sein – auch wenn das natürlich leichter gesagt ist als getan, weil die negativen Stimmen immer lauter sind als die positiven. Ich bekomme auch heute noch täglich lange Nachrichten von Jungs, die mir schreiben, dass meine Videos ihnen beim Outing geholfen haben. Das ist eine gigantische Bereicherung für mein Leben.

Hast du einen Tipp für den 13-jährigen schwulen Jungen vom Land, der nicht weiß, wie er es seinem Umfeld sagen soll?

Was mir am meisten geholfen hat bei dem Thema waren meine Familie und meine Freunde. Natürlich ist es gerade in ländlichen Gebieten schwieriger, dort wo Tradition ganz großgeschrieben wird. Das Internet ist da ein echtes Geschenk, weil man auf Tiktok, Youtube und Instagram einfach queere Inhalte anschauen kann, die einen bestärken. Außerdem kann man – wenigstens online – Teil einer Community werden, Kontakte knüpfen und sich so selbst finden.

Glaubst du, dass diese digitalen Plattformen bei der Selbstfindung helfen können?

Total! Und ich denke auch, dass es hilfreich ist, wenn immer mehr Stars sich outen, weil sie so viele Menschen erreichen. Und wenn man nicht weiß, wie man seinen Eltern erklären soll, was man fühlt, kann man ihnen ein Youtube-Video zeigen, das einem vielleicht selbst geholfen hat. Genau deswegen sollten auch heterosexuelle Menschen queeren Content machen dürfen. Damit man sich auch auf dem Dorf die Fingernägel lackieren darf, ohne als schwul zu gelten und dafür Hate erfahren muss.

Würdest du dich als Aktivist für gesellschaftliche Diversität, vegane Ernährung oder Nachhaltigkeit bezeichnen?

Aktivistinnen sind für mich eher Luisa Neubauer oder Greta Thunberg. Menschen, die auf die Straße gehen, Demos organisieren und dadurch etwas bewegen. Ich freue mich zwar, wenn ich an Aktionen teilnehmen und zum Beispiel ein paar Schweine aus ihren Käfigen befreien kann – ganz legal natürlich – aber ich würde mich nicht als Aktivisten bezeichnen, leider.

Und dennoch hilfst du ja vielen Menschen mit deinem Content.

Das stimmt, aber dieser Aktivismus-Titel gebührt einfach diesen tollen Menschen, die noch mehr machen.

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