ARCHIV - 02.07.2022, Mecklenburg-Vorpommern, Stralsund: Fahrg
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen schlägt ein 69-Euro-Ticket vor.Bild: dpa / Stefan Sauer
Mobilität & Verkehr

Das 69-Euro-Ticket: "Wenn es sich alle leisten können, ist es zu billig" – so reagiert das Netz

17.07.2022, 16:4720.07.2022, 14:41

Noch befindet sich das 9-Euro-Ticket in 31 Millionen Brieftaschen oder Smartphones. Ab September jedoch verliert es seine Gültigkeit, dann muss eine Alternative her. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat sich nun für ein 69-Euro-Ticket ausgesprochen, welches bundesweit für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gelten soll. Ein Vorschlag, der sogleich in den Twitter-Trends gelandet ist.

Ein 69-Euro-Ticket würde fast das Achtfache der aktuellen Monats-Fahrkarte kosten. Andererseits wäre es noch immer günstiger als viele der üblichen Abonnements. Zudem wolle man mit dem höheren Preis bestimmte Aufgaben bewältigen: Das Ticket soll einerseits so günstig sein, dass es die Leute veranlasst, ihr Auto stehenzulassen. Andererseits müsse es reichen, um in eine bessere Infrastruktur zu investieren.

Ob der erste Punkt jedoch bei 69 Euro funktionieren würde, zweifeln bereits viele an. Auf Twitter finden sich eindeutige Stimmen dazu.

Die Meinungen über den Preis gehen weit auseinander

Humor, Kritik und Spott: Obwohl das 69-Euro-Ticket noch lange nicht da ist, hat es auf Twitter bereits die große Runde gemacht. Viele Nutzerinnen und Nutzer sind der Meinung, dass ein bundesweites Anschluss-Ticket grundsätzlich gut, der Preis jedoch viel zu hoch sei. So twittert etwa Greenpeace, dass sich armutsbetroffene Menschen das Ticket nicht leisten könnten.

Ebay-Kleinanzeigen bringt das noch etwas schlagkräftiger auf den Punkt.

Auch die Autorin Annika Brockschmidt schließt sich dem an, geht aber noch einen Schritt weiter. Für sie klinge der Vorschlag danach, dass Menschen mit geringerem Einkommen sogar gezielt ausgegrenzt werden sollen, um damit den überfüllten Bahnverkehr zu verhindern. Stattdessen solle aber eher die Infrastruktur verbessert werden.

Alexander Salomon von Bündnis 90/Die Grünen macht hingegen einen Vorschlag, wie man aus dem 69-Euro-Ticket ein gerechteres Angebot machen könnte. Die Zustimmung seiner Followerschaft ist dafür groß.

Einige User nehmen es mit Humor

Mit Humor lässt sich das Thema offenbar ebenso gut durchkauen: So hat das Satiremagazin "Extra 3" eine ironische Befragung in der Gemeinde Rögnitz durchgeführt. Sie wollten wissen, wie sehr die Menschen dort vom 9-Euro-Ticket profitieren. Das Ergebnis: Wo die Infrastruktur quasi nicht existiert, werden wohl weder 9 Euro noch 69 Euro etwas ändern können.

Satirisch kommentiert die "ZDF Heute-Show" die Debatte: "Wenn es sich alle leisten können, ist es zu billig."

Natürlich darf in einem Twitter-Stimmungsbild auch El Hotzo nicht fehlen, der aus dem 69-Euro-Angebot folgende Schlussfolgerung zieht:

Auch Bernd Riexinger von der Linken klinkt in die Diskussion ein, der ebenfalls darauf hinweist, dass ein zu hoher Preis Menschen mit weniger Einkommen ausschließen würde. Das 9-Euro-Ticket habe dagegen geholfen.

Dass generell ein vergünstigtes Angebot diskutiert wird, trifft auf breite Zustimmung. Was jedoch den Preis betrifft, kann man noch nicht von einem Konsens sprechen.

(ras)

Deutsche Bahn verbannt Kult-Produkt aus den Zügen

Die Deutsche Bahn hat es sich zum Ziel gemacht, sich mehr auf Nachhaltigkeit zu konzentrieren. Als Konsequenz daraus nimmt das Unternehmen nun eines seiner Kult-Produkte aus den Zügen.

Zur Story