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Streik bei Lufthansa und der Deutschen Bahn: Was wird aus dem Osterurlaub?

Lufthansa bringt die A380 zur
Ob der Urlaubsflieger tatsächlich abhebt, steht momentan in den Sternen.Bild: IMAGO/Arnulf Hettrich
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Streik bei Lufthansa und Deutsche Bahn: Fällt der Osterurlaub ins Wasser?

14.03.2024, 11:40
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Bald schon ist es so weit – die lang ersehnten Osterferien stehen endlich an. Die perfekte Möglichkeit für den ersten Urlaub des Jahres möchte man meinen. Doch wer seine Fernreise mit dem Flieger, oder selbst die Zugfahrt an die Ostsee oder nach Zürich schon gebucht hat, dürfte jetzt um seine Reise bangen.

Denn ob Bahn, Flugzeug oder ÖPNV – die Streikwelle in Deutschland ebbt derzeit nicht ab. Was das für deinen Urlaub bedeuten könnte und wer, wo, wie lange streiken könnte, hat watson für dich aufgedröselt.

Streik an Flughäfen: War's das mit der Fernreise?

Wegen Warnstreiks des Luftsicherheitspersonals an fünf Flughäfen können an diesem Donnerstag erneut mehrere Zehntausend Passagiere nicht wie geplant reisen. Betroffen sind die Flughäfen in Berlin, Hamburg, Köln/Bonn, Stuttgart und Karlsruhe/ Baden-Baden.

Streik der Flugbegleiter Gewerkschaft UFO am Flughafen M�nchen Die Gewerkschaft des Kabinenpersonals streikt am 13.03.2024 am M�nchener Franz-Josef-Strau� Flughafen von 4 Uhr bis 23 Uhr bei den Flugge ...
Aufgrund der Streiks könnte der Urlaub ins Wasser fallen.Bild: IMAGO/Ardan Fuessmann

Und auch für Freitag gibt es bereits einen Streikaufruf für die Luftsicherheitskräfte: Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi sollen dann an den Flughäfen Hannover, Dortmund, Weeze, Dresden und Leipzig keine Abflüge und Ankünfte möglich sein.

Sind weitere Streikwellen an Flughäfen zu befürchten?

Sonderlich hoffnungsvoll lassen einen diese Aussichten nicht stimmen. Tatsächlich ist schwer vorherzusagen, wie lange die Streikwelle an den Flughäfen noch andauern wird. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die Lage so unübersichtlich ist. Für das Bodenpersonal der Lufthansa etwa verhandeln der Konzern und Verdi derzeit.

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Zusätzlich verkompliziert wird der Tarifkonflikt bei der Lufthansa laut der Tagesschau derzeit durch die Konkurrenz von UFO und Verdi. Die 1992 gegründete Unabhängige Flugbegleiter-Organisation (UFO) vertritt ausschließlich Flugbegleiter:innen, die vorrangig bei Condor und im Lufthansa-Konzern beschäftigt sind. In einzelnen Flugbetrieben konkurriert sie mit Verdi, die ebenfalls das fliegende Personal organisieren will.

Mit Blick auf die nächsten Wochen wird nach der Urabstimmung der Kabinengewerkschaft UFO jetzt wohl zunächst weiter gestreikt. Die Lufthansa forderte unterdessen zu weiteren Verhandlungen auf. Inwieweit die Streiks auch in den nächsten Wochen anhalten werden, bleibt dementsprechend abzuwarten.

Streiks bei der Deutschen Bahn: Fallen die Züge aus?

Nach dem letzten und bereits sechsten Streik der Lokführergewerkschaft GDL in diesem Jahr rollen seit Mittwoch wieder die Züge im Personenverkehr. Im Güterverkehr hatte der Streik früher begonnen und endete auch am Dienstagabend eher.

Weil die GDL mit weiteren Streiks gedroht hat, hat die Deutsche Bahn bereits versucht, juristisch gegen eben diese "Wellenstreiks" vorzugehen – jedoch ohne Erfolg. Das Instrument der "Nadeltaktik", sagten die Richter:innen, sei zulässig.

Das bedeutet auch: Wie es mit den sogenannten "Wellenstreiks" bei der Deutschen Bahn weitergehen wird, ist unklar. Verhandlungen zwischen der Bahn und der Gewerkschaft um Claus Weselsky laufen derzeit jedenfalls nicht. Zwar lud die Bahn die GDL erneut zu Gesprächen ein, die Gewerkschaft lehnte jedoch ab.

Ihre Forderung: Erst müsste die Bahn ein besseres Angebot auf den Tisch legen, bevor sie zu weiteren Verhandlungen bereit seien. Das wiederum lehnte die Bahn ab und verwies auf das Kompromisspapier der Moderatoren, das den Forderungen der GDL allem voran mit Blick auf die Wochenarbeitszeit bereits sehr nahekommt. Eine formelle Schlichtung könnte den Stillstand lösen, doch das wiederum lehnt die GDL ab. Ein Teufelskreis.

Streik bei der Bahn: Sollte man den Osterurlaub ausfallen lassen?

Für Reisende der Deutschen Bahn bedeutet das, dass sie sich auch weiterhin jederzeit auf kurzfristige Streiks einstellen müssen. Denn die Taktik der "Wellenstreiks" ermöglicht es der GLD, von heute auf morgen zu streiken, was der Bahn nicht genügend Zeit gibt, um Notfahrpläne zu erstellen.

Gegenüber Deutschlandfunk Nova erklärte der Streikforscher Alexander Gallas mit Blick auf den Osterurlaub:

"Ich würde für die Osterreise mit der Bahn eher kurzfristig planen. Das werde ich an Ostern auch so machen."

Im Falle eines Streiks an Ostern, so empfiehlt der Experte, solle man pragmatisch reagieren. Reisende sollten sich vorab informieren und – sollte die Bahn tatsächlich nicht fahren – bereit sein, umzuplanen.

Denn dass es Streiks über Ostern geben könnte, hat zumindest GDL-Chef Claus Weselsky nicht ausgeschlossen. Wer keine Lust hat, an überfüllten Bahnhöfen oder irgendwo im Nirgendwo zu stranden, sollte vielleicht besser gleich zu Hause bleiben. Sicher ist sicher.

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