Leben
Panorama

Afghanistan: Auswärtiges Amt empfiehlt Touristen, Testament zu machen

240518 -- BAMYAN, May 18, 2024 -- This photo taken on May 18, 2024 shows a local market near the scene of a shooting attack that killed three Spanish nationals on the previous day in Bamyan City, cent ...
Auf einem Basar im afghanischen Bamijan ist auf Touristen geschossen worden.Bild: IMAGO images/Xinhua
Leben

Tödlicher Angriff in Afghanistan: Touristen wird Testament empfohlen

20.05.2024, 08:50
Mehr «Leben»

Afghanistan hat mit seiner atemberaubenden Landschaft und der kulturellen Vielfalt viele Vorzüge, ist wegen der politischen Lage jedoch eines der gefährlichsten Länder der Welt. Trotzdem: Seit der Machtübernahme der Taliban 2021 und dem Abzug der internationalen Truppen verzeichnen die lokalen Behörden wieder einen Anstieg ausländischer Tourist:innen.

Auch wenn sich die Sicherheitslage mit dem Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen deutlich gebessert hat, gibt es nach wie vor Anschläge. Die meisten reklamiert die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich, die mit den Taliban trotz ideologischer Nähe verfeindet ist.

Watson ist jetzt auf Whatsapp
Jetzt auf Whatsapp und Instagram: dein watson-Update! Wir versorgen dich hier auf Whatsapp mit den watson-Highlights des Tages. Nur einmal pro Tag – kein Spam, kein Blabla, nur sieben Links. Versprochen! Du möchtest lieber auf Instagram informiert werden? Hier findest du unseren Broadcast-Channel.

Nun hat es erneut einen tödlichen Angriff gegeben. Eine Reisegruppe wurde am Freitag beim Einkaufen auf einem Basar in Bamijan, etwa 180 Kilometer von der Hauptstadt Kabul entfernt, beschossen.

Die Zahl der Toten ist inzwischen auf sechs gestiegen, unter ihnen drei spanische Tourist:innen. Drei Afghanen sind ihren Verletzungen erlegen, teilte das Innenministerium der regierenden Taliban am Samstag mit. Zunächst reklamierte keine Gruppe die Attacke für sich.

Afghanistan: Touristin erzählt von tödlichem Angriff

Sieben Verdächtige wurden festgenommen. Die französische Touristin Anne-France Brill, die den Angriff überlebte, erklärte, ein bewaffneter Mann habe sich den Fahrzeugen der Gruppe genähert und das Feuer eröffnet. "Überall war Blut", sagte die 55-Jährige der Nachrichtenagentur AFP. Sie sei sich sicher, dass der Angreifer "wegen der Ausländer" da war.

Den Angaben zufolge stammen die Verletzten aus Spanien, Litauen, Norwegen, Australien und Afghanistan.

Die Provinz Bamijan ist berühmt für ihre landschaftliche Schönheit und kulturellen Sehenswürdigkeiten. Die Provinz galt bereits vor der erneuten Machtübernahme der Taliban, als die Islamisten noch gegen die von internationalen Truppen gestützte afghanische Regierung kämpften, als eine der sichersten im Land. Tausende Afghan:innen besuchten den Nationalpark Band-e Amir oder besichtigten die Überreste zweier monumentaler Buddha-Statuen, Zeugen der vorislamischen Vergangenheit des Landes.

240518 -- BAMYAN, May 18, 2024 -- An Afghan security force member checks a vehicle following a shooting attack that killed three Spanish nationals on the previous day in Bamyan City, central Afghanist ...
Seit 2021 regieren die Taliban Afghanistan mit eiserner Hand. Bild: IMAGO images/Xinhua

Wegen der instabilen Lage in Afghanistan und der Gefahr von Angriffen durch bewaffnete Gruppen wie die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) warnen viele westliche Länder grundsätzlich vor Reisen nach Afghanistan, darunter auch Deutschland.

Afghanistan: Auswärtiges Amt rät Touristen zu Testament

Das Auswärtige Amt rät Menschen, die trotz Reisewarnung nach Afghanistan gehen, umfassende Vorkehrungen zu treffen. "Sie sollten beispielsweise Vollmachten für private und berufliche Erledigungen hinterlassen, ein Testament verfassen und Sorgerechtsfragen klären, falls Sie Kinder haben", heißt es auf der Website.

Außerdem sollen Menschenansammlungen möglichst weiträumig gemieden werden. Die Anschlagsgefahr ist hier besonders hoch.

(mit Material von dpa und afp)

EM 2024: England-Fans lästern fies über "Zombie-Zone" in Frankfurt

Frankfurts Bahnhofsviertel, einst bekannt für sein Rotlichtmilieu, hat sich zu einem Brennpunkt des Drogenmissbrauchs entwickelt. Rund 5.000 Drogensüchtige bevölkern das Viertel, unterstützt von etwa 300 Dealern. Einheimische und Gäste berichten von erschreckenden Zuständen: Etwa von zahlreichen Frauen, die sich zur Prostitution gezwungen sehen, um ihre Sucht zu finanzieren. Oder über die zunehmende Kleinkriminalität.

Zur Story