Leben

Airline fliegt mit einem Passagier 660 Kilometer – warum der Flug nicht gestrichen wurde

"Das ist ihr eigener Privatjet", strahlte der Pilot dem Reisenden Vincent Peone in der vergangenen Woche entgegen. Peone war gerade an Bord einer Delta-Airline-Maschine am Flughafen Aspen im US-Bundesstaat Colorado geklettert.

Peone ist kein Multimillionär, der sich einen Privatjet mal eben so leisten kann: Vielmehr wollte Peone, wie er der "Washington Post" berichtet, mit der Airline Delta nach Salt Lake City fliegen – seine Heimat, rund 660 Kilometer entfernt von Aspen. Delta bietet in den USA vor allem Inlandsflüge an.

Als er am Flughafen feststellte, dass er aufgrund einer Umplanung der einzige Passagier der Maschine sein würde, machte er das Beste aus seiner (gemütlichen) Situation – und drehte ein Video, das nun viral geht.

Peone erinnert sich gegenüber der "Washington Post": "Am Schalter sagten sie: 'Ich weiß nicht, ob wir überhaupt die Ankündigung machen müssen, denn Sie sind der einzige Passagier.' Ich dachte mir: 'Oh, nein. Mach die Ankündigung.'"

Nachdem Peone in der Maschine angekommen und vom Kapitän persönlich begrüßt worden war, filmte er Servicemitarbeiter, die offenbar Sandsäcke in den Frachtraum des Flugzeugs luden. Peone erklärte dazu: "Wir erhöhen nur das Gewicht des Flugzeugs, weil es keine Menschen gibt."

Auch die übliche Begrüßung durch das Bordpersonal wurde angepasst: "Guten Abend, Vincent, und willkommen an Bord.", sagte eine Stewardess durch die Lautsprecher.

In Zeiten der Klimakrise begann schließlich jedoch auch Peone sich zu wundern, ob der Spaß, den er sich hier erlaubte, eigentlich so gesund sei. Gegenüber der "Washington Post" meinte der Filmemacher: "Warum machten sie das überhaupt? Warum startete der Flieger überhaupt? Lasst mich warten oder sagt den Flug ab."

Peone erinnerte sich an eine Stewardess, die ihm im Vorbeigehen gesagt haben soll: "Es sind wahrscheinlich etwa 30.000 Dollar, um dich heute nach Salt Lake City zu bringen." Das Online-Magazin Business Insider vermutet, dass die Airline den Ein-Mann-Flug aus Kostengründen durchführen musste.

Es sei wahrscheinlich, dass Peones Maschine am Zielort Salt Lake City für den nächsten Flug gebraucht wurde – aufgrund nur eines Passagieres am Boden zu bleiben, wäre für die Airline da nur noch teurer gekommen.

(pb)

20 Menschen, die an moderner Technik scheitern

Sag mir nicht, dass ich nicht nachhaltig genug lebe

Play Icon
Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Jakarta versinkt: Klimawandel ist, wenn dir das Meer Kondome in die Küche spült

Das Meerwasser steigt, der Boden sinkt: Indonesiens Hauptstadt Jakarta geht unter. Ganz langsam, aber Leute wie Irma Susanti leiden hautnah. Ein Besuch bei Menschen, die den rücksichtslosen Umgang mit der Natur heute schon stärker spüren als viele hierzulande.

Wenn Irma Susanti ihrer Stadt beim Untergang zusehen will, muss sie nur hinaus vor die Tür. Drei Schritte, und die Frau im bunten Kleid steht an der Mauer aus Beton, die das Meer davon abhält, in ihre Wohnung zu schwappen. Inzwischen braucht Irma eine Leiter, wenn sie auf die Mauer hinauf will. Als sie vor ein paar Jahren hierher zog, nach Muara Baru, ein Armenviertel im Norden von Indonesiens Hauptstadt Jakarta, war der Schutzwall anderthalb Meter hoch. Jetzt misst er 2,30 Meter.

Aber …

Artikel lesen
Link zum Artikel