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In der Sendung "Mütter machen Porno" besucht die Mutter Karina bei ihrer Recherche eine Erotik-Messe. Bild: sat.1

Ärger über Porno-Doku von Müttern – Sat.1 reagiert

Durchschnittlichen sehen Kinder ihren ersten Porno im Alter von elf Jahren, heißt es in der neuen Sat.1-Sendung "Mütter machen Porno". Die Doku mit dem provokanten Namen porträtiert fünf Frauen, die mit einer ungewöhnlichen Idee gegen die Mainstream-Porno-Industrie vorgehen: Sie produzieren selbst einen Sexfilm. Ohne Extreme. Ohne Gewalt. Für junge Menschen, die noch keine eigene Erfahrung mit Sex haben.

Trotz des aufklärerischen Ansatz, den "Mütter machen Porno" verfolgen will, hagelt es nun Kritik von sämtlichen Seiten: Denn die Sendung wurde trotz des brisanten Inhalts zur Primetime um 20.15 Uhr gezeigt. Zwar werden besonders freizügige Stellen unkenntlich gemacht. Dennoch sind die Mütter unterwegs bei einer Erotikmesse, besuchen einen BDSM-Workshop und sehen bei einem Porno-Dreh zu.

Frauen Union Saar findet die Sendung zu "reißerisch"

Die Landesvorsitzende der Frauen Union der CDU Saar, Anja Wagner-Scheid, sieht das extrem kritisch. Gegenüber watson sagt sie:

"Die Sendezeit 20.15 Uhr widerspricht den Vorgaben des Paragrafen 5 des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags. Der Schutz von minderjährigen Zuschauenden wird ignoriert."

Aus diesem Grund hat Wagner-Scheid auch eine Programmbeschwerde bei der Landesmedienanstalt Saar und der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) gestellt. Laut Wagner-Scheid sollte die Doku "zwischen 22 beziehungsweise 23 Uhr und 6 Uhr" gezeigt werden. Zudem sollte es "kein Angebot über die Mediathek" geben.

Die Grundidee, über Sexualität aufzuklären, hält Wagner-Scheid für notwendig, allerdings mit anderen Methoden, als Sat.1 es tut:

"Aufklärung an sich und ein angemessener Umgang mit verschiedensten Medienangeboten sind richtig und wichtig. Ich halte dieses reißerische Format aber für ungeeignet."

So reagiert der Sender Sat.1 auf die Kritik:

Der Sender hingegen ist sich des reißerisch wirkenden Inhalts der Sendung anscheinend durchaus bewusst und hat laut eigener Aussage Gutachten über "Mütter machen Porno" eingeholt, die zeigen: Die zweiteilige Show ist so aufbereitet, dass sie zur Primetime gezeigt werden darf und zeigt die sexuellen Inhalte entsprechen eingeordnet oder verpixelt. Gegenüber watson heißt es von Sat.1:

"Die beiden Doku-Episoden von 'Mütter machen Porno' wurden der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) zur Begutachtung und Freigabe für eine Ausstrahlung ab 20 Uhr vorgelegt. Diese Freigabe ist erfolgt."

Weiterhin heiße es im Gutachten der FSF, aus dem die Sat.1-Sprecherin zitiert:

"Dem Thema entsprechend ist viel Sex zu sehen und noch mehr von Sex die Rede, doch dabei steht eindeutig das Ziel der Aufklärung und der Aufruf zum Gespräch zwischen den Generationen im Mittelpunkt. Die gezeigten Sexszenen sind hinreichend dezent oder großflächig gepixelt, sodass von einem grob anreißerischen Charakter nicht gesprochen werden kann."

In Kooperation mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM e.V.) bietet Sat.1 auf seiner Website entsprechende Informationen zur Weiterbildung an, zum Beispiel psychologischen Expertenrat zum Thema Auswirkungen von Pornos auf Kinder und Jugendliche oder wie Eltern mit ihren Kindern über Sex sprechen können.

Der zweite Teil von "Mütter machen Porno" wird kommenden Mittwoch auf Sat.1 ausgestrahlt, bisher weiterhin um 20.15 Uhr. Im Anschluss wird auch eine kommentierte Schnittfassung des Films "Vanilla X" gezeigt.

(ak/ab)

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