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Jetzt meldet sich auch Edeka im Preiskrieg der Discounter zu Wort. Bild: www.imago-images.de / Frank Hoermann/SVEN SIMON

Edeka wendet sich in offenem Brief gegen Aldi und Lidl

Hauptsache billig! Oder lieber doch nicht? Beim Preiskrieg der Discounter meldet sich jetzt die Supermarktkette Edeka zu Wort. In einem offenen Brief kritisiert sie Lidl und Aldi für ihren Kampf um den günstigsten Preis. Laut Edeka liegt durch die rücksichtslose Preispolitik der Discounter "ein besonderer Druck auf der gesamten Wertschöpfungskette mit allen bekannten Vorzügen sowie Herausforderungen". Die Supermarktkette kritisiert außerdem die Werbekampagnen von Aldi und Lidl.

Was war passiert?

Seit der Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent liefern sich die Discounter ein Wettrennen um den niedrigsten Preis. Dabei scheint jedes Mittel recht zu sein. Aldi Süd war mit einem Prospekt vorgeprescht, in dem ein mit verschiedenen Artikeln gefüllter Einkaufswagen zu sehen war. Daneben der Preis für den Einkauf von 97,30 Euro. Zum Vergleich schrieb Aldi Süd die teureren Preise der Konkurrenz dazu. So sollte der gleiche Einkauf bei Edeka 101,30 Euro kosten und bei Lidl 99,75 Euro.

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So sah der Aldi-Süd-Prospekt für die laufende Woche aus. bild: screenshot aldi süd prospekt

Mittlerweile hat Aldi Süd das Prospekt in der Online-Ausgabe geändert. Die Preisvergleiche mit der Konkurrenz sind verschwunden. Doch trotzdem erfolgte eine Reaktion von der Konkurrenz. Zunächst veröffentlichte Lidl zwei ganzseitige Anzeigen in der "Bild"-Zeitung. Dann legte der Discounter mit einem Werbespot nach. Die Botschaft der prominent platzierten Antwort: Lidl ist der wahre Preiskönig.

Edeka kritisiert Preiskrieg und wirbt mit Vielfalt

Nun hat sich Edeka in den öffentlichen Streit um den günstigsten Preis eingemischt. Die Supermarktkette kritisiert dabei explizit die Werbekampagnen von Aldi und Lidl: "Im Vergleich scheint immer derjenige besser abzuschneiden, der den jeweiligen Warenkorb zusammengestellt und die entsprechende Werbeanzeige geschaltet hat", spottet Edeka.

In dem offenen Brief "an die Verbraucherinnen und Verbraucher im Südwesten" schreibt die in Regionen untergliederte Supermarktkette, "dass der Preis für ein Produkt nicht das alleinige Kriterium sein muss". Mit Blick auf die Konkurrenz heißt es bei Edeka:

"Wir versichern Ihnen: Den Weg zum Discounter können Sie sich sparen!"

Der Spruch ist durchaus als Seitenhieb gegen die beiden Akteure im Preiskampf zu verstehen. Schließlich wirbt Aldi in dem neuen Prospekt mit dem Slogan "Teuer kannste dir spar'n."

Edeka verweist nun darauf, dass für ein Produkt mehr entscheidend ist als der Preis. Gleichzeitig nutzen sie die Gelegenheit, um für das eigene Angebot zu werben. So heißt es: "Wir können nicht nur günstig. Wir können mehr! Keiner bietet so viele Alternativen wie wir." Damit trifft Edeka die beiden Discounter an einem wunden Punkt. Denn die Strategie der Billigläden liegt in dem Fokus auf ein Preiseinstiegssortiment – zu Lasten der Produktvielfalt.

Laut Edeka spielen also weitere Kriterien eine Rolle, wie "Regionalität, Tierwohl, Frische, Genuss und Qualität." Edeka gibt an, die Kundinnen und Kunden somit zu "bewussten Kaufentscheidungen" anregen zu wollen und wirbt mit regionalen und ethischen Produkten, zum Beispiel bei Fleischprodukten. Damit dürfte Edeka versuchen, einen Nerv der Zeit zu treffen. Zuletzt war eine Diskussion um Bedingungen und Dumpingpreise in der Fleischproduktion entbrannt.

Edeka betont, mit einem Sortiment von bis zu 50.000 Produkten deutlich mehr anbieten zu können, als die Discounter. Außerdem führe man mit der Eigenmarke "Gut & Günstig" ebenfalls ein Preiseinstiegssortiment "zum vergleichbaren Preis. "Am offenen Preiskampf will sich die Supermarktkette aber nicht beteiligen.

(lau)

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    Alle Leser-Kommentare
  • stahlbau-grauerwolf 09.07.2020 12:58
    Highlight Highlight das nenne ich Machtspiele des Kpitalismus;
    unser Gesellschaftssystem.
    Uns so weiter.
    Sog. soziale Marktwirtschaft, schon lange abgeschafft;
    begann frühestens 1989.
    Wers noch nicht erkannt hat, meine Empfehlung:
    Marx und Engels lesen und Inhalt auswerten

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