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Bild: Getty Images / watson Montage

Das geschieht, wenn du eine Woche lang zuckerreduzierte Nahrungsmittel von Rewe und Edeka isst

Ob in Schoki oder Obst, Limo oder Saft, offensichtlich in den Kaffee gerührt oder versteckt im Joghurt: Zucker ist fast überall. Die Botschaft, dass Zucker böse ist, ist mittlerweile wohl schon zu allen durchgedrungen.

Wer sich das Leben dennoch guten Gewissens versüßen möchte, für den haben Supermärkte wie Rewe oder Edeka zuckerreduzierte Versionen beliebter Lebensmittel eingeführt – damit wir weiterhin ungestört Cornflakes knuspern und Eistee trinken können.

Im ZDF-Einfkaufscheck "Rewe oder Edeka?" geht das Team von ZDFzeit gemeinsam mit Moderator Nelson Müller der Frage auf den Grund, wie gesund die zuckerreduzierten Eigenmarken der beiden Supermärkte sind – und kommen dabei zu überraschenden Ergebnissen.

Warum ist Zucker so schlecht?

Unser üblicher Haushaltszucker (Saccherose) besteht zu Teilen aus Glucose, auch Traubenzucker genannt. Der andere Bestandteil ist Fructose, also Fruchtzucker. Auch wenn Zucker nicht per se schlecht ist, sollten wir nicht zu viel davon genießen: Während überschüssige Fructose von der Leber in Fett verwandelt wird, wird Traubenzucker mithilfe des Hormons Insulin im Blut verwertet. Gerät der Insulinhaushalt dauerhaft aus dem Gleichgewicht, können Übergewicht und Diabetes entstehen.

Laut WHO sollten wir eine Menge von 25 Gramm Zucker pro Tag nicht überschreiten. Das entspricht etwa acht Würfeln Zucker – oder zum Beispiel einem Glas Cola, fünf Stücken Schokolade oder zwei Äpfeln.

ZDF macht den Zucker-Test bei Rewe und Edeka

Für den ZDF-Zucker-Test hat das Film-Team das Zwillings-Paar Naemi und Miriam ins Rennen geschickt. Der Versuch, der zwei Wochen gedauert hat, lief folgendermaßen ab:

Und das sind die Versuchsergebnisse:

Nach der ersten Woche, in der die Zwillinge nur Markenprodukte mit vollem Zuckergehalt essen, ist Naemis Blutzuckerwert um ungefähr 50 Prozent höher als zu Beginn des Experiments. Auch Miriams Zuckerwert ist stark gestiegen – auf fast 100.

Nun würde man meinen, nach der zweiten Woche, in der die Schwestern zuckerreduziert gegessen haben, sollten deren Werte deutlich sinken – aber Pustekuchen: Naemis Blutzuckerwert sinkt nur ein wenig. Und Miriams Werte steigen sogar. Und das, obwohl die Rewe-Produkte, die sie gegessen hat, im Schnitt 14 Prozent weniger Zucker haben sollten als "normale" Markenprodukte.

Warum sind die Blutzuckerwerte immer noch so hoch?

Die Erklärung ist simpel: Bei den Produkten der Eigenmarken von Rewe oder Edeka wird die Zuckerreduktion in Prozentzahlen angegeben. Der Eistee von Rewe zum Beispiel hat 30 Prozent weniger Zucker.

Im Gramm umgerechnet ist das aber gar nicht so viel weniger – gerade einmal 2,1 Gramm weniger Zucker pro 100 Gramm. Eine Flasche zuckerreduzierter Eistee von Rewe hat also nur 35 anstatt 45 Würfel Zucker. Die Mengen sind demnach immer noch sehr groß, trotz Reduktion.

Das sagen Edeka und Rewe zu ihren zuckerreduzierten Produkten

Wie reagieren nun Rewe und Edeka auf die Frage, warum man den Produkten nicht noch mehr Zucker entnehmen kann? Weil es dann nicht mehr schmecken würde, meint Rolf Lange, Leiter der Unternehmenskommunikation von Edeka, in der ZDF-Doku:

"Sie können nicht von heute auf morgen ein Produkt extrem zuckerreduziert anbieten, weil der Konsument muss sich natürlich an den Geschmack auch gewöhnen. Also wenn's nicht schmeckt, dann kauft's auch keiner."

Auch Maike Sanktjohanser, Geschäftsführerin von Rewe Petz, sagt: "Eine Schwalbe macht keinen Frühling." Und meint damit: Nimmt man nur zuckerreduzierte Produkte zu sich, ist das noch lange keine gesunde Ernährung. Rewe stehe allerdings für eine ausgewogene Ernährung und empfiehlt, viel Obst und Gemüse zu konsumieren.

Warum werden dann dennoch zuckerreduzierte Produkte beworben? Führen sie den Konsumenten nicht in die Irre? Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin fasst es in der Sendung so zusammen:

"Es werden im Moment gerade die Produkte mit einer Zuckerreduktion beworben, die sowieso schon sehr viel Zucker enthalten."

Wer sich gesund ernähren will, sollte also trotzdem immer die Nährwertangaben auf dem Etikett eines Nahrungsmittels prüfen – oder einfach gleich nur auf frische, unverarbeitete Produkte zurückgreifen. Da weiß man wahrscheinlich eher noch, was man hat.

(ak)

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