Wieder verschwindet ein Produkt aus dem Rewe-Sortiment.
Wieder verschwindet ein Produkt aus dem Rewe-Sortiment.Bild: IMAGO / Manfred Segerer
Supermarkt

Supermarkt auf Konfrontationskurs: Rewe verbannt beliebtes Produkt

16.10.2022, 15:46

Die Inflation und Energiekrise lassen die Verhandlungen am Lebensmittelmarkt heftiger werden. Immer wieder kommt es zu knallharten Auseinandersetzungen zwischen Supermärkten und Herstellern. Infolgedessen erhalten zunehmend Eigenprodukte Einzug in die Regale deutscher Händler. Nun zieht Rewe bei einem weiteren beliebten Produkt Konsequenzen. Es soll aus dem Sortiment verschwinden.

Markenprodukt verschwindet und wird durch ähnliches Produkt ersetzt

Seit Wochen ziehen sich die Verhandlungen zwischen Rewe und und dem US-Lebensmittelhersteller Kellog. Weil sich beide Parteien offenbar nicht auf Preise einigen konnten, hat der Handelskonzern nun Konsequenzen gezogen, wie die "Lebensmittelzeitung" berichtet. Die Preiserhöhung sollte dem Bericht zufolge zum 1. November wirksam werden. Doch dazu kommt es nicht.

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Bild: imago images/Michael Gstettenbauer

Rewe geht auf Konfrontationskurs. Der Handelskonzern hat damit begonnen, immer mehr Produkte des Herstellers aus seinen Regalen auszusortieren. Stattdessen erhalten neuerdings vermehrt Cerealien der Rewe-Eigenmarke "ja" Einzug. Sie sollen laut "LZ" die Lücken füllen.

Kellog fordert Preiserhöhung um 29 Prozent

Anzeichen dafür, dass sich die Verhandlungen verhärten, gibt es bereits seit Wochen. So soll Kellogg die Lieferungen an Rewe teilweise bereits eingestellt haben.

Die Preiserhöhung, die der US-Konzern fordert, ist beträchtlich: 29 Prozent mehr möchte Kellog im Schnitt für seine Produkte, behaupten Insider. Rewe akzeptiere das Ausmaß der Steigerung nicht. Vor allem deshalb, weil laut Branchen-Expert:innen Kellog in benachbarten Ländern nur eine Preiserhöhung von bis zu fünf Prozent fordere.

Die Rewe Group nannte keine genaueren Details zu den Preisverhandlungen, bestätigte aber, dass der Händler "kein gemeinsames Verständnis von angemessenen Preiserhöhungen" habe.

Neue Strategie: Rewe setzt vermehrt auf Eigenmarken

In Deutschland herrscht vor allem beim Cerealien-Sortiment Uneinigkeit. Anders als im benachbarten Österreich: Dort habe der Handelskonzern Probleme bei Verhandlungen in Sachen Chipsmarke Pringles, die auch zum US-Konzern gehört.

Preisverhandlungen verschärfen sich aktuell aber in allen Bereichen und Ländern. Dagegen geht der Einzelhandel nun mit Eigenmarken vor. Rewes Einkaufschef Hans-Jürgen Moog konzentriert sich etwa seit einiger Zeit strategisch um den Ausbau der Eigenmarkensortimente, vor allem im Preiseinstieg.

Kund:innen können sich demnach bei Eigenmarken darauf verlassen, dafür den niedrigsten Preis in der jeweiligen Produktkategorie zu bezahlen. Sonderangebote mal ausgenommen. "Richtig ist, dass wir unsere Kunden aktuell aktiv auf die Eigenmarken-Alternativen hinweisen", bestätigte ein Rewe-Konzernsprecher gegenüber der "LZ".

Bildnummer: 58288359 Datum: 17.07.2012 Copyright: imago/Jochen Tack
Einkaufen in einem Supermarkt. Lebensmittel. Mann kauft Müslimischung der JA-Marke ein. Deutschland, Europa. Model released Symbolfo ...
Seit Jahren schon gibt es Produkte der meist günstigeren Eigenmarke "ja" bei Rewe.null / imago images

Das dürfte Markenherstellern nicht gefallen. Schließlich erweisen sich Eigenmarken in Zeiten der Inflation als harte Konkurrenz. Immer mehr Menschen greifen aktuell nach den günstigen Alternativen. Und: Die Artikel orientieren sich oft am Marken-Original. Dies ist auch bei den Cerealien-Produkten von "ja" im Vergleich mit den Kellogg-Klassikern offensichtlich.

Rewe orientiert sich an beliebten Marken-Produkten

Die Strategie hat System. In den Märkten legt Rewe seit Neuestem per Aushang seinen Kund:innen nahe, auf Alternativen zurückzugreifen. Etwa statt auf Artikel von Jacobs Douwe Egberts und Mars auf die Eigenmarken "Rewe Beste Wahl", "ja" oder "Zoo Royal". Das Handelsunternehmen hat für beides passende Eigenmarkenprodukte entwickelt.

ILLUSTRATION - Eine Frau steht bei der Vorstellung des temporären Projekts "Fairer Supermarkt im Zug" im Frankfurter Hauptbahnhof mit einem Einkaufskorb vor einem Lebensmittelregal. Der fair ...
Bei Rewe geht der Trend infolge der Inflation vermehrt in Richtung Eigenmarken.Bild: dpa / Arne Dedert

Kein Wunder: Rewe berichtet, dass die Eigenmarken zuletzt "zum Teil im zweistelligen Prozentbereich zulegen" konnten. Man erachte Markenartikel weiter als wichtigen Bestandteil des Sortiments – "aber nicht um jeden Preis", heißt es vonseiten des Händlers.

Das Ende der Maskenpflicht im Fern- und Nahverkehr: Das halten Passagiere davon

Ab dem 2. Februar müssen in Deutschland Passagiere in öffentlichen Verkehrsmitteln keine Maske mehr tragen. Dies gilt nicht nur für Bus, Tram und S- oder U-Bahn – auch in den Fernzügen darf man nun erstmals seit fast drei Jahren wieder ohne FFP2-Maske reisen.

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