Weinstein auf dem Weg zu Gericht.
Weinstein auf dem Weg zu Gericht.
Bild: Seth Wenig/ap

Warum Harvey Weinstein jetzt auch wegen Menschenhandel angeklagt wird

15.08.2018, 10:2715.08.2018, 10:35

Es ist der nächste Schritt in der Prozess-Serie gegen den ehemaligen US-Filmmogul Harvey Weinstein: Eine britische Schauspielerin hat eine Klage gegen den ihn wegen sexuellen Missbrauchs durchgesetzt.

  • Das Gericht in New York sah am Dienstag (Ortszeit) in den Vorwürfen von Kadian Noble genügend Anhaltspunkte für Verstöße gegen US-Gesetze gegen Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung.
Worum geht es in Nobles Klage?
Noble hatte berichtet, dass Weinstein sie 2014 in einem Hotelzimmer in Cannes zu einer sexuellen Handlung im Rahmen eines Deals gezwungen habe. Demnach soll Weinstein der aufstrebenden Darstellerin zunächst eine Filmrolle versprochen haben. Anschließend habe er sie betatscht und zu sexuellen Handlungen gezwungen.

Die vielen Klagen gegen Harvey Weinstein

Die Vorwürfe der britischen Schauspielerin reihen sich in eine ganze Serie, die Dutzende Frauen gegen den einst mächtigsten Filmproduzenten der USA wegen sexueller Übergriffe erhoben haben. Der 66-Jährige ist mittlerweile wegen sechs Sexualdelikten angeklagt, die er aber bestreitet. Bei einer Verurteilung droht ihm im schlimmsten Fall eine lebenslange Haftstrafe.

Weinstein befindet sich derzeit gegen eine Kaution von 1 Millionen Dollar auf freiem Fuß. Erste Berichte über sein mutmaßliches sexuelles Fehlverhalten in der Presse hatten immer mehr Frauen dazu veranlasst, sich zu äußern und dafür den Hashtag #MeToo zu nutzen.

Richter Robert Sweet schrieb in seiner Begründung, der vorliegende Fall stelle zwar keinen typischen Sexhandel dar, die Vorwürfe seien aber einleuchtend und belegten, dass Weinstein mit seinem Verhalten gegen die entsprechenden US-Gesetze verstoßen haben könnte.

Weinsteins Behauptung, Noble habe "nichts von Wert erhalten (...) spiegelt nicht die moderne Wirklichkeit wider", schrieb Sweet weiter. Schließlich habe er ihr eine Rolle und den Kontakt zu seinem Umfeld in Aussicht gestellt.

(pb/dpa)

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