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Welche Versicherungen Azubis wirklich brauchen: sieben Tipps für die Ausbildung

Wer eine Lehre anfängt, braucht einige neue Versicherungen.
Wer eine Lehre anfängt, braucht einige neue Versicherungen.Bild: iStockphoto / Amorn Suriyan
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Ab in die Ausbildung: Wie man sich als Azubi optimal versichert

22.09.2023, 07:36
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Von Schreiner:innen bis zu Köch:innen: Handwerksberufe werden dringend gesucht und bieten gute Zukunftsperspektiven. Außerdem wird man bereits während der Ausbildung bezahlt. Wer nach der Schule einen Handwerksberuf ergreift und Azubi wird, ist oft noch sehr jung.

Darum ist es umso wichtiger, als Auszubildende:r zu wissen, wie man richtig versichert ist. Schließlich kann gerade im Handwerk schnell mal das Messer ausrutschen oder ein Unfall passieren. Wer früh in eine Versicherung einsteigt, zahlt außerdem oft geringe Beträge und kann damit sparen. Die Wahl der richtigen Versicherung ist darum unerlässlich.

Watson verrät dir, welche Versicherungen du als Auszubildende:r unbedingt brauchst -–und auf welche du erst einmal verzichten kannst.

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Haftpflichtversicherung

Falls du einmal einen Gegenstand kaputt machst oder eine andere Person zu schaden kommt, schützt dich eine Haftpflichtversicherung vor Schadensansprüchen Dritter.

Während deiner Ausbildung bist du meist noch über deine Eltern mitversichert, allerdings nur unter gewissen Bedingungen: Die Eltern müssen eine entsprechende Haftpflichtversicherung haben, die die Kinder mit einschließt. Am besten schaust du mit deinen Eltern gemeinsam in die Versicherungspolice, um zu sehen, welche Vertragsbedingungen ihr habt. Die elterliche Haftpflicht gilt aber nur für dich, wenn es die erste Berufsausbildung ist und du nicht verheiratet bist. Sobald deine Ausbildung beendet ist, musst du dir unverzüglich eine eigene Haftpflichtversicherung suchen.

Erkundige dich am besten beim Versicherer deiner Eltern, ob du in ihrer Haftpflicht bist.
Erkundige dich am besten beim Versicherer deiner Eltern, ob du in ihrer Haftpflicht bist.Bild: iStockphoto / Harbucks

Krankenversicherung für Azubis

Diese Versicherung übernimmt die Behandlungskosten und die Kosten für die Medikamente beim Arzt oder im Krankenhaus. Auszubildende sind automatisch in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert. Im Gegensatz zum Studium ist man zum Start der Ausbildung nicht mehr über die Eltern krankenversichert, unabhängig vom Alter. Darum solltest du dich mit unabhängigen Vergleichsportalen wie Finanztip oder Check24 darüber informieren, welche gesetzliche Krankenversicherung die beste für dich ist.

Wenn du dich nicht kümmerst, wählt dein Arbeitgeber irgendeinen Anbieter für dich. Das solltest du vermeiden. Für die Wahl der Krankenkasse hat der Azubi nach Ausbildungsbeginn genau 14 Tage Zeit. Abschließen solltest du die Versicherung übrigens direkt beim Anbieter, da diese günstigere Beiträge anbieten können, wenn die Vermittlungsgebühr wegfällt.

Berufsunfähigkeits-versicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zahlt in dem Fall, wenn du durch eine schwere (psychische) Erkrankung nicht mehr oder nur eingeschränkt arbeitsfähig wirst. Da sie als private Vorsorge gilt, musst du sie aber neu abschließen und bist nicht über deine Eltern mitversichert.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist sehr wichtig – auch, wenn sie von jungen Menschen häufig vergessen oder als überflüssig angesehen wird. Denn im Versicherungsfall bekommst du von deiner BU einen monatlichen Betrag, solange du nicht arbeiten kannst. Oder im schlimmsten Fall bis zur Rente. Wichtig ist es, alle Infos im Antrag sehr ehrlich und genau auszufüllen.

Auch hier gilt: Je früher du sie abschließt, desto besser. Denn die Beiträge als junger und gesunder Mensch sind meistens niedriger. Sobald du bereits eine Erkrankung hast oder hattest, treten oft gewisse Ausschlusskriterien ein oder du kannst gar keine BU mehr abschließen.

Betriebsrente: Welche Möglichkeiten gibt es in der neuen Firma?

Informiere dich am besten gleich zu Beginn deiner Ausbildung bei deinem neuen Arbeitgeber über die Möglichkeiten einer betrieblichen Altersversorgung (bAV). Denn auch Azubis haben einen rechtlichen Anspruch auf eine Betriebsrente.

Arbeitgeber:innen sind zwar nicht gesetzlich dazu verpflichtet, die Betriebsrenten ihrer Angestellten zu finanzieren. Doch viele Betriebe sind freiwillig dazu bereit und zahlen die monatlichen Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung voll oder teilen sie zumindest mit dem Angestellten. Dadurch können sich Azubis schon früh ein zusätzliches Einkommen fürs Alter erwirtschaften.

Private Altersvorsorge

Ebenfalls raten Finanzexperten immer öfter dazu, als private Altersvorsorge in einen breitgestreuten und langfristigen ETF zu investieren und monatlich einen kleinen Betrag zu sparen. Je früher man mit der Altersvorsorge beginnt, desto mehr profitiert man im Alter. Denn die Erträge der beruflichen Rente reichen im Alter oft nicht aus, um Miete und sonstige Lebenshaltungskosten zu finanzieren.

Auch eine staatliche Riester-Rente ist möglicherweise eine Option für dich, da du als Azubi gesetzlich rentenversichert bist. Gerade für Geringverdiener und junge Menschen kann sich das lohnen. Wer unter 25 ist und einen Riester-Vertrag abschließt, bekommt einmalig 200 Euro vom Staat obendrauf.

Versicherungen sind für Azubis nicht zu kompliziert. Man muss sich nur einmal richtig damit auseinandersetzen.
Versicherungen sind für Azubis nicht zu kompliziert. Man muss sich nur einmal richtig damit auseinandersetzen.Bild: iStockphoto / VichienPetchmai

Unfallversicherung als Azubi

Für den Fall, dass du nicht durch eine Krankheit, sondern einen Unfall arbeitsunfähig wirst, solltest du eine Unfallversicherung abschließen. Denn hier haftet die Versicherung deiner Eltern nicht. "Auszubildende haben nach Unfällen praktisch keinen oder nur sehr geringen Versicherungsschutz über die gesetzliche Rentenversicherung", sagt Mathias Zunk vom unabhängigen Verbraucherservice "Die Versicherer".

Hausratversicherung

Viele Azubis sind noch sehr jung und wohnen außerdem noch zu Hause, da es billiger und vor allem praktisch ist. Falls du aber doch eine WG beziehst, bist du fast immer noch über die Hausratversicherung deiner Eltern mitversichert – das regelt sie sogenannte Außenversicherung der Hausratversicherung. Frage aber zur Sicherheit noch einmal beim Versicherer deiner Eltern nach.

Eine Ausnahme dieser Regel tritt ein, wenn du als Azubi dein altes Jugendzimmer verlässt und dich neu einrichtest, also einen "eigenen Hausstand" gründest. Dann benötigst du deine eigene Hausrat. Diese sind glücklicherweise meistens recht günstig.

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