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WM-Fanartikel wie diese gibt es dieses Jahr kaum zu kaufen.Bild: IMAGO / biky
Supermarkt

WM 2022: Supermarkt-Riesen mit deutlichen Worten zu Fußball-Sonderaktionen

09.11.2022, 12:0309.11.2022, 14:55
Helen Kleinschmidt
Helen Kleinschmidt
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In wenigen Tagen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Normalerweise beginnt nun die Zeit, in der sich fußballbegeisterte Menschen mit zahlreichen Fanartikeln aus den Supermärkten in WM-Stimmung bringen.

Doch bisher gibt es diese fast nirgendwo zu kaufen. Stattdessen füllen die Anbieter ihre Regale mit Adventskalender, Spekulatius, Lebkuchen und Weihnachtsdekoration.

Watson hat bei den Supermarkt-Ketten in Deutschland nach den Gründen für das spärliche WM-Angebot gefragt.

Aldi Nord und Aldi Süd sind sich einig

Aldi Süd und Aldi Nord sind eigentlich zwei völlig eigenständige Unternehmen – doch in dieser Sache sind sie sich einig. Beide Händler gaben an, "keine Aktionen zur diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft" zu planen.

"Es wird lediglich ein kleines, sehr ausgewähltes Sortiment mit Fußballmotiven geben", erklärt die beiden Unternehmenssprecher:in. Gründe für die Entscheidung von Aldi werden jedoch nicht genannt.

Rewe stellt Weihnachtsgeschäft in den Vordergrund

Auch bei Rewe findet man in den Regalen kaum Fanartikel. Die Supermarkt-Kette äußert sich wie folgt zum kaum vorhandenen Angebot:

"Wir gehen davon aus, dass die Fußball-Weltmeisterschaft auf vergleichbar geringeres Interesse stößt als frühere Großturniere. Dies liegt neben der aktuellen Situation (Ukraine-Krieg, Preissteigerungen, erneute Corona-Welle) sicher auch daran, dass die WM – die zwiespältig diskutiert wird – in eine Zeit fällt, in der Handel und Kunden sich auf Weihnachten vorbereiten."

Rewe nimmt also an, dass Kund:innen weniger Interesse an der WM haben als an anderen Großveranstaltungen in den vorherigen Jahren. Dafür gibt es wohl drei Gründe:

  1. Durch die Inflation werden Produkte in den Supermärkten immer teurer. Es bleibt weniger Geld für nicht unbedingt notwendige Produkte wie Fanartikel übrig.
  2. Katar ist ein umstrittener Gastgeber für die WM 2022, weshalb viele das Turnier boykottieren und keine Spiele anschauen möchten.
  3. Zurzeit dominieren weihnachtliche Lebensmittel und Deko-Artikel im Handel und bei den Kund:innen. Der Verkauf von Produkten, die thematisch zu Weihnachten passen, funktioniert in der aktuellen Jahreszeit wohl besser als der Verkauf von Fanartikeln zur WM, die normalerweise im Sommer stattfindet.

Trotzdem sagt Rewe, dass sie "die WM im Hinblick auf das Marketing begleiten" werden. Dazu gehöre zum Beispiel das DFB-Sammelalbum, das besonders bei Kindern sehr beliebt sei.

Auch 2018 gab es Sammelkarten zur Fußball-WM bei Rewe.
Auch 2018 gab es Sammelkarten zur Fußball-WM bei Rewe.Bild: IMAGO / MIS

Abgesehen davon erhofft sich der Händler "positive Abstrahleffekte auf die klassischen Sortimentsbereiche wie Getränke oder Snackartikel". Wenn die ersten Spiele losgehen, könnte sich Rewe also vorstellen, dass Kund:innen vermehrt Snacks kaufen, die sie dann vor dem Fernseher essen würden.

Darüber hinaus sind "sonst WM-affine Sortimentsbereiche wie Grill-Produkte" jahreszeitlich bedingt weniger im Fokus.

Kaufland bietet Fanartikel wie gewohnt an

Kaufland hingegen bietet seinen Kund:innen auch in diesem Jahr Fanartikel zur WM an. Als Begründung nennt eine Unternehmenssprecherin gegenüber watson die Bedeutung des Fußballs, insbesondere für Kinder:

"Wir sehen die grundsätzliche Kritik an der Austragung der WM in Katar. Wir wissen allerdings auch um die Bedeutung, die Fußball und damit verbundene Großereignisse haben können, um insbesondere sehr junge Menschen für Sport zu begeistern. Mit den Fan-Artikeln, aber auch der Panini-Sammelbildaktion, unterstützen wir daher die Begeisterung unserer Kunden für Fußball und ihre Sammelleidenschaft."

Edeka äußert sich zurückhaltend

Aufgrund der genossenschaftlichen Struktur von Edeka könne die Supermarkt-Kette keine pauschalen Aussagen treffen.

Auf nationaler Ebene würden sie keine Kampagne planen, "es ist aber möglich, dass auf regionaler und lokaler Ebene einzelne Aktionen anlässlich der Weltmeisterschaft umgesetzt werden."

Supermarkt: Edeka bringt beliebtes Produkt zurück in die Regale

Kaum eine Branche ist von der Inflation und den Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine so stark betroffen wie der Lebensmittelhandel. Nicht nur die Preise für Getreide sind explodiert, auch andere Grundnahrungsmittel wie Butter oder Speiseöl haben sich in historischem Ausmaß verteuert.

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