(210425) -- LHASA, April 25, 2021 (Xinhua) -- Photo taken with a mobile phone on April 24, 2021 shows the glacial landform at the foot of Mount Qungmknag in Nyemo County of Lhasa, southwest China's Tibet Autonomous Region. (Xinhua/Shen Hongbing)

Die Gletscher schmelzen immer schneller. Bild: XinHua / Shen Hongbing

Studie: Gletscherschmelze nimmt stark zu

Einer Forschergruppe unter der Leitung der ETH Zürich und der Universität Toulouse ist nach eigenen Angaben "die erste vollständige Bestandsaufnahme der Gletscherschmelze in der Welt" gelungen. Für die im Fachmagazin "Nature" veröffentlichte Studie wurden eine halbe Million zuvor meist ungenutzte Satellitenbilder analysiert.

Die Ergebnisse zeigen: Durch den Klimawandel ist die Geschwindigkeit, mit der die Gletscher schmelzen, in den vergangenen zwanzig Jahren stark gestiegen. Vom Jahr 2000 bis 2019 verloren die ungefähr 220.000 Gletscher der Welt im Durschnitt 267 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr.

Fast alle Gletscher der Welt betroffen

Das Schmelzwasser, welches dabei entsteht, trägt mittlerweile zu 21% zum Anstieg des Meeresspiegels bei. Betroffen sind bis auf sehr wenige Ausnahmen fast alle der 220.00 Gletscher der Welt. Besonders stark trifft es der Studie zufolge Alaska, wo fast ein Viertel der Gletschereisverluste auftraten. In Europa verlieren demnach besonders die Alpen große Mengen Gletschereis.

Einzig im Nordatlantik, an der Ostküste Grönlands, sowie in Island und Skandinavien verlangsamten sich die Schmelzraten in den vergangenen 20 Jahren. Dies lag laut dem Forscherteam an einer regionalen Wetteranomalie, die für kältere Temperaturen und überdurchschnittlich viel Regen gesorgt hatte.

Lage im Himalaya "besorgniserregend"

Besonders besorgt zeigten sich die Forscher gegenüber der Lage in der Himalayaregion. In Indien und Bangladesch könnten durch die hohe Gletscherschmelze große Wassernot sowie Nahrungsmittelengpässe drohen. in einer Mitteilung der Forscher der ETH hieß es:

"Die Situation im Himalaja ist besonders besorgniserregend. Die großen Ströme wie Ganges, Brahmaputra und Indus werden in der Trockenzeit zu einem großen Teil durch Gletscherschmelzwasser gespeist. Zurzeit wirkt die Zunahme des Schmelzwassers für die Menschen der Region wie ein Puffer."

Laut den Forschern können die Gletscher den Wassermangel in den betroffenen Regionen kurzfristig ausgleichen und hätten damit eine sehr wichtige Rolle für die Landwirtschaft und die Wasserversorgung. Wenn allerdings der Höhepunkt einmal überschritten wäre, würden die Wassermengen stetig abnehmen, bis nichts mehr übrig ist.

Schmelze hat in den letzten Jahren nochmal zugenommen

Grade in den letzten Jahren hat die Gletscherschmelze sogar nochmal zugenommen. Während es zwischen 2000 und 2004 noch durchschnittlich 227 Milliarden Tonnen pro Jahr waren, wurde in den Jahren 2015 bis 2019 ein Rückgang von durchschnittlich 298 Milliarden Tonnen jährlich verzeichnet. Fast ein Drittel mehr Schmelzwasser konnten die Forscher also im Vergleich zum Beginn des untersuchten Zeitraums erkennen.

Das geschmolzene Wasser hätte laut den Forschern dafür gereicht, die Schweiz jedes Jahr sechs Meter unter Wasser zu setzen.

(nb)

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