Die meisten Haferflocken überzeugten die Tester unabhängig vom Preis.
Die meisten Haferflocken überzeugten die Tester unabhängig vom Preis.
Bild: iStockphoto / Arx0nt

"Ökotest" findet Nickel und Schimmelpilze in Haferflocken

24.09.2020, 13:01

Ob zum Frühstück oder zum Backen: Haferflocken hat fast jeder zu Hause. Und selbst mit den günstigsten Flocken machen Verbraucher nichts falsch, zeigt eine Überprüfung der Inhaltsstoffe für die Zeitschrift "Öko-Test" (Ausgabe 10/2020), einen Auszug findet ihr hier.

Dabei schnitten Haferflocken aus dem Discounter zum Preis von 0,57 Cent pro 500 Gramm genauso gut ab wie Bioprodukte für 2,40 Euro pro 500 Gramm. Insgesamt nahmen die Tester 24 Produkte der Sorte "zart" unter die Lupe. Zehn davon erhielten das Prädikat "sehr gut", darunter Bio-Produkte wie die "Alnatura Haferflocken extra zart" und "Rossmann Ener Bio Haferflocken Feinblatt". Vier weitere Produkte wurden mit "gut", sechs mit "befriedigend" und eines mit "ausreichend" bewertet.

Allerdings fanden die Tester auch reichlich unappetitliche Inhaltsstoffe in einigen der untersuchten Produkte – drei von ihnen landeten deshalb mit dem Urteil "ungenügend" im roten Bereich, darunter eines aus dem Biosegment. Sie enthalten laut "Öko-Test" zum Teil Nickel, Schimmelpilzgifte und Verunreinigungen mit Mineralöl.

Schimmelpilze schwächen Immunsystem

Was ist das Problem bei Nickel? Das Metall hat in Tierstudien die Fortpflanzung und Entwicklung von Nachkommen gestört. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat deshalb im Jahr 2018 eine tolerierbare Aufnahmemenge pro Tag festgelegt.

Zwei von "Öko-Test" untersuchte Haferflockenprodukte waren so stark mit Nickel belastet, dass ein Erwachsener mit 60 Kilogramm Körpergewicht den derzeit gültigen Wert schon mit einer 50-Gramm-Portion überschreitet: die Haferflocken der Edeka-Eigenmarke "Gut & Günstig" und die "Flocken Hafer Zart" von der Bio-Zentrale.

Bei den Flocken "Kornmühle Extra Zarte Haferflocken" von Netto war dagegen der Gehalt von Schimmelpilzgiften "stark erhöht". Die gefundenen Stoffe seien zellgiftig und könnten das Immunsystem schwächen, urteilten die Prüfer.

(ftk/dpa)

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