Small lagoon surrounded by grass under twilight in Fairy Glen, Sky Island, Scottish Highlands

Etwa 95 Prozent aller deutschen Moore sind trocken gelegt. Das sollten wir rückgängi machen. Bild: Moment RF / Domingo Leiva

Gute Nachricht

Moore: Warum sie unterschätzte Klimaschützer sind – und unsere Hilfe brauchen

Nebel hängt über dem Wasser, es ist kalt und die Stimmung ein wenig gruselig – in diese Richtung gehen wahrscheinlich bei vielen Menschen die Gedanken, wenn sie an Moore denken. Dass man die meist grün-braunen Feuchtgebiete kaum noch in der Natur zu Gesicht bekommt, liegt daran, dass in den letzten Jahrhunderten 95 Prozent der Moore in Deutschland durch den Menschen vernichtet wurden. Dabei sind die Moore wahre Klimaschützer und sollten unbedingt erhalten bleiben, findet Meteorologe Sven Plöger.

In der aktuellen Folge seines Podcasts "Klimablick" formuliert Plöger ein wahres Plädoyer für die uralten Moore, die bereits kurz nach der Eiszeit auf der Erde entstanden sind. Doch woraus bestehen die Feuchtgebiete eigentlich? 95 Prozent der Moore sind Wasser, der Rest sind tote Pflanzen, die sich noch nicht zersetzt haben, sagt Plöger.

Und genau das ist der Knackpunkt, der für den Klimaschutz so interessant ist: Die Pflanzen speichern in sich Kohlenstoff, der durch die Konservierung im Moor nicht mit Sauerstoff in Verbindung kommt. Erst wenn die Moore trocken gelegt werden, verbindet sich der Kohlenstoff mit dem Sauerstoff in der Luft und Kohlendioxid wird in die Atmosphäre freigegeben. Solange die Moore feucht bleiben, sind sie also durch die konservierten Pflanzen ideale Kohlenstoff-Speicher!

Lebensraum für seltene Arten

Insgesamt speichern die Moore etwa ein Drittel des erdgebundenen Kohlenstoffs, obwohl sie nur drei Prozent der Landfläche bedecken – doppelt so viel wie alle Wälder der Erde zusammen. Und das ist nicht alles: von ihren Kohlenstoff-Speichern einmal abgesehen, können sie auch Wasser speichern und filtern und bilden einen fantastischen Lebensraum für Insekten und viele anderen bedrohte Tierarten.

Obwohl die Moore so wichtig für den Klimaschutz und die Natur sind, haben die Menschen seit 1750 insgesamt 95 Prozent der Moore zerstört, beklagt Plöger. Der Grund: Der Torf, der sich oben auf den Mooren absetzt, kann beim Gartenbau zum Einsatz kommen, oder – noch viel schlimmer – verbrannt werden. Wenn das geschieht, wird das, was eigentlich eine Kohlenstoffsenke sein kann, zum Klimakiller.

Wird Torf verbrannt und ein Moor trocken gelegt, gelangt Sauerstoff an die Pflanzen und es wird extrem viel Kohlendioxid und N2O, auch bekannt als Lachgas, in die Atmosphäre freigesetzt. Anstatt den Klimawandel zu verlangsamen, beschleunigen die Moore ihn so. Das gilt es zu verhindern. Und Plöger hat auch schon eine Idee, wie wir dem entgegenwirken können.

Wie wir die Moore retten können

Damit die Moore weiterhin nass bleiben und trocken gelegte wieder befeuchtet werden, rät Plöger, in die Wiederherstellung von Mooren zu investieren. Der NABU bietet beispielsweise Moor-Patenschaften an, mit denen man die sensiblen Ökosysteme schützen kann. Ein weiterer Ratschlag von Plöger ist es, beim Kauf von Blumenerde darauf zu achten, dass sie keinen Torf enthält. Seiner Meinung nach gibt es genügend andere ökologische Düngemittel, die sich ebenso gut eignen. Der Torf sollte in den Mooren bleiben und so seine Klima schützende Wirkung beibehalten.

Ganz verloren ist die Hoffnung darauf, dass die Moore wieder revitalisiert werden nicht, sagt Plöger. Im Gegenteil: Er geht davon aus, dass sich die Moore bereits in zehn Jahren erholen könnten, wenn wir jetzt mit den Maßnahmen zur Wiedervernässung beginnen.

(sb)

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