Schildkrötenbabys haben es nicht leicht an der kenianischen Küste.
Schildkrötenbabys haben es nicht leicht an der kenianischen Küste.
Bild: www.imago-images.de / NomadSoul
Gute Nachricht

"Schildkrötenpolizei" in Kenia schützt bedrohte Tierart

10.02.2021, 11:5810.02.2021, 11:57

Wenn die kleinen Schildkrötenbabys vorsichtig aus dem Sand krabbeln und sich Richtung Ozean bewegen, sind Swalehe Mkambe und seine Kollegen von der Tiwi Turtle Police stolz. "Ich liebe solche Augenblicke", sagt er gegenüber der "Deutschen Welle". "Bevor wir hier aktiv waren, haben diese Schildkröten nicht überlebt."

An den Stränden von Kenias Küste gibt es einiges zu tun für die Mitarbeiter der Tiwi Turtle Police, einer Schutzpolizei für die vom Aussterben bedrohte Tierart der Grünen Meeresschildkröte. Die "Schildkrötenpolizisten" patrouillieren täglich am Strand entlang und kümmern sich beispielsweise um Nester, die die Schildkrötenmütter gefährlich nahe am Wasser ablegen – und bringen sie in Sicherheit

Plastikmüll im Meer stellt eine Gefahr dar

Doch selbst wenn die Kröten sicher geschlüpft sind, drohen ihnen noch viele weitere Gefahren, sagt ein an der kenianischen Küste aktiver Tierschützer. "Die Überlebensrate für so junge Tiere liegt bei 1 zu 1000, sie sind für viele eine leichte Beute. Für Vögel, große Fische und sogar für andere Schildkröten. Die Chancen, dass sie erwachsen werden, sind sehr gering."

Nicht nur als Babys haben es die Schildkröten schwer, auch im Erwachsenenalter müssen sie ums Überleben kämpfen. Besonders der Plastikmüll, der die Meere verschmutzt, stellt eine große Gefahr dar. Wie der "SWR" berichtet, fressen die Schildkröten den Müll, weil sie ihn für Quallen oder Algen halten.

Suppenschildkröten? In den Ozean, anstatt in den Kochtopf

Ein weiteres Problem: In Kenia gelten die Meeresschildkröten und ihre Eier als Delikatesse, sie werden sogar als Suppenschildkröten bezeichnet, weil sie oft im Kochtopf landen. Dagegen wollen Swalehe Mkambe und seine Kollegen aber systematisch vorgehen.

Sie starteten vor einigen Jahren als eine Art Nachbarschaftsinitiative, jetzt arbeitet die Schildkrötenpolizei unter anderem mit der Kenianischen Wildtier-Schutzbehörde zusammen. Die meisten von ihnen sind Fischer aus der Umgebung. Als Schildkrötenpolizisten bekommen sie einen Lohn, der ihnen ein ständiges Einkommen sichert, unabhängig davon, ob sie zum Fischen rausfahren können.

Die Mitarbeiter schützen aber nicht nur die Tiere, sondern halten auch die Strände sauber. Sie sammeln Plastikmüll und klären die Bevölkerung darüber auf, wie wichtig der Schutz von Meerestieren ist. Ein Kollege von Swalehe Mkambe sagt: "Ich sehe viele Verbesserungen. In den vergangenen zwei Jahren haben wir viele Berichte darüber bekommen, dass jemand Schildkröten getötet oder verletzt hätte. Es sterben jetzt deutlich weniger. Die Menschen haben angefangen, diese Tiere zu verstehen."

(sb)

Gute Nachricht

Für mehr Artenvielfalt: UNESCO erkennt 20 neue Biosphärenreservate an

Die UNO-Wissenschafts- und Kulturorganisation UNESCO hat bekannt gegeben, dass 21 neue Länder in die Liste der UNESCO-Schutzgebiete aufgenommen wurden. Zum ersten Mal sind nun auch Reservate in Lesotho, Libyen und Saudi-Arabien benannt. Weitere nun anerkannte neue Reservate befinden sich in Frankreich, Italien, Spanien, Kanada und Russland. In Lesotho ist nun das Matseng-Reservat mit seinen seltenen Vogelarten aufgenommen, in Saudi-Arabien die Farasan-Inseln mit Tieren wie Gazellen und …

Artikel lesen
Link zum Artikel