Nachhaltigkeit
Gute Nachricht

Von Holzresten zur Sonnencreme: Neue Recycling-Methode entwickelt

Sonnencreme Sonne Frau
Nicht nur gut für die Haut, sondern auch fürs Klima: Sonnencreme aus Holzabfällen.Bild: iStockphoto / verona_S
Gute Nachricht

Von Holzresten zur Sonnencreme: Spin-off entwickelt neue Recycling-Methode

03.11.2021, 12:07
Mehr «Nachhaltigkeit»

Jede Pflanze verfügt über eine Superkraft – das Molekül Lignin. Dieses verfügt über zahlreiche Eigenschaften: Es sorgt dafür, dass die Pflanze aufrecht in ihrer Haltung ist, wirkt antibakteriell, wasserabweisen, antioxidativ. Und es verfügt über eine Schutzwirkung vor UV-Strahlung – ideal für eine Sonnencreme.

An der TU Wien entstand im Rahmen eines Spin-offs die Vision, das Wissen um die Kräfte des Moleküls Lignin für die Entwicklung eines Sonnenschutzes für den Menschen zu nutzen. Dabei werden Pflanzen, die ansonsten verbrannt werden und im Abfall landen, verwertet. Das Verfahren ist damit nachhaltig, umweltschonend und günstig in der Herstellung.

Sogar Medikamente und Verpackungen auf Lignin-Basis sollen auf den Markt kommen

Aus der Zusammenarbeit des Ehepaars Angela und Martin Miltner an der TU Wien entstand ein Start Up zur Nutzung von Lignin – "Lignovations", das seit September von dem Ehepaar Miltner, Stefan Beisl und Victor Tibo geführt wird. Mithilfe des neuen Entwicklungsverfahrens, einen Abfallstoff in ein nachhaltiges Produkt zu verwandeln, sollen künftig Kosmetika, Verpackungen, Nahrungsmittelzusätze sowie Medikamente hergestellt werden. Auf den Markt kommen sollen die Lignin-Produkte ab 2023.

Insgesamt geht es darum, Biomasse möglichst ohne anstehende Abfälle zu verwerten und auch das Verfahren umweltfreundlich zu gestalten. Dass das Lignin industriell nutzbar wurde, dazu verhalf ein glücklicher Zufall: Ein Promovend, der im Labor der TU Versuche durchgeführt hatte, entdeckte zufällig eine Methode, Lignin in fester Form von der restlichen Biomasse zu trennen. So entstanden kleine Lignin-Partikel, die für die Weiterverarbeitung wiederverwertet werden können.

(lmk)

Letzte Generation will ins EU-Parlament: Bringen Klimaproteste doch nichts?

Vor rund zwei Jahren begann die Letzte Generation mit ihren Straßenblockaden. Die Devise der Klimaaktivist:innen: Friedlich stören, um eine radikale Klimawende durchzusetzen. Damit erregte die Gruppe viel Aufmerksamkeit – und Hass. Autofahrer gingen auf die Aktivist:innen los, schlugen, traten und bespuckten sie.

Zur Story