Im Supermarkt könnten neben Tropenfrüchten aus Südamerika oder Afrika bald auch Ananas, Kiwis oder Mangos aus Bayern liegen.
Im Supermarkt könnten neben Tropenfrüchten aus Südamerika oder Afrika bald auch Ananas, Kiwis oder Mangos aus Bayern liegen.Bild: www.imago-images.de / VITTA GALLERY
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Ananas, Mangos und Kiwis aus Bayern: Unternehmen baut Tropenfrüchte regional an

07.12.2021, 12:10

Papayas, Avocados, Kiwis – Tropenfrüchte sind in Deutschland beliebt. Leider sind diese oft mit Pestiziden gespritzt und kommen aus fernen Ländern wie Brasilien, Chile oder Neuseeland. Ihr Import nach Deutschland hinterlässt dabei einen großen CO2 -Fußabdruck, der dem Genuss von Obst bisher einen faden Beigeschmack gibt: So verursacht beispielsweise ein Kilo Papayas, das von Brasilien bis nach Hamburg eingeflogen wurde, 11,6 Kilogramm CO2.

Exotische Früchte regional angebaut

Ein Projekt im Tropenhaus "Klein Eden" im bayerischen Kleintettau möchte das jetzt ändern. Dort wachsen auf 3.500 Quadratmetern rund 220 tropische Nutzpflanzensorten unter dem Glasdach des Gewächshauses. Wie der Gärtner und wissenschaftliche Leiter des Projektes, Ralf Schmitt, zusammen mit seinem Team in einer Folge der ZDF-Dokumentationsreihe "plan b" erklärt, experimentieren sie hier mit exotischen Nutzpflanzen.

Tropische Temperaturen durch Abwärmenutzung

Sie würden dabei herausbekommen wollen, wie man in Deutschland wirtschaftlich effizient tropische Früchte anbauen kann, um dadurch den Transportweg des Obstes aus Übersee zu ersetzen. Das Besondere an diesem Vorhaben: Das gesamte Tropenhaus wird von der Abwärme einer angrenzenden Glasfabrik erwärmt, deren bereits erzeugte Wärme damit wiederverwendet wird.

Bewässert wird im Tropenhaus "Klein Eden" zu 100 Prozent mit Regenwasser, wobei auch hier alles in Kreisläufen funktioniert: Zunächst wird das Regenwasser in Becken gereinigt, dann fließt es in Tanks, in denen Fische leben. Die Fische fressen auch Obstabfälle. Ihre Hinterlassenschaften liefern den Dünger, der statt Pestiziden in "Klein Eden" eingesetzt wird. Um Schädlinge wie Blattläuse oder Spinnmilben zu jagen, setzt der Leiter des Tropenhauses statt auf Pestiziden auf kleine lebendige Helfer wie beispielsweise Raubwanzen.

Papaya-Bäume auf dem Dach

Die neueste Idee des Projekts: Papaya-Bäume in Töpfen anbauen. Damit wollen die Forschenden jetzt herausfinden, wie die richtige Pflege der Pflanzen aussieht und ob auch ein Anbau auf deutlich kleinerer und flexibler Fläche gelingen könnte. Wenn das gelingt, könnten Tropenpflanzen prinzipiell auch auf den Dächern von Industriehallen, die konstante Abwärme produzieren, wachsen. Damit könnten zukünftig (exotische) Lebensmittel produziert werden, ohne Fläche zu verbrauchen.

Noch handelt es sich dabei aber um Zukunftsmusik. Die Versuche waren längst nicht bei jeder Obstsorte erfolgreich (unter anderem beispielsweise mit Bananen). Und dennoch konnte das Team in diesem Jahr bereits zwei Tonnen verschiedener Tropenfrüchte ernten.

(mcm)

Katzenstreu kann klimaschädliches Gas Methan binden

Ein Team aus Forschenden des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat eine Technik entwickelt, die gefährliche Methanemissionen deutlich reduzieren kann – und das extrem günstig. Da Methan noch schädlicher fürs Klima ist als Kohlendioxid, ist es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein großes Anliegen, das Gas zu binden.

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