Nachhaltigkeit
Self driving autonomous cars on multi lane highway. The cars are using radar sensors, wireless communication and artificial intelligence to navigate and communicate with each other.

Bislang sind E-Autos auf Ladesäulen angewiesen. Die elektrifizierenden Straßen könnten das ändern. Bild: iStockphoto / IGphotography

Gute Nachricht

Start-up testet Technologie: Straßen könnten E-Autos bald mit Strom versorgen

Das Elektro-Auto ist das Auto der Zukunft – darüber sind sich inzwischen eigentlich alle einig. Schließlich ist es deutlich klimafreundlicher als sein Pendant mit Verbrennungsmotor. Laut Kraftfahrt-Bundesamt fahren bislang allerdings nur 8,6 Prozent aller Autos auf deutschen Straßen mit Strom. Wer sich nicht an ein Elektro-Auto herantraut, nennt neben der höheren Kosten vor allem ein Argument: die schlechte Infrastruktur der Ladesäulen. Klar, niemand hat Lust, mit seinem Auto plötzlich liegenzubleiben, weil kein Strom in der Nähe verfügbar ist.

Wie wäre es also, wenn man gar keine Ladesäulen mehr bräuchte, weil die E-Autos ihren Strom direkt aus der Straße ziehen, über die sie fahren? Ein bisschen futuristisch klingt dieser Gedanke derzeit noch, aber ein israelisches Start-up will genau das erreichen. Dem "Business Insider" zufolge entwickelte das Unternehmen Electreon den sogenannten Dynamic Wireless Power Transfer. Mit dieser Technologie sollen Kupferspulen unter dem Straßenbelag für eine elektromagnetische Induktion sorgen und damit die über ihnen fahrenden Autos aufladen. Diese brauchen dafür nur ein Empfängermodul, das den Strom aufnimmt und in die Batterie der Elektro-Autos weiterleitet.

Fahrzeuge, die hauptsächlich in der Stadt unterwegs sind, wie Busse, Lieferfahrzeuge oder Taxis, könnten damit permanent geladen werden und wären nicht mehr auf große Akkus zum Stromspeichern angewiesen. Damit würden die Fahrzeuge billiger werden. Und den Bau von Ladesäulen in der Umgebung könnte man sich damit auch sparen.

Noch kein Bezahlsystem entwickelt

Einige Nachteile bringt die neuartige Technologie aber auch mit sich: Bislang ziehen die mit den Empfängermodulen ausgerüsteten E-Autos automatisch Strom, wenn sie über die Straße fahren – es muss also noch ein Bezahlsystem entwickelt werden, wenn der Strom nicht kostenlos verschenkt werden soll. Zudem müssten Straßen logischerweise komplett aufgerissen und neugebaut werden, um die Kupferspulen einzusetzen. Besonders langlebig sind diese bisher offenbar auch nicht. Laut der Digital-Plattform 1E9 halten sie derzeit nur sechs bis acht Jahre und müssen dann ausgetauscht werden.

Trotzdem sollen die elektrischen Straßen weiterentwickelt und geprüft werden. Getestet wurden sie im vergangenen Jahr bereits im schwedischen Gotland, im Laufe des Jahres soll auch in Tel Aviv eine zwei Kilometer lange Teststrecke zwischen dem Bahnhof und dem Fußballstadion der Universität Tel Aviv an den Start gehen. Und selbst in Deutschland könnten es die stromabgebenden Straßen in nicht allzu langer Zukunft zumindest testweise geben. Laut energate-messenger.de plant der Energiekonzern EnBW eine Kooperation mit Electreon, um die Alltagstauglichkeit des induktiven Ladens im ÖPNV in Baden-Württemberg zu testen.

(ftk)

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    Alle Leser-Kommentare
  • So what 16.07.2020 23:26
    Highlight Highlight Das Problem mit den Ladesäulen sind nicht die Kurzstrecken in den Städten. Das Problem sind die langen Strecken. Auf der Autobahn verlieren wir viel Zeit mit Aufladen, wenn wir denn eine funktionierende Ladesäule gefunden haben, die mit unserer Karte passt. Die Apps funktionieren zu oft nicht. Entweder sie scheitern am schlechten Netz oder haben sonst Probleme. Es wäre also sinnvoller auf Langstrecken mit dieser Technologie zu üben. Zumal ja auf deutschen Autobahnen eh immer irgend eine Strecke grad aufgerissen wird. Könnte man also gleivh einbauen.

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