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Ein Förster aus dem Hunsrück will mit Saatgut aus dem eigenen Bestand seine Wälder vor dem Artensterben retten.Bild: getty / images / jotily
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Nachhaltiges Saatgut: Baumzucht für die Wälder von morgen

18.05.2022, 11:3431.05.2022, 17:29

Mit immer längeren Trockenphasen, Schädlingsbefall und häufigen Extremwettern stehen Deutschlands Wälder zunehmend unter Stress: schon lange berichten Forscher von fast regelmäßigem Waldsterben. Damit auch in Zukunft noch intakte Wälder bestehen werden, kümmert sich Tino Hans, Förster im Hunsrück-Gebirge (Rheinland-Pfalz), schon heute um die Waldgeneration der Zukunft: Indem er selbst Saatgut züchtet, will er den Baum-Nachwuchs in seinen Wäldern sichern und dem Artensterben entgegenwirken.

Baumzucht ganz ohne Baumschule

Um das genetische Potenzial seiner Wälder zu nutzen und zu erhalten, züchtet Hans Bäume ganz ohne Baumschule mit selbst gezogenen Sämlingen und Keimlingen wieder auf. In konventionellen Baumschulen werden sonst Baumsetzlinge eingepflanzt, die extra von weiter entfernten Gebieten nach Deutschland transportiert werden, zum Beispiel Tannen aus dem Kaukasus-Gebirge.

Um den klimaschädlichen Transport von Setzlingen zu umgehen, hat Hans im Herbst 2021 angefangen, Saatgut von drei- bis vierhundert Jahre alten Bäume im Hunsrück zu sammeln. Dieses wurde über den Winter gebracht und keimfähig gemacht. Am Anfang musste er mit circa 4500 Keimlingen Testläufe probieren, welcher Untergrund für sie am besten ist, doch jetzt steht die Anlage.

"Deswegen sind die Eichhörnchen hier auf unserer Anlage im Augenblick überhaupt nicht meine Freunde!"
Tino Hans förster im Hunsrück

Einen Rückschlag haben ihm die ansässigen Eichhörnchen verpasst. Tausend Nüsse und Eicheln haben sie ausgegraben und gefressen oder anderweitig vergraben. "Deswegen sind die Eichhörnchen hier auf unserer Anlage im Augenblick überhaupt nicht meine Freunde!", gibt der Förster zu. Sie hinterließen nur Löcher in den Pflanztöpfen, die Tino und sein Team dann relativ aufwendig neu bestücken müssen.

Die Anlage ist selbst gebaut und nachhaltig

Die ganze Anlage hat der Förster selbst gebaut und komplett nachhaltig gedacht. Der Flut-Tisch, auf dem sich die Keimlinge und Sämlinge des eigenen Saatguts befinden, wird mit aufgefangenem Regenwasser geflutet. Dieses wird auch erneut über ein Glockensiphon aufgefangen und in den Wassertank zurückgeführt. Strom generiert die Anlage über Sonneneinstrahlung.

Im Herbst sollen die dreieinhalbtausend selbst gesammelten Sämlinge und Keimlinge von Eiche, Walnuss, Kastanie, Ahorn, Eibe, Weide und Weißtanne eingepflanzt werden. Dann wird sich zeigen, ob die Idee des Försters erfolgreich ist.

(sp)

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