In New York können seit 2018 auch Privatpersonen Umweltsünder melden und so einen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität leisten.
In New York können seit 2018 auch Privatpersonen Umweltsünder melden und so einen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität leisten. Bild: getty images / KishoreJ
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New York: "Kopfgeldjäger" gegen Luftverschmutzung

25.04.2022, 12:25

In New York können Privatpersonen Lkw-Fahrer anzeigen, die beim Parken den Motor laufen lassen. Das "Citizens Air Complaint Program" gibt den Bürgern aber nicht nur die Möglichkeit, Umweltsünder zu melden, sie werden auch dafür belohnt: Ganze 25 Prozent des verhängten Bußgeldes erhalten sie als Prämie für die Meldung des Umweltverstoßes.

Um etwas gegen die nachweislich gesundheitsschädliche und umweltbelastende Luftverschmutzung zu tun, hat die Stadt New York ein Prämienprogramm ins Leben gerufen, das dabei helfen soll, gegen Trucker, die den Motor ihres Fahrzeugs beim Parken nicht abstellen, vorzugehen. Denn: Lkw stehen in NYC an jeder Straßenecke mit laufendem Motor, während die Fahrer schlafen, essen, trinken, sich einen Kaffee holen oder be- und entladen.

"Idling" ist seit Jahrzehnten ein Problem

Das sogenannte „Idling“, also den Motor im Leerlauf laufen zu lassen, ist schon seit den 1970er-Jahren verboten, allerdings wurde es nie geahndet. Mit der Einführung des "Citizens Air Complaint Program" im Jahr 2018 hat sich das geändert. Die Bürger der Stadt können seither anonym über eine Hotline oder online Umweltsünder melden. Die Prämie von 25 Prozent gibt es, wenn das Bußgeld von mindestens 350 US-Dollar bezahlt wurde. Bei Wiederholungstätern sind die Geldstrafen höher und somit auch die Prämie dessen, der diesen gemeldet hat.

In diesem Zuge berichtete der "SWR" über Logan, einen New Yorker, der zu den 20 Hardcore-Kopfgeldjägern des Programms gehört. So habe Logan im vergangenen Jahr zusätzlich zu seinem Hauptjob als Rechtsanwalt 200.000 Dollar über die Meldung von Umweltsündern eingenommen. Entdeckt er einen Regelverstoß, zückt er die Kamera und filmt die „Truck-Idling“-Täter, ihre Kennzeichen, das Vergehen und die Straßenecke, an der sie sich befinden. Gegenüber dem "SWR" versichert er, dass ihm diese Art der Umweltverschmutzung schon vor der Prämie ein Dorn im Auge gewesen sei und er häufig das Gespräch zu den Fahrern gesucht habe, um sie über die Gefahr der Luftverschmutzung aufzuklären.

Fahrer reagieren oft aggressiv

Allerdings ist das Melden der Umweltsünder nicht ganz ungefährlich. Immer mehr Fahrer reagieren aggressiv auf die Filmenden und gehen diese verbal oder auch körperlich an. Allein im vergangenen Jahr hat die Stadt New York mithilfe der "Kopfgeldjäger" 2,4 Millionen US-Dollar eingenommen. Manche Unternehmen weisen deshalb inzwischen ihre Fahrer an, die Motoren abzustellen.

(sp)

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