Nachhaltigkeit
Spinach pesto sauce with cashew, parmesan cheese and olive oil

Peeling lässt sich nicht nur aus Basilikum herstellen – sondern auch aus Möhrengrün, Kohlrabi- oder Rettichblättern. Bild: iStockphoto / YelenaYemchuk

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Food-Waste-Peeling, -Pesto, -Eiscreme: Das kannst du aus Lebensmittelresten herstellen

Wir wollen Plastik vermeiden und Verpackungsmüll reduzieren. Leere Glasbehälter bringen wir brav zum Altglas und alte Kleider auf den Flohmarkt. Aber Lebensmittelreste landen oft noch in der Tonne – mit altem Brot, Gemüseschalen und Kaffeesatz kann man schließlich nichts mehr anfangen. Oder?

Mit etwas Kreativität lässt sich aber auch daraus noch eine ganze Menge machen. Und selbst auf den ersten Blick ungenießbare Gemüseschalen oder -strünke lassen sich in leckere Dinge verwandeln. Das spart Geld beim nächsten Einkauf und reduziert die Abfallmenge – eine Win-win-Situation also. Wir verraten dir, wie du vermeintliche Küchenabfälle weiterverwerten kannst:

Pesto aus Möhrengrün oder Kohlrabiblättern

Klassisches Pesto wird meist aus Basilikum und Pinienkernen gemacht. Das sind allerdings nicht die einzigen Zutaten, aus denen sich die würzige Paste herstellen lässt. Auch aus Möhrengrün, Radieschengrün, Kohlrabi- oder Rettichblättern lässt sich ein leckeres Pesto mixen. Damit rettest du das Grünzeug des Gemüses nicht nur vor einem Ende im Müll, sondern sicherst dir auch die darin enthaltenen Vitamine. Das Gemüse sollte dafür allerdings aus regionalem, ökologischen Anbau stammen – Pestizid-Pesto braucht schließlich keiner.

Gemüsebrühe

Das Grün der Karotte wird zum Pesto und auch für deren Schale findet sich noch Verwendung – in einer Gemüsebrühe. Dort hinein kannst du auch die Schalen von Zwiebeln oder Spargel oder den Strunk von Broccoli und Kohlrabi werfen. Das Gemüse mit ausreichend Wasser auf niedriger Stufe mindestens eine Stunde lang köcheln, dazu kommen Salz und Suppengrün. Anschließend werden die Gemüsereste mit einem feinen Sieb abgesiebt. Die Gemüsebrühe kannst du dann als Grundlage für Suppen oder Risotto verwenden. In Schraubgläser abgefüllt hält sich die Brühe auch eine ganze Weile.

Croutons und Paniermehl

Damit Brot lange frisch bleibt, empfiehlt es sich, es in Scheiben zu schneiden und einzufrieren – so kannst du dir immer genau die Menge auftauen, die du wirklich brauchst. Bleiben aber doch einmal alte, harte Brotstücke übrig, müssen die nicht zwangsweise in den Müll wandern. In Stücke geschnitten und in Öl angeröstet taugen sie noch als Croutons für Salate oder Suppen. Oder du packst sie in den Mixer und nutzt die entstehenden Brösel als Paniermehl.

Nicecream

Gut, überreife Bananen zählen nicht wirklich zu den Lebensmittelabfällen – aber wenn sie so richtig schrumpelig und schwarz sind, kann es schonmal sein, dass sie in der Tonne landen. Zumindest, bis du einmal erfolgreich Nicecream hergestellt hast. Denn für die simple Eisalternative eignen sich überreife Bananen wunderbar – geschält und in Stücke geschnitten werden diese erst für mindestens fünf Stunden eingefroren und dann im Mixer püriert. Etwas Kokosmilch dazu und nach Belieben weitere Früchte, Chocolate Chips oder gehackte Nüsse daruntergemischt – fertig ist die Nicecream.

Pasta-Fritata

Die exakt richtige Menge an Nudeln zu kochen ist ungefähr so einfach wie die Chipstüte nach einem Hineingreifen wieder wegzulegen oder Oma nach einem Stück Kuchen glaubhaft zu versichern, dass man satt ist – schlicht unmöglich also. Wenn das übrig gebliebene Schälchen Pasta im Müll landet, ist das aber schade. Vermische Spaghetti oder Penne beim nächsten Mal doch einfach mit Eiern, Gewürzen und Kräutern und gib das Ganze in eine Pfanne. Wenn das Ei stockt, einmal wenden – und schon ist das Omelett fertig.

Peeling aus Kaffeesatz

Auch für alten Kaffeesatz gibt es eine Zweitverwendung: als Peeling. Pur oder mit etwas Olivenöl oder Honig vermischt eignet sich das körnige Pulver gleichermaßen für Gesicht und Körper. Denn das Do-it-Yourself-Peeling entfernt nicht nur alte Hautschuppen und fördert die Zellerneuerung, das Koffein wirkt auch anregend und fördert die Durchblutung.

Chips aus Gemüseschalen

Karotten, Kartoffeln, Süßkartoffeln oder Rettich – oft essen wir sie ohne Schale. Doch vorausgesetzt es handelt sich um Bio-Gemüse, können die Schalen davon noch gut als Gemüsechips gesnackt werden. Backe sie dafür einfach mit Salz und Öl im Ofen oder in der Fritteuse aus. Bei Kartoffelschalen solltest du allerdings darauf achten, dass sie frisch sind und keine Triebe oder grünen Stellen sichtbar sind – sonst kann der giftige Stoff Solanin entstehen.

Smoothies

Alles was von Obst und Gemüse als Abfall anfällt oder schon etwas welk ist, lässt sich auch einfach pürieren und als Smoothie trinken: welke Salatblätter etwa, Gurkenschalen, die Blätter von Radieschen, roter Beete und Karotten oder schrumpelig gewordene Früchte. Ab in den Mixer und fertig ist die gesunde Zwischenmahlzeit.

(ftk)

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