Yellow pitbull dog in wilderness

Beim Aufspüren von Auerhühnern sind Spürhunde den Menschen überlegen – wegen ihres sensiblen Geruchssinns. Bild: iStockphoto / xiao zhou

Schnüffeln für den Artenschutz: Spürhunde können beim Retten seltener Tierarten helfen

Es raschelt und knackt im Geäst, sofort horcht Loppis aufmerksam, seine Sinne sind geschärft. Im Wald in Freiburg sind Auerhühner unterwegs und Wildtierbiologin Julia Taubmann findet sie – in enger Zusammenarbeit mit ihrem Spürhund Loppis.

Weil Menschen vor allem mit den Augen suchen, sind Hunde ihnen bei der Suche nach seltenen Tierarten wie Auerhühnern, Fledermäusen und Luchsen um Längen überlegen. Dank ihrer extrem sensiblen Nasen können die geschulten Spürhunde innerhalb weniger Minuten den Kot der Tiere erschnüffeln und sie auf diese Weise lokalisieren. So werden schnell wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen.

Um die Spürnasen zu schulen, trainiert Taubmann ihren Hund Loppis regelmäßig. Gegenüber dem SWR sagt sie, es könne in vielen Situationen "sehr hilfreich sein, einen Hund mit einzusetzen". Beispielsweise dann, wenn irgendwo ein neues Gebäude entstehen soll und vor Erteilung der Baugenehmigung überprüft werden muss, ob Auerhühner in dem betroffenen Gebiet leben.

Auf der Suche nach Fledermäusen und ihren Quartieren

Im Rahmen einer Pilotstudie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, wo Taubmann als Doktorandin beschäftigt ist, will die Wildtierbiologin untersuchen, wie effektiv Hunde auch Fledermäuse und deren Quartiere finden und anzeigen können. Das ist deshalb interessant, weil das Ausfindig machen von Fledermäusen für Menschen aufgrund ihrer kaum hörbaren Ultraschalllaute extrem schwierig ist.

In der Beschreibung der Studie weisen die Forschenden auf eine weitere Komplikation hin: "Eine große Herausforderung besteht in der Erfassung der Fledermausquartiere, die, wie auch die Fledermäuse selber, nach europäischem und deutschem Naturschutzrecht streng geschützt sind. Aktuell gängige Methoden für den Nachweis von Fledermausquartieren sind sehr aufwändig und invasiv, oder sehr ineffektiv."

Da könnte Taubmanns Spürhund ins Spiel kommen. "Der Einsatz von speziell trainierten Artenspürhunden, die anhand von Geruch Fledermausquartiere identifizieren und anzeigen, kann eine effektive, nicht-invasive und kostengünstige Ergänzung der gängigen Methoden darstellen", schreiben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Loppis war übrigens nicht nur in Deutschland schon bei zahlreichen Einsätzen dabei, sondern hat auch schon in Schweden verschiedene Tier- und Pflanzenarten aufgespürt. In der Studie "Artenspürhunde im Wildtiermonitoring" aus dem Jahr 2019 hat Julia Taubmann gemeinsam mit anderen Expertinnen und Experten nachgewiesen, wie effektiv der Einsatz von Artenspürhunden für den Naturschutz sein kann.

(sb)

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