Das Fauchen des Tasmanischen Teufels klingt sehr bedrohlich.
Das Fauchen des Tasmanischen Teufels klingt sehr bedrohlich.
Bild: iStockphoto / sandergroffen
Gute Nachricht

Hoffnung für aussterbende Art: Tasmanischer Teufel könnte Gesichtskrebs besiegen

30.12.2020, 10:13

Die Kommunikationsform der Tasmanischen Teufel ist Geschrei. Für Menschen klingt das extrem bedrohlich – daher ihr Nickname "Beutelteufel". In den letzten Jahren waren ihre Schreie auf Tasmanien, einer Insel im Süden Australiens, jedoch immer seltener zu hören, denn eine ansteckende Krebsart hat die Tiere befallen und sich schnell verbreitet. Tumore zerfraßen die Gesichter der Tiere, viele mussten sterben. Die ganze Art hätte aussterben können. Jetzt scheint es für die kleinen Schreihälse jedoch wieder bergauf zu gehen.

Denn laut einer Studie internationaler Wissenschaftler im Fachblatt "Science" verlangsamt sich die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Krebserkrankung. Ein erkranktes Tier steckt demnach nur einen Artgenossen an. Im Jahr 2000 waren es noch etwa 3,5 – die Verlangsamung macht Experten Hoffnung, die Teufel könnten die Krankheit überleben, sie könne sogar langfristig verschwinden. Ebenfalls sei es möglich, dass die Tasmanischen Teufel Anpassungsstrategien entwickeln.

Übertragung durch Bisse

Die Tumorkrankheit DFTD (Devil Facial Tumour Disease) wurde erstmals 1996 im Nordosten Tasmaniens festgestellt. Sie dezimierte die Population der Beutelteufel um rund 80 Prozent. Erkrankte Tiere sehen sehr entstellt aus. Übertragen wird die Krankheit durch Bisse, die in der Paarungszeit und bei Kämpfen um Nahrung häufig vorkommen.

Laut einer im Fachmagazin "Ecology" veröffentlichten Studie wurden von Forschern bereits zahlreiche Versuche unternommen, den Tieren zu helfen: Es wurden Zuchtprogramme gestartet, spezielle Schutzgebiete errichtet und Impfstoffe getestet. Im Jahr 2016 berichteten andere Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Nature Communications", dass Tasmanische Teufel womöglich eine Waffe gegen den tödlichen Krebs besitzen: Sie entdeckten bei einigen Populationen genetische Merkmale, die die Tiere resistent gegen den Tumor macht.

Was auch immer es ist, was die Ausbreitung der Krankheit nun verlangsamt – die Tasmanischen Teufel und ihre Schreie könnten uns noch erhalten bleiben.

(sb)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Nachhaltig

Michel Abdollahi: "Viele wissen gar nicht, dass illegaler Tierhandel das viertgrößte illegale Geschäft ist – nach Waffen, Prostitution und Drogen"

Die meisten Menschen lieben Affenbabys. Kleine Schimpansen und Orang-Utans sind besonders beliebt, Promis und Influencer zeigen sich mit ihnen auf Instagram. Und auch die weltweiten Zoos sind brauchen immer neuen Nachschub.

Doch woher kommen die Tiere? Meistens, nein, tatsächlich immer stecken grausame Geschichten hinter den Bildern von niedlichen Tierbabys. Reporter Michel Abdollahi machte sich für den Film "Planet ohne Affen" (7. Juni ARD 20,15, seit 6. Juni in der Mediathek) auf die Suche …

Artikel lesen
Link zum Artikel