Sechs Euro am Tag pro Fahrzeug könnten der Studie zufolge den Verkehr innerhalb des Mittleren Rings in München um durchschnittlich 23 Prozent senken.
Sechs Euro am Tag pro Fahrzeug könnten der Studie zufolge den Verkehr innerhalb des Mittleren Rings in München um durchschnittlich 23 Prozent senken.
Bild: imago-images / FrankHoermann/SVEN SIMON
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Studie: Anti-Stau-Gebühr würde Innenstädte entlasten

14.09.2020, 11:31

Wer mit seinem Auto in die Innenstadt fahren will, muss zahlen: Eine Anti-Stau-Gebühr von wenigen Euro könnte einer Studie zufolge große Teile der Münchner Verkehrsprobleme lösen. Sie könnte "die Stauprobleme in der Innenstadt in den Griff bekommen", schreiben die Autoren von Ifo-Institut und der Beratungsgesellschaft Intraplan in einer Studie.

Negative Auswirkungen auf Einzelhandel und Tourismus erwarten die Forscher durch eine Einfahrtgebühr in die Stadt nicht. Sie gehen, im Gegenteil, sogar von einer Steigerung der Attraktivität der Innenstadt aus, wenn mehr Menschen auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen.

Sechs Euro am Tag pro Fahrzeug könnten der Studie zufolge den Verkehr innerhalb des rund 28 Kilometer langen Mittleren Rings um durchschnittlich 23 Prozent senken – in Spitzenzeiten um 33 Prozent. Bei zehn Euro wären es sogar rund 30 beziehungsweise 41 Prozent. Die Forscher gehen davon aus, dass viele Personen wegen der Gebühr auf andere Verkehrsmittel umsteigen würden – insbesondere auf öffentliche.

Auch in anderen Städten denkbar

Soziale Härten durch die Gebühr könnten den Autoren zufolge mithilfe der Einnahmen aus ihr abgefedert werden – beispielsweise durch Sozialtickets für öffentliche Verkehrsmittel. Zudem könne das Geld in den Ausbau des Netzes gesteckt werden.

"Auch für andere Städte in Deutschland wäre eine solche Gebühr vorstellbar", sagte Oliver Falck, Autor und Leiter des Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien am Ifo-Institut. "Wir vermuten, dass die Ergebnisse auch auf andere staureiche Städte übertragbar sind."

Als besonders staureiche Städte neben München nannte er Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart, Nürnberg, Köln, Hannover, Bremen und Frankfurt. Eine Gebühr müsste aber immer an die lokalen Gegebenheiten angepasst werden, sagte Falck.

(ftk/dpa)

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