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Gute Nachrichten: Tintenfisch dient als Inspiration für energiesparende Fenster

ARCHIV - 24.04.2013, Baden-W
Ein Forschungsteam konnte eine Methode entwickeln, die eine clevere Eigenschaft von Tintenfischen fürs Energiesparen in Gebäuden nutzt. Bild: dpa / Uli Deck
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Tintenfisch als Vorbild: Forscher entwickeln energiesparende Fenster

24.02.2023, 12:06
Clara von Bieberstein
Mehr «Nachhaltigkeit»

Anpassungsfähig wie ein Oktopus: Materialwissenschaftler der Universität Toronto haben einen Weg gefunden, bei dem Hausfassaden wie die Haut von Tintenfischen funktionieren. Innerhalb des Forschungsprojekts konnten Oberflächen wie unter anderem Fenster entwickelt werden, die sich den einfallenden Wärmestrahlen anpassen. Das hat ein enormes Sparpotenzial.

Die Erfindung könnte dabei helfen, den Energieverbrauch von Gebäuden drastisch zu senken. Laut Klimaforscher:innen des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) verbrauchen Häuser 32 Prozent des weltweiten Energiebedarfs. Ihren Berechnungen zufolge soll der Bedarf bis 2050 sogar noch rapide auf 79 bis 84 Prozent ansteigen.

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Farb-Pigmente an Fenstern steuern Lichteinfall

Tintenfische und Chamäleons haben maßgeblich beim Prototyp der Oberflächen geholfen. Denn Tintenfische können die Farbpigmente auf ihrer Haut über ihr Gehirn kontrollieren. Damit steuern sie die Kontraktionen kleiner Muskeln, die wiederum Millionen von Pigmentzellen an der Hautoberfläche weiten oder zusammenziehen. Je nach Zustand ändern sie damit Farbe und Muster auf ihrer Haut.

Dieses Talent diente jetzt auch den Materialwissenschaftler:innen als Inspiration beim Fenster- und Fassadenbau: Ihre entwickelten Oberflächen enthalten dabei mehrschichtige Flüssigkeiten. Wenn Sonnenlicht auf die Oberfläche trifft, werden die Farbpigmente dann mithilfe einer Pumpe auf der Oberfläche verteilt. Dadurch gelangen die Pigmente an Ort und Stelle und steuern den Lichteinfall.

Methode spart Heizenergie ein

Somit kann das Sonnenlicht durch die Fenster aufgenommen oder abgeblockt werden, was mehr oder weniger Wärmeaufnahme im Haus bedeutet. Das spart Energie, die sonst zum Heizen oder Kühlen des Gebäudes gebraucht wird.

Das Ergebnis: Die neue Methode verringerte den Energiebedarf um 43 Prozent. Ein Gebäude mit dieser Oberfläche spart 50 Prozent der Energie, die eigentlich verbraucht worden wäre. Keine andere Methode soll laut der Wissenschaftler:innen so beträchtliche Vielseitigkeit und großflächige Kontrolle bieten.

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