Nachhaltigkeit
FILE PHOTO: The company's logo is seen outside of an IKEA Group store in Spreitenbach, Switzerland April 27, 2016. REUTERS/Arnd Wiegmann/File Photo

Bild: X90184 / Arnd Wiegmann

Ikea-Boss verrät: Diese Produkte sind gerade besonders gefragt

Die Corona-Pandemie hat auch auf Ikea große Auswirkungen. In den vergangenen Monaten bemerkte der Möbelriese etwa enorme Veränderungen im Kaufverhalten seiner Kunden, wie Ikea-Vorstandschef Jesper Brodin jetzt im Gespräch mit der "Welt" verriet.

Der 52-Jährige schilderte die außergewöhnliche Zeit im Frühjahr. "Die letzten Monate waren eine extrem herausfordernde Zeit für uns. Erst der Lockdown: Zeitweise hatten wir 80 Prozent aller Läden weltweit zwangsweise geschlossen. Das hinterlässt Spuren", sagte Brodin: "Dann aber kam das andere Extrem: Seit wir wieder öffnen dürfen, ist der Andrang unglaublich. In vielen Ländern sehen wir Rekordzahlen bei den Besuchern und auch bei den Umsätzen – unter anderem auch in Deutschland."

Ikea befürchtet Engpässe

Der Sommer sei für Möbelhändler üblicherweise eine sehr ruhige Zeit, erklärte der Schwede. In den vergangenen Monaten hatte Ikea jedoch so gute Verkäufe, dass das Unternehmen "am Ende noch in Verfügbarkeitsengpässe" geraten könnte, so Brodin.

Der Ikea-Chef weiß genau, warum die Nachfrage derzeit so hoch ist. "Das Thema Wohnen hat einen so hohen Stellenwert wie nie zuvor", sagt Brodin: "Die Menschen mussten zu Hause bleiben, und viele machen das auch jetzt noch. Also soll es dort besonders schön sein."

MOSCOW, RUSSIA - JUNE 3, 2020: Customers at the IKEA Khodynskoye Pole store at the Aviapark Shopping Center. IKEA has reopened three stores in Moscow as COVID-19 restrictions ease, and introduced a customer count system to monitor the number of people inside stores. Anton Novoderezhkin/TASS PUBLICATIONxINxGERxAUTxONLY TS0DB313

Ikea erlebt in der Corona-Krise einen gewaltigen Kunden-Ansturm. Bild: www.imago-images.de / Anton Novoderezhkin

"Riesige Nachfrage bei Küchen"

Der Vorstandsboss weiter: "Wir sehen daher seit einigen Wochen schon eine riesige Nachfrage bei Küchen, aber auch bei Wohnmöbeln und natürlich bei Homeoffice-Lösungen. Und wir sind optimistisch, dass sich dieser Ansturm auch noch für einige Zeit fortsetzen wird."

Nicht nur für die Kunden habe sich in der Corona-Krise vieles geändert, stellte der 52-Jährige klar. Auch Ikea ziehe seine Lehren aus dem herausfordernden Jahr 2020, so Brodin.

Ein wichtiger Punkt sei das Thema Nachhaltigkeit. "Corona hat den Menschen noch mal verdeutlicht, wie zerbrechlich die Erde mittlerweile ist und was die Klimakrise, deren Auswirkungen ja noch mal schlimmer sein dürften, am Ende anrichten kann", so Bordin: "Ikea will bei diesem Thema Vorreiter sein. Wir investieren daher in innovative Unternehmen und Ideen, die uns bis spätestens 2030 klimapositiv machen."

Zustellung nur noch in E-Autos

Der Ikea-Boss erklärte, was das konkret bedeutet: "Wir stellen zum Beispiel bei der Zustellung komplett auf Elektroautos um. Spätestens 2025 sollen ausschließlich E-Autos für Ikea-Lieferungen unterwegs sein. Außerdem soll die Nutzungsdauer unserer Produkte deutlich erhöht werden."

Und weiter: "Wir setzen zusätzlich auch auf kleine Innenstadtfilialen und noch kleinere Planungsstudios in den großen Städten – und zwar weltweit. Denn da gibt es zunehmend viele Menschen, die kein eigenes Auto haben. Wir experimentieren derzeit in mehreren Ländern mit verschiedenen Arten und Größen von Stores und Sortimenten und erreichen damit echt viele Menschen, teils bis zu 10.000 Kunden pro Tag."

(dhe)

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!

Gute Nachricht

Ikea plant erste Second-Hand-Filiale in Schweden

Ikea arbeitet derzeit an einer ersten Second-Hand-Filiale in der schwedischen Stadt Eskilstuna, "taz" berichtete. Dort sollen Möbel verkauft werden, die Vorbesitzer zuvor spendeten – oder dort entsorgten. Alles Ikea-Artikel, versteht sich. Ein Punkt auf der Nachhaltigkeitsagenda des Möbelhauses, den es künftig wohl abhaken wird.

Doch da hört es nicht auf: Beschädigte Rückgaben aus einer nahegelegenen Filiale sollen dort ebenfalls eine zweite Chance bekommen. Alle Möbel werden repariert und …

Artikel lesen
Link zum Artikel