FILE PHOTO: Ikea in Tottenham is pictured as it re-opens, following the outbreak of the coronavirus disease (COVID-19), London, Britain, June 1, 2020. REUTERS/John Sibley/File Photo

Bald auch Second Hand? Zumindest plant Ikea das. Bild: reuters / John Sibley

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Ikea plant erste Second-Hand-Filiale in Schweden

Ikea arbeitet derzeit an einer ersten Second-Hand-Filiale in der schwedischen Stadt Eskilstuna, "taz" berichtete. Dort sollen Möbel verkauft werden, die Vorbesitzer zuvor spendeten – oder dort entsorgten. Alles Ikea-Artikel, versteht sich. Ein Punkt auf der Nachhaltigkeitsagenda des Möbelhauses, den es künftig wohl abhaken wird.

Doch da hört es nicht auf: Beschädigte Rückgaben aus einer nahegelegenen Filiale sollen dort ebenfalls eine zweite Chance bekommen. Alle Möbel werden repariert und aufgewertet, bevor sie zu einem wesentlichen niedrigeren Preis den Besitzer wechseln, heißt es von Ikea. Wie hoch die Ersparnis genau ist, richtet sich wahrscheinlich nach Möbelstück und Aufbereitungszeit.

Hinter der Ortswahl steckt ein Kalkül: Ikea möchte mit dem Einkaufszentrum "Retuna" zusammenarbeiten. Dort befinden sich ausschließlich Läden, die Second-Hand- und Recyclingprodukte verkaufen. Außerdem befindet sich ein Recyclinghof unweit des Shopping-Centers.

Die Stadt Eskilstuna arbeitet seit einiger Zeit an einem grünen Image, das durch Ikeas Vorhaben gefördert wird. Eine Win-Win-Situation, bedenke man das weitere Vorhaben des Unternehmens.

Eine Testphase

Zuletzt nahm sich der Möbelkonzern vor, künftig nachhaltiger und umweltfreundlicher zu werden. Etwa will er die Klimaeinwirkung pro Produkt bis 2030 um 70 Prozent reduzieren. In zehn Jahren will er nur noch Produkte anbieten, die aus erneuerbaren oder recycelten Materialien bestehen und für eine Weiterverwendung designt sind.

Mittels des neuen Second-Hand-Ladens will Ikea prüfen, wie weit die Lebensdauer ihrer Möbel mit Reparaturen verlängert werden kann, erklärt der Konzern. Verläuft das Vorhaben erfolgreich, sollen weltweit Second-Hand-Läden folgen. Ziel ist es, langfristig einen Stoffkreislauf für Waren zu etablieren. Das bedeutet: Nach Ende des Lebenszyklus werden sie weiterverarbeitet und nicht entsorgt.

Tolle Ambitionen, aber eine Sache bleibt

Seit einiger Zeit gibt es auch das Ikea-Modell "Zweite Chance". Dort kauft der Konzern ausgewählte Produkte ab und zweitverkauft sie in der sogenannten Fundgrube in einem der Möbelhäuser.

Trotzdem gab es immer wieder Kritik an Ikea, da die Billigmöbel Überkonsum und so auch große Mengen Müll verursachen könnten. Die nachhaltigkeitsorientierte Ausrichtung des Möbelhauses könnte dem zwar entgegenwirken, trotzdem bleibt offen, inwiefern das Second-Hand-Modell weiterverfolgt wird. Entpuppt es sich als finanzieller Misserfolg, könnte die Idee schnell zu den Akten gelegt werden. Wenigstens bleibt dann noch die Fundgrube.

(tkr)

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