A man poses dressed as aztec warrior front a Temazcal as part of a pre-hispanic ceremony at archeological zone. Teotihuacan, Mexico, August 26, 2021. Photo by Ricardo Castelan/Eyepix/ABACAPRESS.COM
Das diesjährige Weltsozialforum 2022 findet in Mexiko statt, wo vor allem die Autonomie indigener Völker durch Kapitalismus und den Klimawandel unter Druck gerät.Bild: abaca / Castelan Cruz Ricardo/Eyepix/ABACA
Klima & Umwelt

Für Klimaschutz statt Stakeholder: Start des Weltsozialforums 2022

02.05.2022, 18:59

Mit einem Marsch zum Tag der Arbeit hat diese Woche das Weltsozialforum (WSF) in Mexiko-Stadt begonnen. Die Veranstaltung bietet bis zum 6. Mai unter anderem Workshops, Diskussionen und Seminare zu sozialen Themen wie Menschenrechten, Gleichberechtigung, Demokratie sowie gegen Krieg und Rassismus. In den Fokus stellt das Forum dieses Jahr aber vor allem den Klimawandel.

Was ist daran besonders?

Das Weltsozialforum wurde 2001 in Porto Alegre, Brasilien, als Gegenbewegung zum Weltwirtschaftsforum in Davos gegründet. Anstelle von Wirtschaftschefs und Politikern treffen sich dort soziale Bewegungen, Netzwerke, Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und Aktivisten, um demokratische Ideen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und Vorschläge und Forderungen auszuarbeiten.

Ausgerichtet wird das Forum überwiegend in Ländern Mittel- und Südamerikas, Asiens und Afrikas – und nicht im schweizerischen Davos – um die Länder in den Fokus zu stellen, die allem voran vom Klimawandel und wirtschaftlichen Nachteilen betroffen sind. Brasilien richtete die Veranstaltung bereits mehrere Mal aus.

Was ist das Ziel des Forums?

Allen Teilnehmenden ist gemein, dass sie die negativen Konsequenzen der Globalisierung kritisieren und Alternativen zum Wirtschaftssystem des Neoliberalismus suchen – also der Wirtschaftstheorie, bei der dem Markt freien Lauf gelassen wird und marktorientierte Reformen vorgenommen werden wie Privatisierung und die Reduktion von staatlichen Sozialleistungen. Dafür nehmen sie gezielt die Länder und Menschen in den Blick, die bisher durch den Kapitalismus im Nachteil sind und unter schlechten Arbeitsbedingungen sowie schon jetzt an Folgen von Umweltverschmutzung und der Klimakrise leiden.

Auf der Konferenz wollen sich die unterschiedlichen Gruppen dezentral vernetzen und Einheiten verschiedener Bewegungen bilden, um sich mit konkreten Aktionen auf lokaler bis internationaler Ebene für den Aufbau einer anderen Welt zu engagieren – ohne sich dabei als repräsentative Instanz der Welt-Zivilgesellschaft zu verstehen.

Was ist besonders am Forum 2022?

Dieses Jahr drehen sich die Diskussionen, neben der Frage nach einer anderen, gerechteren Wirtschaftsordnung, um Migration, Demokratie von unten und um strukturelle und rechtliche Veränderungen, die die Klimakrise mit sich bringt. Vor allem die Rechte und die Selbstbestimmung der indigenen Bevölkerung stehen auf der Agenda der Konferenz, da das vor allem im diesjährigen Gastgeber-Land Mexiko ein wichtiges Thema ist, wo viele Menschen indigene Wurzeln haben.

So wird noch immer eine große Fläche in Mexiko kollektiv bewirtschaftet und steht teilweise unter indigener Selbstverwaltung. Doch der Druck, die indigene Autonomie aufrechtzuerhalten, wird mit Klimakatastrophen und einer weiter wachsenden Wirtschaftskraft großer Konzerne zunehmend größer.

(mcm/ mit Material von dpa)

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