Die drei Sieger-Plakate des Nachhaltigkeits-Wettbewerbs von Pepsi Max und der Kunsthochschule SRH Berlin
Die drei Sieger-Plakate des Nachhaltigkeits-Wettbewerbs von Pepsi Max und der Kunsthochschule SRH Berlinbild: josephine andreoli
Klima & Umwelt

"Die Klimakrise lässt sich nur gemeinsam lösen": Kunsthochschule und Pepsi Max küren Gewinner des Plakat-Wettbewerbs

30.06.2022, 17:5004.07.2022, 18:24

Am Mittwochabend endete der Nachhaltigkeits-Wettbewerb der Kunsthochschule SRH Berlin University of Applied Sciences und der Marke Pepsi Max mit der Preisverleihung und Vernissage im Hafenstudio in Hamburg: Dort hat die Jury um Torben Nielsen, Managing Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz von PepsiCo, Gabor Kovacs, Professor für digitale Produktentwicklung an der SRH sowie watson-Nachhaltigkeits-Redakteurin Josephine Andreoli die drei Gewinner gekürt.

"Nachhaltigkeit ist ein langer Weg, eine weite Reise – die ersten Schritte haben wir genommen."
Adriana Ceramileiterin der unternehmenskommunikation bei pepsico

Aufgabe der Teilnehmenden war es, ein humorvolles, provokantes, herausforderndes oder analytisches Plakat zu kreieren, das sich mit der Klimakrise und nachhaltigen Verpackungen auseinandersetzt. Und weil auch mittlerweile der Druck wächst, beschäftgen sich viele Unternehmen mit ihren Verpackungen und versuchen diese, so nachhaltig wie möglich zu gestalten. So hat zum Beispiel PepsiCo mit seinem Umstieg auf 100-prozentig recycelbare Getränkeflaschen einen Anfang gewagt, doch jetzt soll es weitergehen.

"Nachhaltigkeit ist ein langer Weg, eine weite Reise – die ersten Schritte haben wir genommen", eröffnet Adriana Cerami, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei PepsiCo, die Veranstaltung mit einer Podiumsdiskussion zum Thema "Nachhaltigkeit ist eine Kunst".

WWF und PepsiCo arbeiten gemeinsam an Nachhaltigkeitszielen

"Die Plastikdebatte treibt uns in Deutschland ja schon seit Jahren um", merkt auch Martin Bethke vom WWF sogleich an. Seit März 2022 arbeiten der WWF und PepsiCo Deutschland gemeinsam daran, das Kerngeschäft des Getränkeherstellers nachhaltiger auszurichten: Die Mehrwegquote soll gesteigert, Plastikverpackung möglichst reduziert oder gar gänzlich eingespart werden. Als Kooperationspartner ist daher auch Bethke auf der Vernissage.

"Der Konzern hat verstanden, dass, wenn sie so weitermachen wie bisher, das Produkt bald keiner mehr kaufen wird. Mit dem Wettbewerb auf die Thematik aufmerksam zu machen, finde ich schon eine gute Idee."
Gabor KovacsMitglied der jury

Er ergänzt: "Wenn alle so konsumieren würden wie wir, bräuchten wir drei Erden – dass das mathematisch nicht aufgeht, ist ja ganz eindeutig", sagt Bethke. "Wir müssen einen Weg für einen besseren Umgang mit unseren Ressourcen finden, deswegen braucht es Wettbewerbe wie diesen."

Los geht die Vernissage mit einer Podiumsdiskussion zum Thema "Nachhaltigkeit ist eine Kunst".
Los geht die Vernissage mit einer Podiumsdiskussion zum Thema "Nachhaltigkeit ist eine Kunst". bild: josephine andreoli

Nachhaltigkeits-Wettbewerb richtet Aufmerksamkeit auf die Klimakrise

Die Aufmerksamkeit auf das Thema Klimakrise und nachhaltige Verpackungen gelenkt hat der Wettbewerb allemal. Rund 60 Besucherinnen und Besucher sind zur Vernissage und Preisverleihung gekommen, bewundern die ausgestellten Plakate.

"Der Konzern hat verstanden, dass wenn sie so weitermachen wie bisher, das Produkt bald keiner mehr kaufen wird", sagt Gabor Kovacs, Professor an der SRH Berlin und Mitglied der Jury. "Mit dem Wettbewerb auf die Thematik aufmerksam zu machen, finde ich schon eine gute Idee."

"Wenn Flaschen nicht im Müll, also auch nicht im Meer landen, dann landen sie nicht im Meer – so einfach ist das."
Luka HerzogGewinner des nachhaltigkeits-wettbewerbs

Das sehen auch Helene Hartenstein und Luka Herzog ähnlich, gemeinsam haben die beiden den ersten Preis – und damit ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro – gewonnen. Nachdem ein gemeinsamer Freund sie auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht hatte, haben sie lange überlegt, wie man die Problematik künstlerisch darstellen könnte.

Die zündende Idee: "Wenn Flaschen nicht im Müll, also auch nicht im Meer landen, dann landen sie nicht im Meer – so einfach ist das", erklärt Herzog. Bedeutet: Weil PepsiCo auf Recycling setzt, landen weniger ihrer Flaschen als Müllteppich im Meer. "Wir haben also aus Fotos eine Collage erstellt, die eine Pepsi-Flasche in den Müllteppich gestanzt hat, wodurch wieder Meer sichtbar wird", ergänzt Hartenstein. Und Pepsi als Vorbild für die Getränkeindustrie präsentiert.

Mit ihrem Plakat "Meer machen" haben Helene Hartenstein und Luka Herzog den ersten Platz gewonnen.
Mit ihrem Plakat "Meer machen" haben Helene Hartenstein und Luka Herzog den ersten Platz gewonnen. bild: josephine andreoli

Plakat überzeugt mit Frage und Antwort in einem

Konstantin Weid ist selbstständiger Designer. Wann immer er mal nicht allzu viele Aufträge hat, schaut er nach Design-Wettbewerben – und stößt so auch auf den Nachhaltigkeits-Wettbewerb der Kunsthochschule SRH Berlin und Pepsi Max. "Durch den Krieg ist der Klimawandel ja leider in den Schatten gerückt, aber für mich ist es nach wie vor eines der wichtigsten Themen", sagt Weid. "Weil der Klimawandel uns alle betrifft und wir das nur zusammen lösen können." Für ihn steht schnell fest: Er will unbedingt ein Plakat einreichen.

Mit seinem Plakat "Papier das doch mal!" gibt Konstantin Weid sogleich eine Antwort auf die Frage nach nachhaltigeren Verpackungsalternativen.
Mit seinem Plakat "Papier das doch mal!" gibt Konstantin Weid sogleich eine Antwort auf die Frage nach nachhaltigeren Verpackungsalternativen.bild: josephine andreoli

Weid überlegt. Er will eine Antwort auf die Frage finden, wie Firmen wie Pepsi ihren Müll- und CO2- Fußabdruck reduzieren können. Plakativ soll es sein, aber dennoch zum Nachdenken anregen. "Ich habe viel darauf rumgedacht und einfach ein bisschen experimentiert" – bis ihm der entscheidende Einfall kommt: Simpel, aber cool. "Papier das doch mal" – schreibt er in großen Lettern auf sein Plakat. Bis auf das "das" sind alle Buchstaben aus Papier ausgestanzt. Das "das" aber besteht aus Plastik: Einem Einwegbecher, Verpackungsresten, dünner Plastikfolie. "Da stolpert man direkt beim Anschauen drüber – das überzeugt mich wirklich", sagt Gabor Kovacs, Professor für digitale Produktentwicklung und Mitglied der Jury.

Der Müll, den wir sehen ist nur die Spitze dessen, was in den Meeren schwimmt

Auch für Alexander Rozmann ist Nachhaltigkeit ein großes Thema. "Ich weiß, dass das Thema für viele trocken ist, aber das ist es eigentlich gar nicht – für mich war es die entscheidende Challenge, das kreativ aufzuarbeiten."

Für sein Plakat "Just the Tip!" erhält Alexander Rozmann den dritten Platz des Nachhaltigkeits-Wettbewerbs.
Für sein Plakat "Just the Tip!" erhält Alexander Rozmann den dritten Platz des Nachhaltigkeits-Wettbewerbs.bild: josephine andreoli

Einen Tag lang sammelt Rozmann seinen eigenen Müll, fotografiert ihn ab und arbeitet die Fotografie in eine aus verschiedenen Stock-Fotos bestehende Collage ein. Das Ergebnis: Ein Aufsehen erweckendes Plakat, dessen Botschaft auf den ersten Blick zu verstehen ist: Die Müllteppiche, die wir aus den Medien kennen, sind nur die Spitze des Eisbergs, oder vielmehr Müllbergs, der in den Weltmeeren schwimmt. "Wenn man mal bewusst darüber nachdenkt, dass man Tag für Tag so viel Müll produziert und der ja nicht einfach weg ist, wenn er von der Müllabfuhr abgeholt wird, ist das schon ganz schön erschreckend", sagt Rozmann.

"Wenn man mal bewusst darüber nachdenkt, dass man Tag für Tag so viel Müll produziert und der ja nicht einfach weg ist, wenn er von der Müllabfuhr abgeholt wird, ist das schon ganz schön erschreckend."
Alexander RozmannDritt-platzierter des nachhaltigkeits-wettbewerbs

Wie die anderen Platzierten auch, hofft er darauf, dass sein Plakat die Aufmerksamkeit auf das Thema Klimakrise lenkt – und vielleicht sogar den ein oder anderen zum Umdenken anregt. Denn eine Änderung unserer Gewohnheiten hätten wir selbst in der Hand – "vielleicht rettet man damit nicht die Welt, aber jeder kann seinen Teil dazu beitragen", sagt Rozmann.

Die besten 100 Plakate sind noch bis zum 6. Juli im Hafenstudio (Hongkongstraße 7, 20457 Hamburg) ausgestellt. Interessierte können die Ausstellung dort kostenfrei zwischen 10 und 18 Uhr besuchen.

(joe)

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