Nachhaltigkeit
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Die Testwindräder sind nur 18 Meter hoch, auf hoher See sollen sie dann aber zehn Mal so hoch sein. BILD: Jan Oelker

Zukunft der Windenergie? Konzern testet schwimmende Windräder auf Baggersee

Windenergie mitten auf dem Ozean gewinnen – bisher ist das schwierig. Der Energiekonzern EnBW testet auf einem Baggersee in Geestland im Landkreis Cuxhaven nun aber zwei schwimmende Windräder, die genau das möglich machen könnten. Die Modellanlage ist 18 Meter hoch, im künftigen Realbetrieb im Meer sollen die Anlagen eine Höhe von 180 Metern haben, wie EnBW und das Unternehmen Aerodyn Engineering mitteilten. Weitere Tests sollen in der Ostsee und vor der Küste Chinas erfolgen.

Weltweit arbeiten Unternehmen und Forschungseinrichtungen an der Entwicklung von Schwimmwindrädern, sie werden unter anderem schon vor Schottland und Spanien betrieben. EnBW ist einer der führenden Betreiber von Offshore-Windparks, das Unternehmen verspricht sich durch die Schwimmtechnik mehr Einsatzmöglichkeiten.

"Das Potenzial ist riesig", sagte Hannah König, Leiterin Wind- und Maritime Technik bei EnBW. Bislang werden Windturbinen auf Stahlgestellen im Meeresgrund fest verankert, möglich ist das aber nur in Gewässern bis zu 50 Metern Tiefe.

Auch tiefes Meer nutzbar

"Mit der neuen Technologie kommen Länder und Meeresflächen mit großen Wassertiefen infrage", sagte König. Der Baggersee bei Bremerhaven ist zehn Meter tief, übertragen auf die Modellgröße würde das im Realbetrieb einer Wassertiefe von 100 Metern entsprechen.

Mit der Schwimmtechnik soll es zudem möglich sein, Kosten zu reduzieren: Die Anlagen können im Hafen errichtet und anschließend zum Standort im Meer gebracht werden. Das schwimmende Fundament wird lediglich mit Leinen und Ankern mit dem Boden verbunden.

Aerodyn hatte 2018 ein schwimmendes Modell mit einer Windturbine im Meer vor Japan erprobt. Das Testmodell in Geestland bei Bremerhaven ist mit zwei Rotoren ausgestattet.

(ftk/dpa)

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